Fellowship in Brasilien

DZNE-Forscher erhält renommierten Zusatzjob jenseits des Atlantiks

Bonn (Deutschland), Dezember 17. 2025. Dr. Lucas Secchim Ribeiro, Wissenschaftler im Forschungsbereich „Systemmedizin“ des DZNE, hat eine prestigeträchtige Position in seinem Heimatland Brasilien angetreten, die er mit seiner Tätigkeit am DZNE-Standort Bonn vereinbaren wird. Ribeiro – sein wissenschaftlicher Hintergrund liegt in der Immunologie und Bioinformatik – ist nun „Visiting Research Fellow“ an seiner Alma Mater, der Federal University of Minas Gerais (UFMG).

„Forschende in Brasilien können Wissenschaft auf höchstem Niveau betreiben – trotz der ständigen Herausforderungen, mit denen Entwicklungsländer konfrontiert sind. Ich fühle mich geehrt über die Chance, die akademische Bedeutung und Resilienz meines Heimatlandes herauszustellen und zugleich die Zusammenarbeit zwischen unseren Institutionen zu fördern“, sagt Ribeiro.

Forschung zu Infektionen

Seine Gastgeberin ist Prof. Dr. Vivian Vasconcelos Costa, Leiterin der Forschungsgruppe über Arboviren am Institut für Biologische Wissenschaften der UFMG. Gemeinsam werden sie Studien zu Infektionskrankheiten entwickeln, insbesondere zu COVID-19 und tropischen Infektionen. „Einige dieser durch Mücken übertragenen Erreger, wie die Chikungunya- und Zika-Viren, sind dafür bekannt, das Nervensystem zu beeinträchtigen. Somit kann ich meinen Hintergrund im Bereich der Immunologie mit der Arbeit am DZNE verknüpfen“, erklärt Ribeiro.

Datennutzung

Ein wichtiger Teil seiner Arbeit wird darin bestehen, Forschende in Brasilien in der Nutzung von Daten aus öffentlich zugänglichen Datenbanken zu beraten. „In weltweiten Beständen gibt es eine Fülle biomedizinischer Daten, die den sogenannten FAIR-Prinzipien entsprechen. Meine brasilianischen Kolleginnen und Kollegen möchte ich dabei unterstützen, diese Ressourcen optimal zu nutzen. Ich werde dazu meine Erfahrungen mit aktuellen Entwicklungen in der Datenwissenschaft mit ihnen teilen.“ Als Mitglied des „Swarm Learning Hub“ am DZNE wird Ribeiro zudem mit lokalen klinischen Partnern zusammenarbeiten – und dabei die Prinzipien des „Data Visiting“ einbringen, die in Bonn entwickelt wurden und auf dezentralem „Machine Learning“ beruhen.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen seiner akademischen Aufgaben wird Ribeiro auch in der Öffentlichkeitsarbeit tätig sein. „Die Federal University of Minas Gerais hat eine lange Tradition darin, die Wissenschaft dorthin zu bringen, wo sie am meisten gebraucht wird: an die Basis der Gesellschaft. Deshalb werden wir mit lokalen Schulen zusammenarbeiten und den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung wissenschaftlichen Denkens und kritischer Reflexion in ihrem Alltag vermitteln. Außerdem hoffe ich, in ihnen das Interesse für Immunologie und Data Science zu wecken. Ich freue mich sehr darauf“, sagt er.