Aktuelles
01.07.2026 - Forschungsförderung: Priv.-Doz. Dr. Dr. Petra Larsen erhält New Investigator Grant der "BrightFocus Foundation"
Mit dem New Investigator Grant der „Bright Focus Foundation“ in Höhe von 450.000 US-Dollar erhält Priv.-Doz. Dr. Dr. Petra Larsen die Möglichkeit, ihre eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. Seit September vergangenen Jahres leitet sie den Bereich ophthalmologische Epidemiologie in der Arbeitsgruppe von Prof. Monique Breteler und arbeitet zugleich als Ärztin an der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn (UKB). Diese Kombination aus Forschung und klinischer Praxis prägt ihre tägliche Arbeit.
Ihr Forschungsprojekt „Mapping the Molecular-Imaging Interface in Age-Related Macular Degeneration: A Multimodal Approach” untersucht die Mechanismen der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), um deren unterschiedliche Erscheinungsformen besser zu verstehen. Die AMD gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen im höheren Alter. Diese Erkrankung schädigt die Netzhaut im Bereich des schärfsten Sehens und kann unbehandelt bis zum vollständigen Verlust der Sehfähigkeit führen.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Verknüpfung verschiedener Datenebenen: Bildgebende Verfahren der Netzhaut wie Fundusfotografie und optische Kohärenztomografie (OCT) werden mit genetischen Analysen und molekularen Daten verknüpft. Mithilfe statistischer Methoden sollen Zusammenhänge identifiziert und Krankheitsverläufe präziser vorhergesagt werden. Ziel ist die Entwicklung krankheitsspezifischer Risikoprofile, eine genauere Charakterisierung unterschiedlicher AMD-Verlaufsformen und somit eine verbesserte Prognose der Erkrankung. Langfristig zielt das Projekt darauf ab, die Grundlage für eine präzisere Risikostratifikation und neue, biologisch fundierte Therapieansätze zu schaffen.
Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben startet im Juli. Beteiligt am Projekt sind interne Partner am DZNE sowie am UKB und internationale Kooperationspartner, darunter die Universität Bordeaux und die Universität Mainz.
Weitere Informationen auf der Webseite der „BrightFocus Foundation“.
05.06.2026 - Forschungsförderung: DZNE an neuem Bonner Sonderforschungsbereich beteiligt
Das DZNE beteiligt sich am neuen Sonderforschungsbereich (SFB) FoodDiverse unter Leitung der Universität Bonn. Im Mittelpunkt der Forschung Bereichs der populations-
bezogenen Gesundheitsforschung wird die Frage stehen, wie Ernährungsvielfalt und ernährungsbezogene Faktoren den Stoffwechsel und das Risiko nichtübertragbarer Erkrankungen im Erwachsenenalter beeinflussen. Die Untersuchungen werden sich des umfangreichen Datensatzes der Rheinland Studie bedienen. An dieser Bevölkerungsstudie des DZNE nehmen derzeit mehr als 15.000 Bonnerinnen und Bonner teil.
„FoodDiverse“ erforscht, wie Vielfalt in Ernährungssystemen Umwelt und menschliche Gesundheit beeinflusst. Ein „Ernährungssystem“ umfasst alle Faktoren, die von Bedeutung sind, um Lebensmittel zu erzeugen, zu verarbeiten, zu transportieren, zu verkaufen und zu konsumieren. An dem SFB ist unter anderem auch die University of Ghana beteiligt. Der SFB wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
19.05.2026 - Publikation: Forschende kartieren Genetik von Blutfetten mit bisher unerreichter Präzision
Forschende des DZNE haben neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie das menschliche Erbgut die chemische Struktur und Konzentration von Blutfetten beeinflusst. Im Genom identifizierten sie über 50 Regionen, deren Bedeutung für den Fettstoffwechsel bislang unbekannt war. Die Befunde beruhen auf Blutproben von mehr als 8.000 Menschen und könnten neue Einblicke in Alterungsprozesse sowie in Erkrankungen wie Alzheimer, Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden ermöglichen. Veröffentlicht sind diese Forschungsergebnisse im Fachjournal Nature Communications. Grundlage waren Proben aus der
Rheinland Studie, einer Bevölkerungsstudie in Bonn, sowie Daten weiterer Studien.
Fettstoffe – auch „Lipide“ genannt – gibt es im menschlichen Organismus in zahllosen Varianten. Sie sind nicht nur struktureller Bestandteil, etwa der Zellmembran, sondern auch an Stoffwechselvorgängen und insbesondere Signalprozessen beteiligt. „Lipide sind weit mehr als nur das ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Cholesterin, von denen oft zu hören ist: Tatsächlich zirkulieren Tausende unterschiedliche Lipide in unserem Körper. Manche davon spielen mutmaßlich eine wichtige Rolle bei Alterungsprozessen und der Entstehung von Krankheiten. Das ist eine vielschichtige molekulare Welt. Dennoch ist die genetische Grundlage vieler Lipide noch wenig erforscht“, erläutert DZNE-Wissenschaftler Dr. Mohammed Aslam Imtiaz, der den Einfluss genetischer Faktoren auf die Gesundheit des Menschen untersucht. „Uns ist es nun gelungen, diese komplexe Gemengelage ein Stück weit zu entschlüsseln. Nach unserem Wissen handelt es sich um die bislang detaillierteste Studie über die Genetik von Lipiden.“
Dr. Elvire Landstra - an der aktuellen Untersuchung ebenfalls maßgeblich beteiligt, sie forscht inzwischen in den Niederlanden - ergänzt: „Die Baupläne von Lipiden sind zwar nicht im Erbgut hinterlegt. Das gilt gleichwohl für die Baupläne von Proteinen und regulatorischen Molekülen, aus denen die Vielfalt der Lipidwelt hervorgeht. Das betrifft insbesondere Enzyme, sogenannte Lipidtransferproteine und RNAs, die die Genexpression steuern. Deren genetischen Hintergrund haben wir modernsten wissenschaftlichen Methoden erfasst.“
Daten aus Deutschland und Finnland
Die Ergebnisse beruhen auf der Analyse von Blutproben von über 6.000 Erwachsenen aus Bonn, die an der sogenannten Rheinland Studie teilnehmen. Diese auf Jahrzehnte angelegte Bevölkerungsstudie des DZNE untersucht, wie Menschen gesund altern. Die Resultate wurden anhand von Daten zweier weiterer Studien aus Brandenburg und Finnland überprüft. Der Datenbestand umfasste daher insgesamt mehr als 8.000 Personen. Eine zentrale Rolle bei der Untersuchung spielte ein Ansatz der „genomweite Assoziationsstudie“ genannt wird. Mittels dieser computergestützten Methodik konnten die Forschenden Zusammenhänge zwischen Merkmalen des Erbguts und weit über 900 verschiedenen Lipiden herstellen.
Bedeutsam für Altern und Gesundheit
„Wir haben zahlreiche bisher unbekannte Gene gefunden, die sich auf Lipide im Körper auswirken. Das ist relevant, weil manche Fettmoleküle mit Alterungsprozessen zusammenhängen oder auch mit schweren Krankheiten, beispielsweise mit Herz-Kreislauf-Störungen, Typ-2-Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer“, sagt Prof. Dr. Dr. Monique Breteler, Leiterin der Rheinland Studie und Direktorin für Populationsbezogene Gesundheitsforschung am DZNE. „Wenn wir die Zusammenhänge zwischen Genetik und Lipiden präzise erfassen, können wir auch besser verstehen, wie Krankheiten entstehen. Derlei Erkenntnisse könnten dazu beitragen, Krankheitsrisiken besser einzuschätzen, neue Diagnoseverfahren zu entwickeln und wirksamere Therapien.“
Publikation: Population-based genome-wide association study of plasma complex lipid species. Elvire N. Landstra, Mohammed A. Imtiaz et al.; Nature Communications (2026). DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-026-72542-1
01.05.2026 – Forschungsförderung: Dr. Dan Liu erhält Förderung von DFG und ANR für deutsch-französisches Forschungsprojekt
Die zerebrale Kleingefäßerkrankung (cSVD) zählt zu den häufigsten Ursachen für Schlaganfall und Demenz im höheren Lebensalter. In einem neu gestarteten deutsch-französischen Forschungsprojekt untersucht Dr. Dan Liu , Deutsches Zentrum für Neuro-
degenerative Erkrankungen e.V. (DZNE), gemeinsam mit
Dr. Ami Tsuchida von der Universität Bordeaux die Rolle des glymphatischen Systems bei der Entstehung und Progression der cSVD. Begleitet wird das Projekt darüber hinaus von Prof. Stéphanie Debette , Paris Brain Institute und Prof. Dr. Dr. Monique Breteler , DZNE.
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Agence Nationale de la Recherche (ANR) geförderte Kollaborationsprojekt „Multi-SVD-glyph“ vereint internationale Expertise aus den Bereichen Neurobildgebung, Multi-Omics und populationsbasierter Epidemiologie. Ziel des Projekts ist die Untersuchung molekularer Grundlagen etablierter struktureller MRT-Marker der cSVD sowie neuartiger Diffusions- und funktioneller Ruhe-MRT-(rsfMRT)-Marker der glymphatischen Funktion mittels integrativer Multi-Omics-Analysen. Hierfür werden Daten aus drei populationsbasierten Kohortenstudien (i-Share, Rheinland Studie, UK Biobank) genutzt, die das gesamte Erwachsenenalter abdecken. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zu einem besseren Verständnis früher pathophysiologischer Mechanismen der cSVD und ihrer Bedeutung für Schlaganfall, kognitiven Abbau und Demenz beitragen.
31.03.2026 – Forschungsförderung: Dr. Alexandra Koch erhält Early Career Grant der Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Strukturveränderungen in der weißen Gehirnsubstanz, wie Läsionen, erhöhen das Risiko dementieller Erkrankungen. Neuen Studien zufolge gehen den sichtbaren Gehirnveränderungen mikrostrukturelle Veränderungen voraus, die bereits im jungen Erwachsenenalter auftreten können. Zugrundeliegende neurodegenerative und vaskuläre Pathologien können mittels fortschrittlicher Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht werden. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt „Moderne Bildgebung als neues Werkzeug zur Risikoerkennung von Alzheimer?“, untersucht Dr. Alexandra Koch den potentiellen Mehrwert, den der Einsatz der Diffusions-MRT in der Früherkennung dementieller Erkrankungen haben kann. Für die Beobachtung von Gehirnveränderungen über die Zeit nutzt sie im Rahmen der großangelegten bevölkerungsbasierten Rheinland Studie Bilddaten moderner Diffusions-MRT Techniken, welche bisher nur vereinzelt in anderen Bevölkerungsstudien zum Einsatz kamen. Die Diffusions-MRT misst die Bewegung von Wassermolekülen im Gehirn, wobei fortgeschrittenere Techniken bei der Akqusition und Prozessierung präzisere Einblicke in die komplexe Architektur der Nervenfasern generieren als das traditionelle Diffusionstensor Model. Durch die Verknüpfung der MRT-Daten mit klinischen, verhaltensbasierten und Omics-Daten der Rheinland Studie sollen darüber hinaus Einflussfaktoren für die Strukturveränderungen der weißen Gehirnsubstanz sowie das Vorhersagepotenzial der modernen Diffusions-MRT Metriken für zukünftige, klinisch relevante Neurodegeneration untersucht werden.
Für die Durchführung des Projekts erhielt Dr. Alexandra Koch Anfang des Jahres einen Early Career Grant der Alzheimer Forschung Initiative e.V (AFI) - eines von vier Projekten des DZNE , die von der AFI gefördert werden. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier .
01.07.2025 - Forschungsförderung: DZNE beteiligt sich am Interreg-Projekt Nordwesteuropa zur Vermeidung von Arzneimittelrückständen in Gewässern (PREWAPHARM)
Das Projekt PREWAPHARM (Prevention of Water Pollution by Pharmaceuticals) ist eine internationale Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Umweltauswirkungen von Arzneimittelabfällen in Nordwesteuropa zu reduzieren. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf innovativen Strategien, die verhindern sollen, dass Arzneimittel in Gewässer gelangen, insbesondere durch verbesserte Sammel-, Entsorgungs- und Behandlungsprozesse.
Zielsetzung:
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Reduzierung von Arzneimittelrückständen im Wasser durch:
- Entwicklung einer transnationalen Strategie als politischer Rahmen und Leitlinie für lokale Aktionspläne, um eine unterstützende Politik zur Reduzierung von Arzneimitteln im Wasser in der gesamten Region Nordwesteuropa sicherzustellen.
- Stärkung der Zusammenarbeit über Grenzen und Sektoren hinweg, um aufeinander abgestimmte Rahmenbedingungen für die Prävention von Arzneimittelverschmutzung im Gesundheitswesen und in der Wasserwirtschaft zu schaffen.
- Entwicklung und Pilotierung innovativer vorgelagerter Lösungen zur Reduzierung von Arzneimittelemissionen an der Quelle, einschließlich technischer Innovationen im Gesundheitswesen und in Wasseraufbereitungssystemen.
- Entwicklung skalierbarer Modelle und Toolkits für andere Regionen und EU-Mitgliedstaaten, um die Reproduzierbarkeit erfolgreicher Ansätze und Technologien sicherzustellen.
- Sensibilisierung und Verhaltensänderung bei medizinischem Fachpersonal, Apothekern, Patienten und der breiten Öffentlichkeit durch gezielte Kommunikations- und Aufklärungsstrategien stattfindet.
Diese Ziele stehen im Einklang mit dem Zero Pollution Action Plan der EU und der Water Framework Directive, indem sie sich auf die Prävention an der Quelle konzentrieren, anstatt sich ausschließlich auf „End-of-Pipe“-Lösungen zu verlassen.
Finanzielle Unterstützung:
Das Projekt wird vom Interreg-Programm Nordwesteuropa mit einem Gesamtbudget von 9,8 Millionen Euro kofinanziert, davon stammen 5,9 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Projektlaufzeit:
Das Projekt läuft vom 11. Dezember 2024 bis zum 31. Dezember 2028.
Partner:
1. TCNN Innovation Support (Niederlande)
2. Universität Groningen (Niederlande)
3. VITO (Belgien)
4. Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (Deutschland)
5. Universitätsklinikum Groningen (Niederlande)
6. Universität Münster (Deutschland)
7. Universität Luxemburg (Luxemburg)
8. Universität Leuven, vertreten durch KU Leuven R&D (Belgien)
9. Universität Gent (Belgien)
10. Luxembourg Institute of Science and Technology (Luxemburg)
11. National Institute for Public Health and the Environment (Niederlande)
12. Obseq (Niederlande)
13. Universitätsklinikum Gent (Belgien)
14. Aquafin NV (Belgien)
15. RDI Hub Company Limited By Guarantee (Irland)
16. Trinity College Dublin, Universität Dublin (Irland)
17. Zorgbelang Groningen (Niederlande)
18. Pasteur-Institut Lille (Frankreich)
Gemeinsam bündeln diese Partner ihr Fachwissen, um ein dringendes Umweltproblem anzugehen und über das etablierte Nordwesteuropäische Zentrum für medizinische Rückstände die langfristige Nachhaltigkeit der Wasserversorgung in der gesamten Region zu fördern.
19.07.2024 - Publikation: MikroRNAs und Gefäßgesundheit
MicroRNAs sind nicht-kodierende RNAs, die die Genexpression regulieren und von denen berichtet wurde, dass sie viele kardiovaskuläre Mechanismen beeinflussen und mit verschiedenen kardiovaskulären Erkrankungen in Verbindung stehen. Dieses Manuskript, verfasst von unserer Doktorandin Valentina Talevi und ihren Kollegen, untersucht die Rolle von MikroRNAs im Vollblut in Bezug auf vaskuläre Merkmale, um die molekularen Mechanismen, die zu kardiovaskulären Erkrankungen führen, besser zu verstehen und potenzielle Ziele für Präventionsstrategien gegen diese Krankheiten zu identifizieren.
Unter Verwendung von Daten der ersten 3.000 Teilnehmer der Rheinland Studie konnte gezeigt werden, dass manche MikroRNAs mit der totalen arteriellen Compliance (Gefäßsteifigkeit) und dem Herzzeitvolumen in Verbindung stehen. Interessanterweise waren ein Teil dieser MikroRNAs auch mit Belastung der weißen Substanz mit Hyperintensitäten assoziiert, was darauf hindeutet, dass einige MikroRNAs, die mit kardiovaskulären Merkmalen in Verbindung stehen, auch Auswirkungen auf die Gehirngesundheit haben könnten. Darüber hinaus sind diese MikroRNAs an Wegen beteiligt, die mit der Morphogenese und Entwicklung von Blutgefäßen sowie der Angiogenese zusammenhängen.
Publikation: Peripheral whole blood microRNA expression in relation to vascular function: a population-based study. Valentina Talevi et al; Journal of Translational Medicine (2024). DOI: 10.1186/s12967-024-05407-0
10.07.2024 - Dr. Dan Liu wird Career Development Fellow
Wir freuen uns, dass Dr. Dan Liu, die 2021 ihre Promotion bei uns abgeschlossen hat und seitdem eine geschätzte Postdoktorandin war, zum Career Development Fellow benannt wurde. Sie wird die Gruppe „Molekulare Epidemiologie des Alterns“ leiten und ihre wegweisende Forschung zu den Einflussfaktoren des Alterungsprozesses fortsetzen. Herzlichen Glückwunsch, Dan!
07.03.2024 - Forschungsförderung: Dr. Dan Liu erhält AARFD-Stipendium von der Alzheimer-Gesellschaft
Das Altern ist der primäre Risikofaktor für Alzheimer und verwandte Demenzen (AD/ADRD). Allerdings altert nicht jeder biologisch auf die gleiche Weise. Selbst Personen gleichen chronologischen Alters können Neurodegeneration unterschiedlich erleben, was zu AD/ADRD führt. Dr. Lius Projekt mit dem Titel „Biologisches Altern liegt der Neurodegeneration über die gesamte Lebensspanne zugrunde“ zielt darauf ab, zu verstehen, wie das Altern auf molekularer Ebene mit der Neurodegeneration verbunden ist, während wir älter werden. In ihrem Projekt wird Dr. Liu umfangreiche molekulare Daten aus der Rheinland Studie nutzen, um eine neuartige Metrik des biologischen Alterns zu entwickeln.
Die multi-molekulare Natur dieser Metrik wird eine umfassende und präzise Quantifizierung des biologischen Alterns ermöglichen, unabhängig vom chronologischen Alter. Dr. Liu wird diese Metrik dann verwenden, um die Beziehung zwischen biologischem Altern und neurodegenerativen Veränderungen über die gesamte Lebensspanne zu bewerten und funktionelle Pfadanalysen durchzuführen, um die entscheidenden molekularen Prozesse zu entschlüsseln, durch die biologisches Altern neurodegenerative Veränderungen beeinflusst. Mit diesem Ansatz kann sie die genauen molekularen Mechanismen aufdecken, durch die biologisches Altern Neurodegeneration beeinflusst.
06.02.2024 - Publikation: PFAS im Zusammenhang mit ungünstigem kardiometabolischem Risikoprofil
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind weit verbreitete und beständige Chemikalien, die mit negativen kardiovaskulären Risikoprofilen in Verbindung gebracht wurden. Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen den Blutspiegeln von drei PFAS-Verbindungen—Perfluoroctansäure (PFOA), Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS)—und den Lipidprofilen in der allgemeinen Bevölkerung. Die Daten wurden von Teilnehmern der Netherlands Epidemiology of Obesity Study (NEO) und der Rheinland Studie erhoben, die Altersgruppen von 30 bis 89 Jahren abdecken. Eine Doktorandin der AG Breteler, Elvire Landstra, und ihre Kollegen zeigten, dass höhere Konzentrationen von PFOS und PFHxS mit erhöhten Gesamtlipid-, Cholesterin- und Phospholipidspiegeln in verschiedenen Lipoproteinunterklassen verbunden waren. Die schädlichen Auswirkungen waren bei jüngeren Personen stärker ausgeprägt. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer strengeren Regulierung von PFAS aufgrund ihres Zusammenhangs mit ungünstigen Lipidprofilen, selbst bei niedrigen Konzentrationen.
Publikation: Per- and Polyfluoroalkyl Substances Concentrations are Associated with an Unfavorable Cardio-Metabolic Risk Profile: Findings from Two Population-Based Cohort Studies. Elvire Landstra, T. Faquih et al.; Expo Health (2024). DOI: 10.1007/s12403-023-00622-4
26.07.2023 - Auszeichnung: Elvire Landstra gewinnt Preis der Metabolomics Society
Die 19. Konferenz der Metabolomics Society, einer Organisation von Wissenschaftlern aus aller Welt, die die kleinen Moleküle untersuchen, aus denen Menschen, Tiere und Pflanzen bestehen, fand in diesem Jahr vom 18. bis 22. Juni in Kanada statt. Elvire Landstra, Doktorandin in der Rheinland Studie, erhielt den Preis für die beste Studentenpräsentation für ihren Vortrag über Lipide im Zusammenhang mit der Gesundheit des Gehirns.
Jeder von uns möchte natürlich gesund altern und nicht krank werden. Manche sind jedoch anfälliger für Krankheiten als andere. Abgesehen von ihrem schlechten Ruf können Lipide den Schlüssel zum Verständnis dessen liefern, was das Gehirn über die gesamte Lebensspanne hinweg gesund hält. Sie sind nicht nur als mögliche Marker für Krankheiten wichtig, sondern auch als wichtige Ziele, um Krankheiten von vornherein zu verhindern. Die Forschungsarbeiten von Elvire Landstra haben einige Schlüsselmerkmale dieser Lipide als wichtig für Gesundheit und Krankheit in der Allgemeinbevölkerung identifiziert.
10.04.2023 – Publikation: Körperliche Aktivität wird mit langsamerer epigenetischer Alterung in Verbindung gebracht
Epigenetische Alterung – die altersbedingten Veränderungen in den Methylierungsmustern der DNA – ist ein empfindlicher Indikator für die biologische Alterung, der sowohl zum altersbedingten Funktionsverlust als auch zur Entwicklung einer Reihe von altersbedingten Krankheiten beiträgt. Anhand von Querschnittsdaten von mehr als 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Rheinland Studie untersuchte ein Team unter der Leitung von Dr. Dr. Ahmad Aziz den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und epigenetischer Alterung sowie die Rolle der Immunfunktion und kardiovaskulärer Risikofaktoren bei der Vermittlung dieser Beziehung. Sie fanden heraus, dass regelmäßige körperliche Aktivität die epigenetische Alterung verlangsamen kann, indem sie die Immunfunktion verbessert und das kardiovaskuläre Risiko senkt. Insbesondere ein höheres Maß an körperlicher Aktivität war mit einer langsameren epigenetischen Alterung verbunden.
Publikation: Physical activity is associated with slower epigenetic ageing—Findings from the Rhineland study. Fabienne A.U. Fox et al.; Aging Cell (2023). DOI: 10.1111/acel.13828
28.02.2023 – Publikation: Sehstörungen sind mit Neurodegeneration in der Netzhaut und im Gehirn verbunden
Ein Team unter der Leitung von Dr. Dr. Ahmad Aziz analysierte die Sehschärfe, die Netzhautstrukturen (gemessen mit optischer Kohärenztomographie (OCT)) und die Degeneration des Gehirns und des Hippocampus (gemessen mit Magnetresonanztomographie) anhand der Daten von mehr als 3.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Bonner Rheinland Studie. Ihre Ergebnisse deuten auf einen engen Zusammenhang zwischen Sehschwäche und Degeneration der Netzhaut und verschiedener Hirnstrukturen hin, einschließlich des Hippocampus, einer Hirnregion, die eine entscheidende Rolle bei der Gedächtnisbildung spielt. OCT-Messungen an der Netzhaut könnten demnach nützliche Marker für Neurodegeneration sein.
Publikation: Visual impairment and retinal and brain neurodegeneration: A population-based study. Davide Garzone et al.; Human Brain Mapping (2023). DOI: 10.1002/hbm.26237
27.02.2023 – Publikation: Ausreichende Vitamin-D-Spiegel sind mit einer höheren Greifkraft im Erwachsenenalter verbunden
Ein ausreichender Gehalt an 25-Hydroxyvitamin D (25-OHD), der Vorstufe der biologisch aktiven Form von Vitamin D, ist wichtig für eine optimale Muskelfunktion. Das Team unter der Leitung von Dr. Dr. Ahmad Aziz untersuchte den Zusammenhang zwischen 25-OHD-Spiegeln und Muskelkraft bei mehr als 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Bonner Rheinland Studie, die sich über den Großteil der Lebensspanne von Erwachsenen erstreckt. Sie fanden heraus, dass Menschen mit höheren 25-OHD-Spiegeln stärkere Muskeln hatten - allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt, ab dem sich höhere 25-OHD-Spiegel dann negativ auf die Muskelkraft auswirkten. Bei älteren Erwachsenen war die Wirkung von 25-OHD auf die Muskelkraft schwächer als bei jüngeren Erwachsenen. Den diesen Monat in der Zeitschrift Endocrine Connections veröffentlichten Ergebnissen zufolge ist eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung wichtig für starke Muskeln, eine zu hohe Vitamin-D-Zufuhr könnte jedoch schädlich sein.
Publikation: 25-hydroxyvitamin D level is associated with greater grip strength across adult lifespan – a population-based cohort study. Fabienne A.U. Fox et al.; Endocrine Connections (2023). DOI: 10.1530/EC-22-0501
08.02.2023 – Publikation: Kardiovaskuläre Zusammenhänge der epigenetischen Alterung im Laufe des Erwachsenenlebens
Anhand von Daten der Rheinland Studie untersuchten Dr. Dan Liu (Erstautorin) und Kolleg:innen, ob Unterschiede im kardiovaskulären Erkrankungsrisiko bei Menschen mit demselben chronologischen Alter mit Unterschieden im biologischen Alterungsprozess zusammenhängen. Sie fanden heraus, dass ein höheres kardiovaskuläres Risiko in mehreren Bereichen (einschließlich Nierenfunktion, Körperfett und Gesamtrisiko) mit einer schnelleren biologischen Alterung verbunden war. Die meisten Auswirkungen auf die biologische Alterung waren unabhängig voneinander, was darauf hindeutet, dass sie kumulativ zur Alterung beitragen können. Diese kardiovaskulären Risikofaktoren können daher als Ansatzpunkte dienen, um die Geschwindigkeit der biologischen Alterung selbst zu verändern, wobei die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen über die rein kardiovaskulären Aspekte des Alterungsprozesses hinausgehen können.
Publikation: Cardiovascular correlates of epigenetic aging across the adult lifespan: a population‑based study. Dan Liu et al.; GeroScience (2023). DOI: 10.1007/s11357-022-00714-0
01.01.2023 – Forschungsförderung: Dr. Dianna de Vries erhält Fördermittel der AFI
Ist chronischer Stress ein Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit? Dieser Frage möchte Dr. Dianna de Vries im Rahmen der Forschungsförderung der Alzheimer Forschung Initiative e.V. nachgehen. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen empfundenem Stress und der Hirngesundheit besser zu verstehen und herauszufinden, ob dieser Zusammenhang indirekt durch die Aktivierung des Immunsystems geschieht. Da es derzeit noch keine effektive Behandlung der Alzheimer-Krankheit gibt, ist es besonders wichtig, weit verbreitete Risikofaktoren anzugehen, auf die man Einfluss nehmen kann.
Weitere Informationen zur Forschungsförderung finden Sie hier.
14.11.2022 – Monique Breteler zählt zu den erfolgreichsten Wissenschaftlerinnen der Welt
Research.com, eine führende akademische Plattform für Forschende, hat die Ausgabe 2022 ihrer Rangliste der 1000 besten Wissenschaftlerinnen der Welt veröffentlicht. Das DZNE schätzt sich sehr glücklich, eine von ihnen in seinen Reihen zu haben: Monique Breteler, Direktorin der Population Health Sciences, steht weltweit auf Platz 43 und im nationalen Ranking für Deutschland sogar auf Platz 2!
Weitere Informationen zu Kriterien und Ranking finden Sie hier.
11.10.2022 – Rika Etteldorf gewinnt DGEpi Master Preis
Die 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) e.V. fand vom 26.-29. September 2022 in Greifswald statt. Rika Etteldorf, Psychologin und Doktorandin in der Rheinland Studie, stellte die Ergebnisse ihrer Masterarbeit in einer speziell hierfür vorgesehenen Session „Masterstudierende präsentieren“ während der DGEpi-Jahrestagung vor und konnte den Masterpreis für herausragende Masterarbeiten im Fach Epidemiologie gewinnen. In ihrer Masterarbeit, betreut von Prof. Dr. Ulrich Ettinger (Universität Bonn) und Dr. Annabell Coors (DZNE), untersuchte Rika Etteldorf die Zusammenhänge zwischen Gehirnstruktur und Augenbewegungen in den ersten 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Rheinland Studie.
03.08.2022 – Publikation: Das Gehirn profitiert bereits von leichter körperlicher Aktivität
Schon leichte körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf das Gehirn aus. Das konnten Forschende des DZNE um Dr. Dr. Ahmad Aziz aus Untersuchungen von 2.550 Teilnehmenden der Bonner Rheinland Studie zeigen. Bestimmte Bereiche des Gehirns sind demnach bei körperlich aktiven Personen größer als bei Personen, die weniger aktiv sind. Insbesondere Hirnregionen, die relativ viel Sauerstoff benötigen, profitieren von diesem Effekt.
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Publikation: Association Between Accelerometer-Derived Physical Activity Measurements and Brain Structure: A Population-Based Cohort Study. Fabienne Fox et al.; Neurology (2022). DOI: 10.1212/WNL.0000000000200884
15.07.2022 – Prof. Monique Breteler und Prof. Tobias Böckers erhalten Mitgliedsurkunden der Leopoldina
Gleich zwei Forschende des DZNE wurden am 13. Juli feierlich als neue Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen: Prof. Monique Breteler, Direktorin für Populationsbezogene Gesundheitsforschung und Leiterin der Rheinland Studie, und Prof. Tobias Böckers, Gruppenleiter am DZNE Ulm. Diese Auszeichnung würdigt ihre Verdienste um die Neurowissenschaften.
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30.06.2022 – Publikation: Mehr Schäden im Gehirn bei älteren Frauen als bei gleichaltrigen Männern
Nach der Menopause ist bei Frauen das Ausmaß bestimmter Hirnschäden größer als bei gleichaltrigen Männern. Zu diesem Schluss kommen Forschende des DZNE aufgrund der Untersuchung von mehr als 3.400 Erwachsenen im Rahmen der Bonner Rheinland Studie. Ein Team um die Neurowissenschaftlerin Monique Breteler berichtet darüber in Neurology, dem Medizinjournal der Amerikanischen Akademie für Neurologie. Die untersuchten Gewebeschäden gelten als mögliche Risikofaktoren für Demenz und Schlaganfall. Die aktuellen Befunde unterstreichen die Bedeutung einer geschlechtsspezifischen Medizin.
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Publikation: Relation between sex, menopause, and white matter hyperintensities: the Rhineland Study. Valerie Lohner et al.; Neurology, the medical journal of the American Academy of Neurology (2022). DOI: 10.1212/WNL.0000000000200782
15.03.2022 – Publikation: Die Netzhaut als möglicher Biomarker für reduzierte Hirnsubstanz
Forschende der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) haben zwischen den Dimensionen von Netzhautstrukturen und denen des Gehirns einen engen Zusammenhang festgestellt. Ihre Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Untersuchungen der Netzhaut des Auges helfen könnten, einen Schwund der Hirnsubstanz – auch „Hirnatrophie“ genannt – zu erfassen. Die Befunde beruhen auf Daten der Rheinland Studie.
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Publikation: Retinal layer assessments as potential biomarkers for brain atrophy in the Rhineland Study. Matthias M. Mauschitz et al.; Scientific Reports (2022). DOI: 10.1038/s41598-022-06821-4