Demenzbilder
Projektübersicht
| Projektlaufzeit | 01.05.2023 – 30.04.2025 |
| Projektfinanzierung | drittmittelgefördert, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. |
| Projektpartner | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) |
Hintergrund
Die gerontologische Forschung hat in den letzten Jahren auf den Einfluss von individuellen Vorstellungen und Einstellungen zum Altern (Altersbilder) und chronischen Krankheiten (Health Belief Models/Krankheitsverständnis) auf den Umgang mit Krankheiten hingewiesen. Demenzen sind in diesem Bereich kaum untersucht worden – es existiert kaum Forschung über „Demenzbilder“ (Arbeitsbegriff für dieses Projekt) aus der Perspektive der Angehörigen von Menschen mit Demenz. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese einen wichtigen Einfluss auf die körperliche und mentale Gesundheit des Angehörigen und den Umgang mit der Situation als (pflegender) Angehöriger und nicht zuletzt der Inanspruchnahme von Angeboten hat.
Ziel des Projektes
Mit Hilfe eines (a) scoping reviews, von (b) halb-strukturierten Interviews und (c) online Befragungen von Angehörigen ist das Ziel des Projekts eine orientierende Analyse zum Forschungsstand. Mit Hilfe einer ersten Entwicklung von stereotypischen „Demenzbildern“ von AMmD, der ersten Beschreibung des Zusammenhangs von „Demenzbildern“ von AMmD mit Faktoren der Krankheit, der Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten und der gesundheitlichen Belastung sollen die Ergebnisse dazu beitragen, dass die Bedarfe von AMmD auch aus der Sicht des individuellen Krankheitsverständnisses, mit all seinen Implikationen, beschreibbar und somit in den Versorgungskontext überführt werden können.
Ablauf des Projektes
Im Rahmen des Projekts werden 3 Arbeitspakete mit verschiedenen methodischen Designs durchgeführt:
1. Für die Darstellung des aktuellen Forschungsstands wird ein Scoping Review durchgeführt. Hierbei werden relevante Datenbanken nach Publikationen durchsucht, die Erkenntnisse zu dem Thema beitragen. Es wird eine Suchstrategie definiert, die u.a. Forschung zu Altersbildern, Gesundheitsmodellen, Copingstrategien, Einstellungen auf AMmD bezogen identifiziert. Analog der PRISMA-Leitlinien werden die relevanten Ergebnisse ausgewählt und zusammengefasst.
2. Basierend auf den Ergebnissen der Übersichtsarbeit werden halb-strukturierte Interviews mit AMmD geführt, die dazu beitragen sollen die Ergebnisse zu validieren/ bestätigen, Erkenntnisse bzgl. Demenzbildern über die Übersichtsarbeit hinaus zu identifizieren um daraus ein erstes Modell entwickeln zu können. Dieses Modell wird wiederum in einem Expertengremium bestehend aus einer interdisziplinären Forschergruppe, AMmD und Experten aus der Beratung von AMmD diskutiert und finalisiert.
3. In einer sich daran anschließenden Online-Erhebung werden AMmD befragt, inwieweit die einzelnen Teile des Modells für ihre persönliche Situation zutreffen. Hierdurch soll das Modell validiert werden. Weiter Fragen zur Versorgungssituation sollen dazu dienen das Modell in Bezug zu setzen zum Versorgungsgeschehen.
Kontakt
Prof. Dr. Jochen René Thyrian, Dipl.-Psych.
Gruppenleiter
rene.thyrian(at)dzne.de
+49 3834 86-7592