living@home
Multimodale, dyadische, App-gestützte Intervention für pflegende Angehörige & Menschen mit Demenz – Prävention von Belastungssymptomatiken & Stabilisierung der häuslichen Versorgungssituation
Projektübersicht
| Projektzeitraum | 01.07.2025-31.12.2028 |
| Projektfinanzierung | Gemeinsamer Bundesausschuss - Innovationsfonds |
| Projektleitung | PD Dr. Bernhard Michalowsky, Dr. Bernhard Holle, Prof. Dr. Stefan Teipel |
Hintergrund
Das aktuelle Gutachten des Sachverständigenrats Gesundheit und Pflege betont die entscheidende Rolle pflegender Angehöriger angesichts der Personalengpässe im Gesundheitswesen und des erwarteten Anstiegs pflegebedürftiger Menschen und fordert eine verbesserte Organisation und Vernetzung von Unterstützungsangeboten. Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz (MmD) leisten mit durchschnittlich 36h/Woche eine sehr zeitintensive Betreuungwas mit physischen und psychischen Belastungen (Anpassungs-, Belastungs-, Angststörungen, Depressionen) assoziiert ist und eine stabile weitere Versorgung des MmD durch den pflegenden Angehörigen gefährdet. Eine Stabilisierung der häuslichen Lebenssituation, welche aus Sicht der Betroffenen und des Gesundheitssystems erwünscht ist, erfordert daher einen frühzeitigen, bedarfsgerechten Zugang zu Unterstützungsangeboten. Bisherige Interventionen waren selten dyadisch angelegt (Fokus auf MmD & Angehörigen). Begleitende digitale Applikationen könnten in diesem Kontext helfen, sind aber bisher wenig erprobt.
Ziel des Projektes
Im Projekt living@home erfolgt die Implementierung und Evaluation einer dyadischen (d.h. für Angehörige und MmD), multimodalen (aus einer Vielzahl an Interventionskomponenten bestehenden), App-gestützten Intervention zur Prävention von Angehörigenbelastungen und Stabilisierung der häuslichen Versorgungssituation. Die Intervention wird initiiert, koordiniert und umgesetzt von einer speziell-qualifizierten Pflegefachperson („Angehörigenpflege-Expert/in“) einer Memory-Klinik in Kooperation mit einer Vielzahl von wohnortnahen Versorgungsakteur/innen. Dabei werden Versorgungsbedarfe von Angehörigen und MmD fortlaufend per App identifiziert und adressiert sowie Maßnahmen zur Prävention psychischer Belastungssymptome der Angehörigen und Stabilisierung der häuslichen Versorgungssituation initiiert.
Ablauf des Projektes
In fünf teilnehmenden Memory-Kliniken werden von Januar 2026 bis Juni 2027 MmD und ihre Angehörigen rekrutiert und für einen Zeitraum von zwölf Monaten von einer/em geschulten Angehörigenpflege-Expert/in (APE) begleitet. Zusätzlich erhalten die Angehörigen eine speziell konzipierte App, über die sowohl die Kontaktaufnahme mit dem/der APE, Information über lokale und regionale Hilfsangebote sowie die wissenschaftliche Datenerhebung koordiniert werden. Nach einer initialen Identifikation von Unterstützungsbedarfen sowohl bei den MmD als auch ihren Angehörigen, steht der/die PE regelmäßig in Kontakt mit den Probanden, um Hilfs- und Unterstützungsangebote zu geben sowie in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren des Gesundheitswesens zu koordinieren. Die Häufigkeit der Kontakte hängt vom Belastungserleben des Angehörigen sowie der Stabilität der häuslichen Versorgungssituation ab, welche fortlaufend per App abgefragt wird. Nach zwölfmonatiger Begleitung findet eine Abschlussbefragung der Teilnehmenden statt. In der anschließenden Evaluationsphase soll das Projekt ausgewertet und analysiert werden, um die Umsetzbarkeit und Effektivität der Intervention zu bewerten und die Übertragbarkeit für eine deutschlandweite Etablierung in der Routineversorgung zu überprüfen.
Beteiligte Einrichtungen
Konsortialführung
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)
PD Dr. Dr. Bernhard Michalowsky
Ellernholzstraße 1-2
17489 Greifswald
bernhard.michalowsky(at)dzne.de
Dr. Bernhard Holle
Stockumer Str. 12
58453 Witten
bernhard.holle(at)dzne.de
Prof. Dr. Stefan Teipel
Gehlsheimer Straße 20
18147 Rostock
stefan.teipel(at)dzne.de
Konsortialpartner
o Institut für Community Medicine, Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health (Universitätsmedizin Greifswald)
o Agaplesion Elisabethenstift GmbH Darmstadt
o Universitätsmedizin Köln
o Universitätsmedizin Göttingen
o Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik Reutlingen
o Universitätsmedizin Rostock
o Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
o Karlsruher Institut für Technologies (KIT)
o Universität Konstanz
o AOK Niedersachsen
o IKK Gesund Plus
Kooperationspartner
o Universität Leipzig (Inst. für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin & Public Health)
o Deutsche Alzheimer Gesellschaft
o Patients4Digital
o WBS-Training AG
o FAU Erlangen-Nürnberg (Interdisziplinäres Zentrum für Health Technology Assessment & Public Health)
o Universität Potsdam (Inst. für Sozial- & Präventivmedizin)
o Universitätsmedizin Mainz (Zentrale Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter)
o Universitätsmedizin Greifswald (Inst. für Pflegewissenschaft und Interprofessionelles Lernen) o FZI Forschungszentrum Informatik