living@home - Multimodale, dyadische, App-gestützte Intervention
Projektübersicht
| Projektlaufzeit: | 2025 - 2028 |
| Projektfinanzierung: | G-BA Innovationsfonds (01NVF24315) |
| Projektleitung: | Dr. Bernhard Michalowsky (DZNE Greifswald) Dr. Bernhard Holle (DZNE Witten) Prof. Dr. Stefan Teipel (DZNE Rostock) |
| Projekt-Team Witten: | Sara Neumann Dr. Kerstin Köhler |
Hintergrund
Ein großer Teil der Menschen mit Demenz wird zu Hause von Angehörigen gepflegt. Da viele Betroffene möglichst lange im eigenen Zuhause leben möchten, übernehmen Angehörige eine zentrale Rolle bei der Begleitung der Person mit Demenz und koordinieren oft komplexe Versorgungsarrangements. Der Verbleib in der Häuslichkeit ist auch ein relevantes politisches Ziel im Sinne einer (nachhaltigen) Sicherung des belasteten Sozial- und Gesundheitssystems. Damit das Leben zu Hause langfristig möglich ist, müssen die beteiligten Akteure gemeinsam ein Versorgungsarrangement gestalten, das den Bedürfnissen der betroffenen Familien entspricht – ein zentrales Anliegen der Projektlinie „Stability of Care Arrangements“ (SoCA), in der das komplexe Phänomen der Stabilität theoretisch gefasst und empirisch untersucht wurde.
Im Projekt living@home wurde eine Intervention entwickelt, die durch speziell qualifizierte Pflegefachkräfte umgesetzt wird. Diese Angehörigenpflege-Expertinnen (APE) begleiten die Dyaden, ermitteln Unterstützungsbedarfe und koordinieren geeignete Maßnahmen. Ergänzend erleichtert eine App die Kommunikation zwischen den Familien und ihrer APE, vermittelt Wissen und unterstützt das Monitoring der Situation in der Häuslichkeit.
Das Forschungsteam am DZNE-Standort Witten war an der Interventionsentwicklung beteiligt und begleitet aktuell deren praktische Umsetzung in den Studienzentren. Dabei bringt das Team Expertise aus der Projektlinie SoCA in das Projektkonsortium ein.
Ziele des Projekts
Ziel von living@home ist die Implementierung und Evaluation einer dyadischen, multimodalen und app-gestützten Intervention für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Angestrebt werden eine Stabilisierung der häuslichen Versorgung, die Entlastung pflegender Angehöriger und die Verringerung neuropsychiatrischer Auffälligkeiten der Person mit Demenz.
Vorgehensweise
Die Intervention wurde in der Vorbereitungsphase konzipiert und durch ein Curriculum sowie eine dreimonatige Qualifizierungsphase für Angehörigenpflege-Expertinnen (APE) ergänzt. Nach Studieneinschluss (ab Januar 2026) werden die teilnehmenden Dyaden randomisiert einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt. Die Interventionsgruppe erhält über zwölf Monate eine Begleitung durch die living@home-Intervention, während die Kontrollgruppe Leistungen der Regelversorgung nutzt. Nach zwölf Monaten erfolgt ein abschließendes Assessment in beiden Gruppen.
Erwartete Ergebnisse
Erwartet werden eine verbesserte Stabilität der häuslichen Versorgung, eine geringere Belastung pflegender Angehöriger sowie reduzierte neuropsychiatrische Symptome bei Menschen mit Demenz. Zudem soll die gezielte Koordination von Unterstützungsangeboten dazu beitragen, Krisen in der Versorgung zu vermeiden.
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