Tau im Fokus
Forschende des DZNE untersuchen gemeinsam mit Fachleuten in Spanien Mechanismen von Alzheimer
Dresden, 9. Oktober 2025: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DZNE am Standort Dresden untersuchen gemeinsam mit Fachleuten des Institute for Bioengineering of Catalonia (IBEC) in Barcelona das abnormale Verhalten sogenannter Tau-Proteine im Kontext der Alzheimer-Erkrankung. Die Pasqual Maragall Foundation unterstützt dieses Forschungsvorhaben, von der Projektförderung gehen rund 200.000 Euro ans DZNE. Die beteiligten Fachleute erhoffen sich Erkenntnisse für die Entwicklung besserer Therapien.
Tau-Proteine kommen natürlicherweise in Neuronen vor, wo sie zur Stabilisierung der inneren Struktur der Zellen beitragen. Konkret haften sie an molekularen Komplexen, sogenannten Mikrotubuli – diese fungieren als Transportwege für Substanzen, die für den Zellstoffwechsel unerlässlich sind. Bei Alzheimer und einigen anderen Hirnerkrankungen lösen sich die Tau-Proteine jedoch von den Mikrotubuli und verklumpen zu winzigen Aggregaten. Mit der Zeit führt dieser Prozess dazu, dass Neurone nicht mehr richtig funktionieren und letztlich absterben.
Wissenschaftliches Neuland
„Unser Ziel ist es, den Übergang von Tau von der normalen zu einer abnormalen Gestalt besser zu verstehen und Wege zu finden, dies zu verhindern. Zu diesem Zweck wollen wir die Geschehnisse im Labor mit neuronalen Zellkulturen nachstellen, die aus menschlichen Stammzellen abgeleitet sind. Derzeit fehlen geeignete Modelle um diese Vorgänge zu untersuchen, mit unserem Projekt betreten wir also Neuland“, erklärt Dr. Natalia Rodriguez-Muela, Forschungsgruppenleiterin am DZNE. „Insbesondere wollen wir untersuchen, wie zelluläre Veränderungen, die während des natürlichen Alterungsprozesses auftreten, diesen pathologischen Übergang fördern können. Außerdem wollen wir Wirkstoffe und andere Ansätze testen, um diesem Phänomen entgegenzuwirken. Wir gehen davon aus, dass die Projektergebnisse zur Entwicklung besserer Behandlungsmethoden beitragen können.“
Diese Untersuchungen werden sich modernster Technologien bedienen – sowohl in der Mikroskopie als auch in der Zellpräparation, einschließlich der Erzeugung komplexer Zellstrukturen die Organoide genannt werden. Die Dresdner Fachleute werden dabei eng mit dem Team um Dr. Amayra Hernández-Vega in Barcelona kooperieren. Die IBEC-Forscherin leitet das Gesamtprojekt.