Detaillierte Einblicke mit weltweit einzigartigem Hirnscanner
Know-how des DZNE sorgt für „scharfe“ Bilder
Bonn/Paris, 22. September 2026. Forschende des DZNE haben gemeinsam mit Fachleuten aus Frankreich hochauflösende Aufnahmen des menschlichen Gehirns bei einer magnetischen Feldstärke von 11,7 Tesla veröffentlicht. Mit einer Auflösung von 300 Mikrometern (0,3 Millimetern) handelt es sich um die bislang detailliertesten Abbildungen des gesamten Gehirns in weniger als sechs Minuten Aufnahmezeit, einschließlich der sogenannten Basalganglien – diese neurologischen Areale liegen tief im Inneren des Kopfs. Mögliche Anwendungen der hier genutzten Technologie liegen in der Diagnose und Therapie der Parkinson’schen Erkrankung. Der zugehörige Bericht ist im Wissenschaftsjournal JAMA Neurology erschienen.
Die Bilder entstanden am Hirnscanner mit dem weltweiten stärksten Magnetfeld, der sich im Forschungszentrum „NeuroSpin“ in der Nähe von Paris befindet. Dabei kamen vom DZNE entwickelte Messroutinen zum Einsatz. „Unsere Pulssequenzen ermöglichen hochauflösende Aufnahmen innerhalb kurzer Zeit, was für das Wohlbefinden des Patienten wichtig ist. Gleichzeitig werden Bildwackler - also Bewegungsartefakte durch Kopfbewegungen - durch eine neuartige Technologie minimiert, die im Vorfeld von meinem Kollegen Matthias Serger implementiert und weiterentwickelt wurde. Je höher die Auflösung, desto wichtiger ist es, solche Effekte zu berücksichtigen“, erläutert DZNE-Forscher Dr. Rüdiger Stirnberg.
Die hier erfassten Hirnstrukturen - die „Basalganglien“ - werden im Zuge der Parkinson-Erkrankung geschädigt. „Die Technologie befindet sich derzeit noch im experimentellen Stadium. Aber langfristig könnten solche hochauflösenden Hirnscans für die Diagnostik und Therapie von Parkinson sehr nützlich sein“, so Stirnberg.
Originalveröffentlichung
Unprecedented In Vivo MRI Resolution of Basal Ganglia at 11.7 T.
Béchir Jarraya et al.
JAMA Neurology (2026).
DOI/URL: https://doi.org/10.1001/jamaneurol.2026.3264