SoCA - Stabilität von Versorgungsarrangements für Menschen mit Demenz
Projektübersicht
| Leitung: | Dr. Bernhard Holle |
| Projekt-Team: | Dr. Kerstin Köhler Dr. Christiane Pinkert Sara Neumann |
Hintergrund
Die meisten Menschen mit Demenz leben zuhause und wollen dort so lange wie möglich bleiben. Gleichzeitig ist der Verbleib in der Häuslichkeit ein relevantes politisches Ziel, um Sozial- und Gesundheitssysteme nachhaltig zu entlasten. In der häuslichen Versorgung spielen Angehörige eine zentrale Rolle: Sie übernehmen den größten Teil der tatsächlichen Versorgungsleistungen und tragen meist auch die Verantwortung für die Organisation des gesamten Versorgungsarrangements. Dabei stehen sie in kontinuierlicher Interaktion mit der Person mit Demenz selbst sowie mit weiteren informell Helfenden und professionellen Akteuren. Häusliche Versorgung entsteht somit in dynamischen Netzwerken, die gemeinsam gestaltet werden.
Ziele der Projektlinie
Die Projektlinie „Stabilität von Versorgungsarrangements für Menschen mit Demenz“ (SoCA) ist eine langfristig angelegte Forschungsinitiative der AG Versorgungsstrukturen am DZNE Standort Witten. In zahlreichen Teilprojekten untersucht SoCA das komplexe Phänomen der Stabilität häuslicher Versorgung und integriert die gewonnenen Erkenntnisse fortlaufend in einen wachsenden Wissenskanon. Langfristiges Ziel ist es, Versorgungsstrukturen zu identifizieren und Interventionen zu entwickeln, die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen dabei unterstützen, stabile Versorgungsarrangements aufzubauen und dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Vorgehen
SoCA nutzt ein breites Methodenspektrum, um Stabilität in der häuslichen Versorgung besser zu verstehen und zentrale Einflussfaktoren zu identifizieren. In ersten Grundlagenstudien wurde das Phänomen theoretisch fundiert beschrieben. Zentrale Ergebnisse sind eine Arbeitsdefinition sowie eine Theorie mittlerer Reichweite, die SoCA-Dem Theorie. Diese Theorie bildet seitdem den forschungsleitenden Rahmen für empirische Studien mit qualitativen und quantitativen Ansätzen und dient zudem als Reflexionsrahmen in Prozessevaluationen. Parallel wird daran gearbeitet, Stabilität als messbares Outcome zu operationalisieren und Interventionen zu entwickeln, die gezielt zur Stabilisierung häuslicher Versorgungsarrangements beitragen.
Ergebnisse
Im Rahmen der Projektlinie SoCA entsteht ein fundierter Wissenskanon zum komplexen Phänomen der Stabilität von Versorgungsarrangements für Menschen mit Demenz. Langfristig wird die Forschung dazu beitragen, die Stabilität häuslicher Versorgung gezielt zu fördern und Menschen mit Demenz sowie ihren Angehörigen ein an ihren individuellen Bedürfnissen ausgerichtetes Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen.
Laufende Projekte
Abgeschlossene Projekte
SoCA – Entwicklung einer Arbeitsdefinition
SoCA – Meta-Study zur Theoriebildung
SoCA – Erleben und Handeln versorgender Angehöriger
SoCA – Typologien häuslicher Versorgungsarrangements
SoCA – Analyse von Handlungsempfehlungen
SoCA-Index – Entwicklung eines Screening-Instruments
UplandCare – Bedarfsorientierte vernetzte Versorgung im ländlichen Raum
SABD-Fam – Spezialisierte ambulante Begleitung von Menschen mit Demenz und ihren Familien
VeSpaRo – Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für Angehörige von Menschen mit Demenz
Ausgewählte Publikationen aus der Projektlinie SoCA
Nachfolgend gelistet sind ausgewählte Publikationen, die in Projektlinie SoCA entstanden sind.
Hochgraeber, I., Köhler, K., Stöcker, H., Holle, B. (2023). The dyadic relationship of family carers and people living with dementia – an umbrella review." Aging & Mental Health 27(10): 1965-1974. doi: 10.1080/13607863.2023.2215191
Köhler, K., Dreyer, J., Hochgraeber, I., Pinkert, C., von Kutzleben, M., Holle, B., & Roes, M. (2022). Dyadic relationship, carer role, and resources: a theory-driven thematic analysis of interviews with informal carers focusing on the stability of home-based care arrangements for people living with dementia. BMC Geriatr, 22(1), 908. doi: 10.1186/s12877-022-03618-y
Dreyer, J., Bergmann, J. M., Köhler, K., Hochgraeber, I., Pinkert, C., Roes, M., . . . Holle, B. (2022). Differences and commonalities of home-based care arrangements for persons living with dementia in Germany – a theory-driven development of types using multiple correspondence analysis and hierarchical cluster analysis. BMC Geriatrics, 22(1), 723. doi: 10.1186/s12877-022-03310-1
Köhler, K., Dreyer, J., Hochgraeber, I., von Kutzleben, M., Pinkert, C., Roes, M., & Holle, B. (2021). Towards a middle-range theory of ‘Stability of home-based care arrangements for people living with dementia’ (SoCA-Dem): findings from a meta-study on mixed research. BMJ Open, 11(4), e042515. doi: 10.1136/bmjopen-2020-042515
von Kutzleben, M., Köhler, K., Dreyer, J., Holle, B., & Roes, M. (2017). Stabilität von häuslichen Versorgungsarrangements für Menschen mit Demenz. Entwicklung und Konsentierung einer Definition von Stabilität durch Expertenfokusgruppen. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 50(3), 210-218. doi: 10.1007/s00391-015-0990-0
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