„BrightFocus Foundation“ fördert zwei DZNE-Projekte zu altersbedingter Makuladegeneration und Alzheimer
Innovative Forschungsvorhaben zu Krankheitsmechanismen und Früherkennung: Zwei Wissenschaftlerinnen in Bonn und Magdeburg erhalten internationale Förderung
Bonn/Magdeburg, 1. Juli 2026. Die US-amerikanische „BrightFocus Foundation“ unterstützt gleich zwei Forschungsprojekte am DZNE: Priv.-Doz. Dr. Dr. Petra Larsen vom DZNE-Standort Bonn erhält eine Förderung in Höhe von 450.000 US-Dollar, Dr. Vladislava Segen vom DZNE-Standort Magdeburg wird von der Stiftung mit rund 200.000 US-Dollar gefördert. Beide Vorhaben zielen darauf ab, neurodegenerative Erkrankungen besser zu verstehen und die Grundlage für neue Ansätze in Diagnostik und Therapie zu schaffen.
Multimodale Analyse der altersbedingten Makuladegeneration
Mit dem New Investigator Grant der „Bright Focus Foundation“ in Höhe von 450.000 US-Dollar erhält Priv.-Doz. Dr. Dr. Petra Larsen die Möglichkeit, ihre eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. Seit September vergangenen Jahres leitet sie den Bereich ophthalmologische Epidemiologie in der Arbeitsgruppe von Prof. Monique Breteler und arbeitet zugleich als Ärztin an der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn (UKB). Diese Kombination aus Forschung und klinischer Praxis prägt ihre tägliche Arbeit.
Ihr Forschungsprojekt „Mapping the Molecular-Imaging Interface in Age-Related Macular Degeneration: A Multimodal Approach” untersucht die Mechanismen der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), um deren unterschiedliche Erscheinungsformen besser zu verstehen. Die AMD gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen im höheren Alter. Diese Erkrankung schädigt die Netzhaut im Bereich des schärfsten Sehens und kann unbehandelt bis zum vollständigen Verlust der Sehfähigkeit führen.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Verknüpfung verschiedener Datenebenen: Bildgebende Verfahren der Netzhaut wie Fundusfotografie und optische Kohärenztomografie (OCT) werden mit genetischen Analysen und molekularen Daten verknüpft. Mithilfe statistischer Methoden sollen Zusammenhänge identifiziert und Krankheitsverläufe präziser vorhergesagt werden. Ziel ist die Entwicklung krankheitsspezifischer Risikoprofile, eine genauere Charakterisierung unterschiedlicher AMD-Verlaufsformen und somit eine verbesserte Prognose der Erkrankung. Langfristig zielt das Projekt darauf ab, die Grundlage für eine präzisere Risikostratifikation und neue, biologisch fundierte Therapieansätze zu schaffen.
Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben startet im Juli. Beteiligt am Projekt sind interne Partner am DZNE sowie am UKB und internationale Kooperationspartner, darunter die Universität Bordeaux und die Universität Mainz.
Früherkennung von Alzheimer über räumliche Orientierung
Sich im Raum zurechtzufinden, gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten des Menschen. Genau hier setzt das Projekt „PREDICT-PI: Mechanistic Pathways and Predictive Validity of Path Integration in Alzheimer’s Disease“ von Dr. Vladislava Segen, Post-Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Prof. Thomas Wolbers, an: Sie wird untersuchen, ob Orientierungsstörungen ein früher Hinweis auf Alzheimer sein können – noch bevor Gedächtnisprobleme auftreten.
Das Projekt startet im Juli und hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Die Förderung in Höhe von rund 200.000 US-Dollar finanziert in erster Linie die Stelle von Segen. Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens steht die sogenannte Pfadintegration, also die Fähigkeit, zurückgelegte Wege im Kopf nachzuvollziehen. Die Studie baut auf bestehenden Daten auf und begleitet Teilnehmende über längere Zeit, um zu untersuchen, wie sich diese Fähigkeit im Zeitverlauf verändert und ob sie Rückschlüsse auf den späteren kognitiven Abbau erlaubt.
Vladislava Segen kombiniert in dieser Studie Verhaltenstests, darunter immersive Virtual-Reality-Navigationsaufgaben, mit Gedächtnistests, hochauflösender Magnetresonanztomografie sowie Analysen biologischer Marker aus Blut und Nervenwasser (Liquor). Zusätzlich werden zugrunde liegende Prozesse wie Veränderungen der synaptischen Funktion und frühe neuroinflammatorische Prozesse untersucht. Ziel ist es, einen sensitiven und verlässlichen Marker für die Frühdiagnose der Alzheimer-Krankheit zu etablieren und die zugrunde liegenden Gehirnveränderungen besser zu verstehen. Langfristig sollen so Diagnostik und Verlaufsbeobachtung verbessert sowie neue Therapieansätze unterstützt werden.
Das Projekt erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Gedächtnissprechstunde Magdeburg sowie weiteren Partnern in Bonn, Magdeburg und den USA.
Weitere Informationen auf der Webseite der „BrightFocus Foundation“.