DZNE-Patientenbeirat

Ziel des DZNE-Patientenbeirats ist es, das Bewusstsein für krankheitsbedingte Probleme zu fördern, die im Rahmen der DZNE-Mission erforscht und bearbeitet werden müssen. Der Beirat berät den DZNE-Vorstand und die DZNE-Wissenschaftler in Fragen der weiteren Integration von Patienten in die Gesellschaft und der Vermeidung ihrer Stigmatisierung sowie in Gesundheitsfragen, die durch medizinische Interventionen oder Versorgungsansätze verbessert werden können. Der Vorstand setzt sich in der Öffentlichkeit, bei politischen Entscheidungsträgern und in den Medien für die Sache der neurodegenerativen Erkrankungen und der DZNE-Forschung ein. Ziel ist es, die Stimme der Patienten in die Kernaktivitäten der Forschung zu integrieren und gemeinsam auf eine stärkere Sensibilisierung der Gesellschaft für alle Themen rund um neurodegenerative Erkrankungen hinzuarbeiten. Der Beirat setzt sich aus Betroffenen und Vertretern von Patientenorganisationen zusammen, wählt einen eigenen Vorsitzenden und trifft sich mindestens zweimal im Jahr mit dem DZNE-Vorstand. Das Board wird vom DZNE in allen notwendigen Funktionen unterstützt.

 

 

Dr. Jörg Karenfort ist Rechtsanwalt und Partner einer internationalen Anwaltskanzlei. Er hat als Antwort auf die Diagnose Parkinson zusammen mit dem Unternehmer Jens Greve die YUVEDO Foundation gegründet. Er will damit seinen Beitrag für mehr und gezieltere Forschung und eine bessere Versorgung von Menschen mit Parkinson und anderen neurodegenerativen Erkrankungen leisten. Dabei spielen für ihn die Erforschung der Ursachen, insbesondere mit Blick auf etwaige Umwelteinflüsse oder den Klimawandel, die konsequente Nutzung von Patientendaten und neuen Technologien sowie die richtigen Anreizstrukturen für die Forscher und Pharmaunternehmen eine wesentliche Rolle.

 

weiterführende Links:
YUVEDO Foundation

 

 

 

Schon seit über 15 Jahren ist Demenz ein Thema im Leben von Lieselotte Klotz. Ihre heute 87jährige Mutter hat Alzheimer, ein Cousin hat Parkinson und die Diagnose „Demenz“ riss auch sie Ende 2017 mitten aus ihrem aktiven, erfolgreichen, erfüllten Privat- und auch Berufsleben. Sie, die immer mittendrin war, im Privaten, im Beruf, in der Politik, im Ehrenamtlichen Engagement und bei Freizeitaktivitäten, machte die bittere Erfahrung, dass sich Menschen aus ihrem Umfeld bewusst oder verunsichert zurückzogen, sobald das Wort „Demenz“ im Raum stand.
 
Sie ließ sich von der Krankheit nicht entmutigen, sondern fand ihre Mission darin. Bewusst, dass das Wort "Demenz" oft Unsicherheit oder Rückzug hervorruft, beschloss sie, etablierten Tabus entgegenzutreten. Seit 2020 engagiert sie sich in vielen regionalen Arbeitsgruppen, im Beirat „Leben mit Demenz“ der DAlzG, Berlin, in der European Working Group People with Dementia, Alzheimer Europe. Heute bringt sie ihre unternehmerischen Führungsqualitäten, technologisches Verständnis und Innovationsgeist in diese ehrenamtlichen Aktivitäten ein.
 
Ihr Ziel, ein stärkeres Bewusstsein für die Situation von Menschen mit Demenzerkrankungen zu schaffen, zieht sich wie ein roter Faden durch ihr ehrenamtlichen Engagement wie Öffentlichkeitsarbeit, soziale Integration und politische Advocacy. Mit Entschlossenheit wirbt sie für eine inklusivere und unterstützendere Gesellschaft. Lieselotte Klotz, geb. 1960 im Rheinland, alleinerziehende Mutter von drei Kindern, war bis 2017 erfolgreiche Geschäftsführerin einer großen IT-Firma. In ihrer Freizeit ist sie seit vielen Jahren leidenschaftliche Seglerin und liebt Technologien & Digitales. Die gebürtige Rheinländerin lebt heute in Kühlungsborn an der Ostsee. Seit Juni 2023 nun auch neues Mitglied im Patientenbeirat des DZNE

 

weiterführende Links:
Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Alzheimer Europe

 

 

 

Marion Nadke lebt seit 2008 mit der Diagnose cerebelläre Ataxie. Der Weg bis zu dieser Diagnose war lang und zermürbend, diese Erfahrung motiviert sie, sich für die Belange von Patientinnen und Patienten einzusetzen. Ihr Anliegen ist es, anderen Betroffenen einen langen Leidensweg bis zur Diagnose möglichst zu ersparen und insbesondere Menschen mit seltenen Erkrankungen eine Stimme zu geben.

Seit 2013 engagiert sie sich im Vorstand der Deutschen Heredo-Ataxie-Gesellschaft e. V., seit 2019 auch als 1. Vorsitzende, der Austausch mit anderen Betroffenen gibt ihr Kraft. Zudem schätzt sie die Vorträge des medizinischen Beirats der Gesellschaft sowie Erfahrungsberichte von Menschen, die mit einer Ataxie leben.

Im DZNE-Patientenbeirat möchte Marion Nadke dazu beitragen, die Gesellschaft stärker über neurodegenerative und seltene Erkrankungen aufzuklären. Dazu gehört für sie auch, bei Informationstagen des DZNE mit Vorträgen und Präsenz über die Lebenssituation der Betroffenen zu informieren. Ebenso wichtig ist ihr, Ärztinnen und Ärzte stärker für Ataxien zu sensibilisieren. Zugleich setzt sie sich dafür ein, dass sinnvolle Unterstützungsangebote im Gesundheitssystem ergänzend berücksichtigt und Forschungsvorhaben konsequent an den Bedürfnissen der Betroffenen ausgerichtet werden.

 

weiterführende Links:
Deutsche Heredo-Ataxie-Gesellschaft e. V. (DHAG)
Deutsche Huntington-Hilfe e.V.

 

Jens Reymann erhielt die Diagnose Parkinson 2019 – mit damals 48 Jahren. Um diesen Entwicklungen aktiv zu begegnen, gründete er nach einigen Jahren die Selbsthilfegruppe „Jupar“ für junge Menschen mit Parkinson (Jung und Parkinson Dresden). Nach 1,5 Jahren zählt die Gruppe 18 Mitglieder und bietet Austausch, Hilfestellung und Beratung – verbunden mit dem stärkenden Gefühl, nicht allein zu sein. 

Um soziale Kontakte zu pflegen und finanziell unabhängig zu bleiben, nahm er so lange am Arbeitsleben bei der Berufsfeuerwehr Dresden teil, wie es gesundheitlich möglich war. Wenn es seine Gesundheit zulässt, schöpft er zudem Kraft aus Bewegung, zum Beispiel beim Tischtennis in einem Parkinson-Verein (PPP – Pink Pong Parkinson).

Zum DZNE-Patientenbeirat kam er auf Empfehlung eines Mitarbeiters des DZNE Dresden. Seine Motivation: die Lebensbedingungen von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen zu verbessern – mit klarem Schwerpunkt Parkinson. Dabei setzt er auf eine pragmatische Herangehensweise, um Probleme lösungsorientiert anzugehen, er engagiert sich derzeit in der Partizipation in der Forschung. 


 

weiterführende Links:
Selbsthilfegruppe „Jupar“ für junge Menschen mit Parkinson

 

 

Michaela Winkelmann bringt eine außergewöhnliche Kombination aus persönlicher Erfahrung, langjährigem Engagement und strategischer Kommunikationskompetenz in den Patientenbeirat des DZNE ein. Als Angehörige einer Huntington-betroffenen Familie ist sie seit über 35 Jahren mit den komplexen Herausforderungen der Erkrankung vertraut – ihr Großvater, Vater und Onkel verstarben an Huntington, ihr Cousin lebt mit der juvenilen Form, und ihr Bruder nahm sich aus Angst vor der genetischen Belastung das Leben. Dass sie selbst nicht betroffen ist, erfuhr sie erst mit 35 Jahren - nach fast 20 Jahren in Angst und Unsicherheit – ein Wendepunkt, der ihr Engagement nachhaltig geprägt hat.

Seit 2011 ist sie in der Deutschen Huntington-Hilfe aktiv, zunächst als Jugendvertreterin und Beiratsmitglied, später im Vorstand und von 2017 bis 2023 als Bundesvorsitzende. Seit 2025 ist Sie Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Heredo-Ataxie-Gesellschaft e. V.. Als Leiterin einer Selbsthilfegruppe in Stuttgart und als langjährige Übersetzerin für HDBuzz macht sie internationale Forschung für deutschsprachige Betroffene zugänglich. 

Ihr Ziel im Patientenbeirat ist es, die Perspektiven von Angehörigen und nicht-genetisch Betroffenen systematisch zu integrieren, die Versorgung zu stärken und Forschungsthemen mit hoher Alltagsrelevanz zu fördern – insbesondere für junge Betroffene und Familien in belastenden Lebensphasen. Mit ihrer Stimme und Expertise möchte sie Brücken bauen zwischen Forschung und Lebensrealität, zwischen Hoffnung und Handeln – und dazu beitragen, dass die Huntington-Krankheit nicht nur medizinisch, sondern auch menschlich verstanden und adressiert wird.
 

 

weiterführende Links:
Deutsche Heredo-Ataxie-Gesellschaft e. V. (DHAG)
Deutsche Huntington-Hilfe e.V.
HDBuzz- Neuigkeiten zur Huntington-Forschung

 

 

 

Monika Kaus beschäftigt sich aktiv mit dem Thema Alzheimer seitdem ihre Mutter in den 90er Jahren erkrankte und im Jahr 2000 die Diagnose Alzheimer bekam. Seit 1999 ist Monika Kaus Mitglied der Alzheimer Gesellschaft Wiesbaden und war dort in den Jahren 2005 – 2009 als ehrenamtliches Vorstandsmitglied tätig. Seit 2006 unterstützt sie den Dachverband der Deutschen Alzheimer Gesellschaft als Schatzmeisterin, seit 2015 ist sie dort zudem erste Vorsitzende. Des Weiteren ist Monika Kaus Gründungsmitglied im Forum Demenz der Stadt Wiesbaden und dort in zwei Arbeitsgruppen „AG Öffentlichkeitsarbeit“ und „AG Pflege“ aktiv.  

 

weiterführende Links:
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Forum Demenz der Stadt Wiesbaden

 

 

 

Vera ist verheiratet, Mutter dreier Kinder und arbeitet als Lehrerin an einem Berufskolleg. Als sie die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) bekam, wurde ihr bisheriges Leben und das ihrer Familie auf den Kopf gestellt. Plötzlich gab es unendlich viele Fragen: Werde ich meine Kinder noch aufwachsen sehen? Müssen wir umbauen oder umziehen? Wann benötige ich einen Rollstuhl? Wie lange kann ich noch arbeiten? …

Um individuelle Antworten auf diese großen Fragen zu ermöglichen, ist die Unterstützung von PatientInnen und deren Angehörigen mit dem Fokus auf Selbsthilfe für Vera von großer Bedeutung. Ihr ist es wichtig, dass die Forschung zur Amyotrophen Lateralsklerose, sowie die Versorgungsforschung vorangetrieben wird, damit PatientInnen mehr Lebenszeit und Lebensqualität gewinnen. Neben wirksamen Medikamenten für alle Varianten der ALS, die Symptome lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, sind Hilfen zur Bewältigung des Alltags sinnvoll, damit der Spagat zwischen Verarbeitung der Diagnose, Umgang mit Familie und Freunden, Beantragungen von Pflegegrad, Schwerbehinderung und Hilfsmitteln, dem Verfassen einer Patientenverfügung und einem selbstbestimmten und erfüllten Leben gelingt.

Über ein ehemaliges Mitglied, das sie in der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) kennen lernte, ist sie seit Anfang 2023 Mitglied des DZNE Patientenbeirates. Seitdem ist sie aktiv bei Informationstagen und hat bei einem unterstützenden Brief zur Zulassung des ALS-Medikamentes Qalsody (Tofersen) durch die Europäische Arzneimittel-Agentur mitgewirkt. Sie engagiert sich in Gesprächskreisen der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke, in denen sich Betroffene und Angehörige austauschen und unterstützen..  

 

weiterführende Links:
Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V.

 

 

Direkter Kontakt zum DZNE-Patientenbeirat per E-Mail über:  patientenbeirat(at)dzne.de