Multimodales Neuroimaging

Dr. Anne Maass

Forschungsschwerpunkte

Störungen des episodischen Gedächtnisses sind ein frühes Anzeichen der Alzheimer Demenz, treten aber auch häufig bei gesunden älteren Menschen auf. Der Hippocampus und der angrenzende Entorhinale Cortex sind Strukturen im medialen Schläfenlappen unseres Gehirns, die für die Speicherung neuer Erlebnisse in unser Langzeitgedächtnis eine entscheidende Rolle spielen. Ablagerungen des Tau Proteins in Form von Neurofibrillen im Entorhinalen Cortex finden sich bei den meisten älteren Menschen, während die Ausbreitung der Tau Pathologie auf neokortikale Areale meist mit der Ablagerung von Aβ Plaques verbunden ist. Mit Hilfe von Tau- und Aβ-spezifischen PET (Positron Emission Tomographie) Markern können wir die regionale Ausbreitung von Tau Fibrillen und Amyloid Plaques im lebenden Menschen abbilden (Schöll, Maass et al, 2018; siehe Abb.1). Daten von Tau PET Studien in klinisch gesunden älteren Probanden zeigen dabei, dass Entorhinale Tau Pathologie mit Gedächtnisproblemen assoziiert ist, unabhängig von Aβ Plaques (Maass et al., 2018; Abb.2). Ist diese „frühe“ Tau Pathologie ohne das Vorhandensein von Amyloid Plaques das Frühstadium der Alzheimer Krankheit? Welche Faktoren führen dazu, dass Tau Fibrillen sich auf höhere neokortikale Areale ausbreiten? Wie können einige Individuen ihre Gedächtnisleistung aufrecht erhalten, obwohl sie neuropathologische Veränderungen zeigen?

Mit Hilfe von multimodaler Bildgebung, die funktionelle und strukturelle MRT (Magnetresonanztomographie) mit molekularer Bildgebung (PET) kombiniert, versuchen wir zu verstehen, welche Gedächtnisnetzwerke im Alter und in neurodegenerativen Erkrankungen gestört sind. Die 7 Tesla Hochfeld- MRT ermöglicht es dabei, die funktionelle Anatomie des hippocampalen-entorhinalen Gedächtnisnetzwerkes mit hoher anatomischer Genauigkeit im Menschen zu untersuchen (Maass et al., 2014, Nat Commun). Ein Ziel ist es, sensitive und spezifische Imaging oder kognitive  Marker für die Früherkennung der Alzheimer Demenz zu entwickeln.

Darüberhinaus, wollen wir  besser verstehen, welche Faktoren Plastizität beeinflussen, um kognitive oder physische Trainingsinterventionen zu entwickeln, die der altersbedingten Abnahme der Gedächtnisleistung entgegenwirken. Frühere Studien am DZNE deuten darauf hin, dass Ausdauertraining auch im Alter die Durchblutung des Hippocampus verbessern kann, was positive Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung hat (Maass et al., 2014, Mol Psychiatry). Weitere Studien sind jedoch nötig, um die Ursachen für die individuelle Variabilität neurovaskulärer Plastizität zu bestimmen.

Willkommen auf unserer Webseite, informieren Sie sich hier grundsätzlich cookie-frei.

Wir würden uns freuen, wenn Sie für die Optimierung unseres Informationsangebots ein Cookie zu Analysezwecken zulassen. Alle Daten sind pseudonym und werden nur durch das DZNE verwendet. Wir verzichten bewusst auf Drittanbieter-Cookies. Diese Einstellung können Sie jederzeit hier ändern.

Ihr Browser erlaubt das Setzen von Cookies: