Implementierungs- und Disseminationsforschung &
Methoden in der Versorgungsforschung (METH)
Prof. Dr. Martina Roes
Gruppenleiterin und Standortsprecherin
Stockumer Str. 12
58453 Witten

martina.roes@dzne.de
 +49 2302 926-147

Forschungsschwerpunkte

  • Implementierungs- und Disseminationsforschung

    Implementierungs- und Disseminationsforschung

    „Wie lassen sich Innovationen und Interventionen nachhaltig in die Versorgungspraxis integrieren?“

    Aus der Perspektive der Implementierungs- und Disseminationsforschung kann festgestellt werden, dass a) nur ein geringer Teil der Interventionen für Menschen mit Demenz in einen Versorgungskontext, beispielsweise in Form von Expertenstandards oder Leitlinien, übersetzt wird, b) die Implementierung der Interventionen nicht systematisch erfolgt und c) die systematische, strukturierte und nachhaltige Implementierung und Dissemination sowie die kontinuierliche Evaluation von Implementierungs- und Disseminationseffekten meist ausbleibt. Vor diesem Hintergrund kann die Implementierungs- und Disseminationsforschung als integrativer Bestandteil der Versorgungsforschung betrachtet werden.

    Einrichtungen des Gesundheitswesens stehen vor der Herausforderung, evidence-informed practice zu realisieren, und dies setzt eine Auseinandersetzung mit bereits bestehenden Handlungsroutinen voraus. Die Initiierung von Veränderungsprozessen bezieht sich sowohl auf das Individuum als auch auf die Organisation sowie auf sozialpolitische Rahmenbedingungen. Daraus ergibt sich eine Vielzahl heterogener Faktoren, die die Vorhersagbarkeit und Steuerbarkeit dieser Prozesse beeinflussen. Der für die Überführung von Innovationen und Interventionen in die alltäglichen Handlungsroutinen erforderliche Implementierungs- und Disseminationsprozess zieht sich somit oftmals über mehrere Jahre hin.

    Wirksame Strategien sind unerlässlich, um Implementierungs- und Disseminationsprozesse im Sinne einer nachhaltigen Einflussnahme auf die Versorgungsqualität effektiver gestalten zu können. Zur Entwicklung dieser Strategien werden theoretische Modelle zu Implementierungs- und Disseminationsprozessen benötigt. Hierbei wird sowohl die Wirksamkeit der Implementierung/Dissemination (Umsetzungserfolg) als auch das Interventionsoutcome erforscht. Während international bereits ein Fundus relevanten Wissens zur Verfügung steht, ist die Implementierungs- und Disseminationsforschung in Deutschland noch ein sehr junger Wissenschaftszweig. Die Arbeitsgruppe Implementierungs- und Disseminationsforschung (ImDi) beschäftigt sich deshalb nicht nur mit der Generierung eigener Konzepte, sondern auch mit der Übertragbarkeit dieses Wissens auf das deutsche Gesundheitssystem.

    Die Arbeitsgruppe ImDi befasst sich mit den folgenden Fragestellungen:

    • Welche Modelle sind geeignet, um wirksame Strategien für Implementierungs- und Disseminationsprozesse im Sinne einer nachhaltigen Einflussnahme auf die Versorgungsqualität von Menschen mit Demenz effektiver gestalten zu können?
    • Wie können Fragestellungen der Versorgungspraxis in Fragestellungen der Implementierungs- und Disseminationsforschung transformiert sowie Lösungsansätze erprobt und evaluiert werden?
    • Welchen Beitrag kann die Implementierungs- und Disseminationsforschung leisten, um evidence-informed practice  im Versorgungsalltag zu etablieren?
  • Methoden in der Versorgungsforschung (METH)

    Methoden in der Versorgungsforschung 

    Die Arbeitsgruppe Methoden in der Versorgungsforschung verfolgt eine doppelte Strategie: Sie zielt auf (a) den Aufbau und die Weiterentwicklung methodologischer und statistischer Expertise sowie (b) auf die Beratung und Unterstützung der Forschungsprojekte in den Forschungslinien des DZNE Witten. Die Expertise der Gruppenmitglieder umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Ansätze.  Die AG befasst sich mit den folgenden Themenstellungen:

    Methodologien klären über die Bedingung der Möglichkeit wissenschaftlicher Erkenntnis und ihre theoretischen Grundannahmen bzw. Voraussetzungen auf. Sie beschäftigen sich mit der Vermittlung zwischen Theorie und Methode. Dadurch bestimmen sie nicht nur die Auswahl der konkreten Methoden der Datenerhebung und Datenanalyse mit, sondern ebenso die konzeptionelle Gestaltung der empirischen Studien.

    Die Person in ihrer Lebenssituation und ihrem Umfeld steht im Zentrum der Versorgungsforschung für Menschen mit Demenz und anderen neurogenerativen Erkrankungen. Entsprechend versteht es die AG als ihre Aufgabe, dem Forschungsgegenstand und der Zielgruppe angemessene Erhebungsmethoden auszuwählen, anzupassen und neu zu entwickeln.

    Angesichts der Charakteristik dieses Forschungsfeldes liegt eine zentrale Herausforderung darin, die am besten passende Art der Analyse und Interpretation zu wählen. Um Ergebnisse von höchster Qualität zu produzieren, ist es erforderlich, Fragen der Auswertung schon zu Beginn jedes Forschungsprozesses einzubeziehen.

    Das Datenmanagement unterstützt alle Forschungsvorhaben am Standort, indem es die Organisation ihrer Daten während des gesamten Forschungsprozesses von der Planung bis zur Publikation übernimmt. Die Hauptaufgabe des Datenmanagements ist die Erfassung, Aufbereitung und Archivierung der Daten. Darüber hinaus werden die Forschungsteams hinsichtlich des Umgangs mit den Daten innerhalb der Projekte beraten.

Schlüsselpublikationen

Behrens LL, McGhan G, Abbott KM, Fick D, …, Roes M, VanHaitsma K. A Concept Mapping Study of Person-Centered Care for Older Adults Receiving Long-Term Services and Supports. The Gerontologist. 2017 Jan 01; (under review)
Droes RM, Chattat R, Diaz A, Graff D, Murphy K, Verbeek H, Vernoij-Dassen M, Clare L, Johannessen A, Roes M, Verhey F, Charras K, Interdem Social Health Taskforce. Social health and dementia: a European consensus on the operationalization of the concept and directions for research and practice. Aging Ment Health. 2017 Jan 01; 21:4-17. doi: 10.1080/13607863.2016.1254596
Steffen Heinrich, Franziska Laporte Uribe, Markus Wübbeler, Wolfgang Hoffmann, Martina Roes. Knowledge evaluation in dementia care networks: A mixed-methods analysis of knowledge evaluation strategies and the success of informing family caregivers about dementia support services. International Journal of Mental Health Systems. 2016 Oct 11; 10 doi: 10.1186/s13033-016-0100-8
Holle D, Graf R, Rosier U, Reuther S, Roes M, Halek M. Fidelity of dementia specific case conferences in nursing homes - Results of a process evaluation conducted parallel to a stepped -wedged cluster randomized controlled trial. BMC Nursing. 2016 Jan 01; 15:67.
Daniela Holle, Martina Roes, Ines Buscher, Sven Reuther, René Müller, Margareta Halek. Process evaluation of the implementation of dementia-specific case conferences in nursing homes (FallDem): study protocol for a randomized controlled trial. Trials. 2013 Dec 31; 15:485. doi: 10.1186/1745-6215-15-485

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(9 Cent/Min. dt. Festnetz, mobil evtl. teurer)