DANTE - Entwicklung und Erprobung eines person-zentrierten Instruments für demenzsensible Umgebungen in Pflegeeinrichtungen
Projektübersicht
| Projektlaufzeit: | 01.01.2026 -31.12.2026 |
| Projektfinanzierung: | DZNE Witten |
| Projektleitung: | Anne Fahsold, PhD |
| Projekt-Mitarbeiter:innen: | Pia Zapke (Std.H.) |
Hintergrund
Mit dem Fortschreiten der Demenz und zunehmender Komplexität der Pflegesituation ziehen viele Menschen aus dem häuslichen Umfeld in stationäre Langzeitpflegeeinrichtungen um. Diese bleiben – trotz innovativer Wohnformen – ein zentraler Bestandteil des deutschen Langzeitpflegesystems. Mit dem Umzug ist jedoch auch der Wechsel des vertrauten Wohnumfeldes verbunden, weshalb eine demenzsensible Gestaltung in diesem von besonderer Relevanz ist.
Eine demenzsensible Gestaltung der gebauten Umgebung kann Orientierung erleichtern, soziale Interaktion unterstützen sowie Autonomie und Lebensqualität fördern – auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien. Sie umfasst sowohl architektonische und räumliche Konzepte als auch gezielt eingesetzte Elemente der Innenausstattung und ist Bestandteil einer person-zentrierte demenzspezifische Versorgung in Pflegeeinrichtungen. Internationale Gestaltungsprinzipien und bestehende Assessmentinstrumente bieten konzeptionelle Grundlagen zur Erfassung und Bewertung entsprechender Gestaltungselemente. Bislang fehlt jedoch eine systematische, an der Perspektive der Bewohner:innen orientierte Erfassungsmöglichkeit, um den Umsetzungsgrad demenzsensibler Gestaltungselemente in deutschen Einrichtungen abzubilden. Zwar wurde am DZNE mit dem German Environmental Audit Tool (G-EAT) ein Praxisinstrument entwickelt, das eine erste Einschätzung ermöglicht, die Perspektive von Bewohner:innen mit Demenz jedoch nicht systematisch einbeziehen kann.
Um demenzsensible Gestaltungselemente differenziert zu erfassen, ihre Ausprägung zu bewerten und ihre Relevanz für eine person-zentrierte Versorgung abzuleiten, bedarf es daher der Verknüpfung systematischer Instrumentenanteile mit Methoden zur Einbindung von Bewohner:innen in die praktische Anwendung eines solchen Instruments.
Ziel des Projektes
Ziel ist die Entwicklung eines Assessmentinstruments zur Erfassung der Demenzsensibilität baulicher Gestaltungselemente in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen. Die Definition des Wohnumfelds orientiert sich dabei konsequent an der Perspektive der dort lebenden Menschen mit Demenz und ihrem Erleben im Alltag. Auf dieser Grundlage wird ein Bewertungsrahmen erarbeitet, der Wahrnehmungen, Bedürfnisse und Raumnutzung – auch bei fortgeschrittener Demenz – systematisch berücksichtigt.
Vorgehen
Den Ausgangspunkt bildet eine systematische Literaturrecherche zur Sichtung der aktuellsten Evidenz, ergänzt durch die Anpassung zentraler Gestaltungsprinzipien an den deutschen Kontext sowie die Ausarbeitung geeigneter qualitativer Methoden, um umgebungsbezogene Aspekte aus der Perspektive von Menschen mit Demenz zu erfassen.
Auf dieser Basis wird ein Fragenset entwickelt und von Demenzexpert:innen hinsichtlich Relevanz und Verständlichkeit bewertet. Parallel dazu werden Workshops mit Bewohner:innen durchgeführt, um das Wohnumfeld aus ihrer Sicht zu definieren und relevante Räume sowie Aktivitäten zu identifizieren.
Das Instrument wird anschließend in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen erprobt. Mitarbeitende unterschiedlicher Berufsgruppen wenden es unabhängig voneinander an und beziehen Bewohner:innen in die Definition des Wohnumfeldes mit ein. Die erhobenen Daten dienen der Prüfung von Reliabilität, Validität und Machbarkeit.
Erwartete Ergebnisse
Ziel ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten und praxistauglichen Instruments zur Bewertung demenzsensibler Umgebungsgestaltung, das die Perspektive der Bewohner:innen systematisch berücksichtigt. Es soll gemeinsam mit begleitenden Informationsmaterialien zur Umgebungsgestaltung in digitaler Form bereitgestellt werden und sich sowohl an stationäre Langzeitpflegeeinrichtungen zur Unterstützung von Veränderungsprozessen im Rahmen des internen Qualitätsmanagements als auch an Forschende zur Nutzung in wissenschaftlichen Studien richten.
Hier geht es zum digitalen Praxisinstrument „German Environmental Audit Tool“. Weiterführende Informationen und Materialien für die Umsetzung demenzsensibler Gestaltung finden Sie auch im Nutzerbereich der TanDem-Plattform das DZNE!
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