Demenzspezifische Versorgung in der stationären Altenhilfe (DeLonCa)
Projektübersicht
| Projektlaufzeit: | seit 2026 |
| Projektfinanzierung: | DZNE Witten |
| Projektleitung: | Dr. Bernhard Holle |
| Projekt-Team |
Hintergrund
Die stationäre Altenhilfe steht vor großen und zunehmend komplexen Herausforderungen. Der demografische Wandel führt zu einer wachsenden Zahl älterer Menschen mit Pflegebedarf, während der Fachkräftemangel die personellen Ressourcen in den Einrichtungen weiter einschränkt. Zugleich steigt die Pflegebedürftigkeit von Bewohner:innen, wodurch Anforderungen an pflegerische Kompetenzen und Versorgungsstrukturen zunehmen. Auch die Reformierung der Pflegeversicherung verändert die Rahmenbedingungen der Versorgung grundlegend.
Parallel dazu gewinnen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz an Bedeutung für Organisation und Qualität pflegerischer Arbeit. Digitale Anwendungen eröffnen neue Unterstützungsmöglichkeiten, bringen jedoch auch organisatorische und ethische Fragen mit sich.
Ziele der Projektlinie
Die Projektlinie DeLonCa verfolgt das übergeordnete Ziel, die strukturellen Rahmenbedingungen für eine person-zentrierte Versorgung von Menschen mit Demenz in stationären Altenhilfeeinrichtungen systematisch zu analysieren und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie organisationale, fachliche und regulatorische Voraussetzungen gestaltet sein müssen, um eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Versorgung nachhaltig zu sichern.
Derzeit bilden drei Themenbereiche die zentralen Schwerpunkte der Projektlinie: Erstens die Entwicklung von Kompetenzprofilen professionell Pflegender in der Versorgung von Menschen mit Demenz in der stationären Altenhilfe (PeVa-Dem). Zweitens die Untersuchung und Weiterentwicklung der demenzsensiblen Umgebungsgestaltung von Pflegeeinrichtungen (DANTE). Drittens die Analyse von Regularien der person-zentrierten Versorgung in diesem Setting (DemPol-Q).
Vorgehen
Zur Erreichung dieser Ziele werden unterschiedliche methodische Zugänge eingesetzt, die sowohl qualitative als auch quantitative Verfahren umfassen. Die Studien sind dabei konsequent so angelegt, dass zentrale Akteur:innen der Versorgung nicht nur in die Datenerhebung, sondern auch in die übergreifende Entwicklung von Versorgungslösungen eingebunden werden. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass wissenschaftliche Erkenntnisse eng an die Praxis rückgekoppelt und bedarfsorientiert weiterentwickelt werden.
Insbesondere wird angestrebt, Bewohner:innen mit Demenz in einem für sie angemessenen Rahmen in die Forschungsprozesse einzubeziehen um die Ergebnisse personenzentriert ausgestalten zu können.
Um nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen und die Übertragbarkeit der Ergebnisse in unterschiedliche Versorgungskontexte zu unterstützen, nehmen Methoden der Prozessevaluation eine wichtige Rolle in der methodischen Ausrichtung von DeLonCa ein. Sie dienen dazu, Implementationsprozesse systematisch zu begleiten, förderliche und hemmende Faktoren zu identifizieren und die langfristige Wirkung entwickelter Versorgungslösungen zu sichern.
Erwartete Ergebnisse
Die Forschungsarbeiten sind auf zentrale Ergebnisse der stationären Versorgung ausgerichtet. Im Fokus stehen dabei sowohl mitarbeiterbezogene als auch bewohner:innenbezogene Aspekte.
Publikationen
Schmüdderich, K., Fahsold, A., Dörner, J., Roes, M., Palm, R., & Holle, B. (2025). Provision of dementia-specific care in nursing homes in North Rhine-Westphalia (Germany) - analysis of person-centered practices and related problems within a holistic multiple case study. BMC Nurs, 24(1), 116. https://doi.org/10.1186/s12912-025-02726-5
Hoffmann-Hoffrichter, A., Rommerskirch-Manietta, M., Holle, B., Palm, R., & Roes, M. (2025). Person-Zentrierung in der stationären Altenhilfe. Eine qualitative Dokumentenanalyse von Leitbildern. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 58, 674–680. https://doi.org/10.1007/s00391-025-02443-3
Fahsold, A., Schmüdderich, K., Roes, M., Verbeek, H., Palm, R., & Holle, B. (2024). The Perspective of Residents Living with Dementia toward their Built Environment: A Walking Interview Study in German Nursing Homes. Innovation in Aging, igae058. https://doi.org/10.1093/geroni/igae058
Schmüdderich, K., Dörner, J., Fahsold, A., Palm, R., Roes, M., & Holle, B. (2024). Current situation, strengths and problems in intra- and interprofessional collaboration in German nursing homes - A holistic multiple case study. BMC Geriatr, 24(1), 610. https://doi.org/10.1186/s12877-024-05182-z
Hoffmann-Hoffrichter, A. L., Rommerskirch-Manietta, M., Bergmann, J. M., Roes, M., B., H., & Palm, R. (2024). Describing the status quo of person-centred dementia care in different types of care units in German nursing homes: A convergent mixed methods study. International Journal of Nursing Studies Advances, 7. doi.org/DOI: 10.1016/j.ijnsa.2024.100233
Fahsold, A., Brennan, S., Doan, T., Sun, J., Palm, R., Verbeek, H., & Holle, B. (2022). Adapting the Australian Environmental Assessment Tool—High Care (EAT-HC): Experiences and Practical Implications From Germany, Japan, and Singapore. HERD: Health Environments Research & Design Journal, 0(0), 19375867221122936. https://doi.org/10.1177/19375867221122936
Palm, R., Fahsold, A., Roes, M., & Holle, B. (2021). Context, mechanisms and outcomes of dementia special care units: An initial programme theory based on realist methodology. PLoS One, 16(11), e0259496. doi.org/10.1371/journal.pone.0259496
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