Hirnliga-Forschungspreis 2025 für Patrick Öckl

Auszeichnung für Forschung, die frühe Veränderungen bei Alzheimer im Blut sichtbar macht

Ulm, 28. Januar 2026. Die Hirnliga e.V. verleiht den Hirnliga Forschungspreis 2025 an Privatdozent Dr. Patrick Öckl, Forschungsgruppenleiter am DZNE-Standort Ulm und an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Ulm. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die neue Erkenntnisse zur klinischen Erforschung neurokognitiver Störungen liefern, insbesondere zur Alzheimer-Krankheit.

Ausgezeichnet wurde Öckl für seine Arbeiten zur Rolle des Eiweißstoffes Beta-Synuklein als möglichem Blut-Biomarker bei sporadischen und genetischen Alzheimer-Erkrankungen. Seine Forschung beruht auf Daten der Neurologischen Biobank in Ulm sowie des internationalen DIAN-Forschungsverbundes (Dominantly Inherited Alzheimer Network). Im Fokus von DIAN stehen Patientinnen und Patienten mit vererbter Alzheimer-Krankheit und deren Angehörige. DZNE-Forscher Öckl konnte zunächst bei sporadischen Alzheimer-Patienten und dann anhand von Daten aus DIAN zeigen, dass der Beta-Synuklein-Spiegel im Blut bereits früh im Krankheitsverlauf ansteigt. Beta-Synuklein ist ein Protein, das vor allem an Synapsen, also den Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, vorkommt. Veränderungen seiner Konzentration im Blut deuten darauf hin, dass Schädigungen der Synapsen schon in sehr frühen Krankheitsphasen beginnen – noch bevor erste Demenz-Symptome wie Gedächtnisprobleme oder andere klinische Anzeichen deutlich werden. 

Diese Ergebnisse sind aus mehreren Gründen relevant: Zum einen liefern sie neue Einblicke in die biologischen Mechanismen, die der Alzheimer-Erkrankung zugrunde liegen. Zum anderen unterstreichen sie das Potenzial des Blutmarkers, einen Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung zukünftig frühzeitig und minimal-invasiv abklären sowie den Status einer Alzheimer-Demenz festzustellen zu können. Zudem könnte dieser Marker hilfreich sein, um die Wirkung künftiger Therapien, die den Abbau von Synapsen und somit den Krankheitsprozess verlangsamen, zuverlässig zu überprüfen. „Vermutlich werden wir künftig ein ganzes Spektrum an Biomarkern zur Verfügung haben, um den Status einer Alzheimer-Erkrankung einzuschätzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Beta-Synuclein in diesem Repertoire eine Rolle spielen wird“, so Öckl. 

 

Weitere Informationen zur ausgezeichneten Forschung hier

Zur Pressemitteilung des Universitätsklinikums Ulm