Über 800.000 Euro für Forschungsvorhaben
„Alzheimer Forschung Initiative“ fördert Projekte des DZNE
Düsseldorf/Bonn, 3. Februar 2026. Vier wissenschaftliche Projekte des DZNE werden von der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative (AFI) mit insgesamt rund 840.000 Euro unterstützt. Die geförderten Forschungsvorhaben befassen sich mit Mechanismen der Alzheimer-Erkrankung, Gedächtnistests auf dem Smartphone und Veränderungen in der weißen Hirnsubstanz. Die Auswahl erfolgte im internationalen Peer-Review-Verfahren.
Die geförderten Projekte sind:
Mikroglia zurück auf Kurs: Entzündungen bremsen, Alzheimer stoppen
Eine Alzheimer-Erkrankung geht mit chronischen Entzündungsprozessen im Gehirn einher. Diese sogenannte Neuroinflammation wird maßgeblich von den Mikroglia – den Immunzellen des Gehirns – vorangetrieben, weil diese gewissermaßen überreagieren. Dr. Róisín McManus (Bonn) möchte neuartige Wirkstoffe entwickeln und diese an Mäusen und Zellkulturen testen, um die schädliche Entzündungsvorgänge zu unterbinden – und die normale, schützende Funktion der Mikroglia wiederherzustellen.
Den Hirnstamm mit Energie versorgen und Alzheimer verzögern?
Der „Locus Coeruleus“ zählt zu jenen Hirnregionen, die am frühesten von einer Alzheimer-Erkrankung betroffen sind. Dr. Lars Paeger (München) möchte erforschen, warum diese Region des Hirnstamms für Alzheimer besonders anfällig ist, welche Rolle dabei Störungen in der zellulären Energieversorgung spielen und wie sich Schäden am „Locus Coeruleus“ verhindern lassen. Davon erhofft er sich neue Ansätze für die Therapie.
Smartphone-Tests zur Vorhersage des Alzheimer-Risikos
Dr. David Berron (Magdeburg) wird erforschen, inwiefern digitale Gedächtnistests auf dem Smartphone helfen können, sehr frühe Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit zu erkennen – also zu einem Zeitpunkt, an dem erkrankte Menschen selbst noch keine deutlichen Symptome bemerken. Solche digitalen Verfahren könnten dazu beitragen, eine Alzheimer-Erkrankung frühzeitig zu erkennen und deren Verlauf genauer zu erfassen, als es mit heutigen Verfahren möglich ist.
Moderne Bildgebung als neues Werkzeug zur Risikoerkennung von Alzheimer?
Schon im Anfangsstadium einer Demenzerkrankung kann sich die Struktur der „weißen Hirnsubstanz“ verändern. Dr. Alexandra Koch (Bonn) möchte mit Hilfe von Hirnscans – aufgenommen mittels Magnetresonanz-Tomografie (MRT) – die Ursachen dieser subtilen Veränderungen auf den Grund gehen. Sie nutzt dafür Bilddaten der Rheinland Studie, einer Bevölkerungsstudie des DZNE. Zudem wird sie untersuchen, ob eine spezielle Form der MRT (Diffusions-MRT) dazu geeignet ist, Nervenzellsterben vorherzusagen und somit eine Demenzerkrankung schon im Frühstadium zu erkennen.