Für mehr Wertschöpfung durch Wissenschaft
Forschende machen in „Science“ Vorschläge zur EU-Innovationspolitik
Magdeburg, 29. September 2026. Nicht nur hierzulande, auch auf europäischer Ebene wird immer wieder gefordert, dass Forschungsergebnisse zu wirtschaftlicher Wertschöpfung führen sollten. Doch der Sprung vom Labor in den Markt gelingt zu selten. Was ließe sich bei Fördermaßnahmen und akademischen Strukturen verändern, um diesen Transfer zu erleichtern? Rund 70 Forschende aus europäischen Ländern – darunter DZNE-Wissenschaftler Thomas Wolbers – machen dazu Vorschläge im Fachmagazin „Science“. Sie plädieren vor dem Hintergrund des europäischen Forschungsrahmenprogramms „Horizon Europe“ für eine Anpassung der EU-Innovationspolitik.
Die Forschenden sprechen sich dafür aus, Förderprogramme stärker miteinander zu verzahnen, damit vielversprechende Ideen von der ersten Erprobung bis zur Markteinführung kontinuierlich unterstützt werden können. Zudem sollten mehr Mittel in frühe Innovationsphasen fließen und bürokratische Hürden bei der Antragstellung sinken. Hochschulen und Forschungseinrichtungen könnten den Transfer durch klare Regeln, professionelle Beratung und die Anerkennung unternehmerischen Engagements in akademischen Karrierewegen erleichtern.
„Europa verfügt über hervorragende Forschung, doch auf dem Weg von der wissenschaftlichen Entdeckung zur praktischen Anwendung geht zu viel Potenzial verloren. Wir brauchen eine durchgängige Förderung und Einrichtungen, die Ausgründungen effizienter unterstützen und als wissenschaftliche Leistung anerkennen. Davon kann auch die Forschung profitieren: Studien zeigen, dass sich unternehmerisches Engagement und produktive Forschung gut vereinbaren lassen und dabei neue Forschungsrichtungen entstehen können. Wer wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis bringt, sollte dafür auch in seiner akademischen Laufbahn Anerkennung erfahren“, so Wolbers.
Prof. Thomas Wolbers ist Forschungsgruppenleiter am DZNE-Standort Magdeburg und Gründer der neomento GmbH: Das Start-Up entwickelt Virtual-Reality-Systeme für die Behandlung von Angst- und Panikstörungen sowie Suchterkrankungen.
Originalveröffentlichung
Policy Forum: Enhancing Europe’s competitiveness by empowering researchers as innovators.
Science (2026).
DOI: 10.1126/science.ady2388