PeVA – Dem

Entwicklung eines demenzspezifischen Pflegegeleiteten Versorgungsmodells für die stationäre Altenpflege in Deutschland

 

Projektübersicht

Projektlaufzeit: 2020-2024
Projektförderung: DZNE Witten
Projektleitung: Dr. Bernhard Holle
Projektkoordination und -mitarbeit:

Kathrin Schmüdderich

Hintergrund

Aufgrund der zunehmenden Multimorbidität und der steigenden Anzahl von Menschen mit Demenz erhöht sich die Komplexität der pflegerischen und medizinischen Versorgung in der stationären Altenpflege. Um eine umfassende und zielorientierte Versorgung der Bewohner*innen zu erreichen, bedarf es einer strukturierten Koordination der intra- und interprofessionellen Zusammenarbeit und einer umfangreichen Wissensbasis zum Umgang mit Menschen mit Demenz bei allen beteiligten Akteuren. Im Rahmen des Maßnahmenpaketes der Konzertierten Aktion Pflege wurde empfohlen, innovative Versorgungsmodelle zu entwickeln, in denen hochqualifizierte Pflegende entsprechend ihren Kompetenzen mit neuen Tätigkeitsbereichen und Rollen wirksam und bedarfsgerecht eingesetzt werden und die interprofessionelle Zusammenarbeit und Koordination gefördert wird. Internationale Professionalisierungsmodelle wie Advanced Practice Nursing (APN) dienen hierbei als Orientierung.

Ziel des Projekts

Primäres Ziel des Projektes PeVA-Dem ist die Entwicklung eines demenzspezifischen, pflegegeleiteten Versorgungsmodells für die stationäre Altenpflege in Deutschland zur Verbesserung der intra- und interprofessionellen Betreuung von multimorbiden Bewohner*innen in komplexen Versorgungssituationen. Im Rahmen der Entwicklung des pflegegeleiteten Versorgungsmodells werden darüber hinaus mögliche Qualifizierungsansätze (APN) hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit im deutschen Versorgungssystem untersucht.

Vorgehensweise

Im ersten Schritt der Modellentwicklung werden vorliegende pflegegeleitete Versorgungsmodelle mittels eines Scoping Reviews (national und international) identifiziert. Im zweiten Schritt dienen Case Studies dazu, die aktuellen Pflegesituation in Pflegeheimen zu beschreiben und assoziierte Versorgungsprobleme und Veränderungsziele zu ermitteln. Die Case Studies umfassen Kontextfragebögen, Interviews mit Bewohner*innen mit Demenz und ihren Angehörigen sowie Interviews mit Mitarbeiter*innen, die an der Pflege dieser Bewohner*innen mit Demenz mitwirken. Daran anschließend werden im Rahmen einer Gruppen-Delphi Befragung mit Stakeholdern auf Einrichtungs- und Trägerebene die ermittelten Versorgungsprobleme und Ziele der Veränderung priorisiert. Aus der Evidenz wird ein Prototyp des demenzspezifischen, pflegegeleiteten Versorgungsmodells entwickelt. Dieser Prototyp wird in einem abschließenden Schritt in Fokusgruppen Interviews mit Stakeholdern auf Einrichtungs- und Trägerebene hinsichtlich seiner Passgenauigkeit und Umsetzbarkeit beurteilt und entsprechend überarbeitet.

Ergebnisse

Das demenzspezifische, pflegegeleitete Versorgungsmodell „DemenzKompetenz“-Modell Langzeitpflege (DemKo-Modell) liegt vor und wird voraussichtlich im Frühjahr 2026 veröffentlicht. In einer anschließenden Studie soll das Modell erstmalig implementiert und im Hinblick auf Akzeptanz und Umsetzbarkeit sowie auf Verbesserungen in der Koordination und der Versorgungsqualität bewertet werden.

 

Kontakt

Dr. Bernhard Holle
Gruppenleiter
Stockumer Str. 12
58453 
Witten
bernhard.holle(at)dzne.de
+49 2302 926-241