EvalDem-RLP - Evaluation der Demenzstrategie Rheinland-Pfalz

Projektübersicht

Projektlaufzeit01.08.2023 - 31.05.2025
ProjektfinanzierungMinisterium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung (MASTD), Rheinland-Pfalz
ProjektleitungProf. Dr. Martina Roes
Projektkoordination und -mitarbeitAnna Louisa Hoffmann-Hoffrichter
Projektassistenz

Eva Heithecker (01.10.2023 – 31.07.2024)

Franziska Schneider (01.01.2025 – 31.05.2025)

KooperationspartnerZebralog (https://www.zebralog.de)

Hintergrund

Aus der stetig wachsenden Anzahl von Menschen mit Demenz leitet sich ein umfangreicher, gesamtgesellschaftlicher Auftrag ab, Menschen mit Demenz und ihre Angehörige in ihrer Lebenssituation zu unterstützen. Dazu zählt, für Menschen mit Demenz ein individuelles und selbstbestimmtes Leben zu gewährleisten und zu sichern. Darüber hinaus ist es notwendig, in der Versorgung von Menschen mit Demenz eine person-zentrierte Haltung zu entwickeln, in der die Person im Zentrum der Versorgung steht. Aus der Notwendigkeit, die Demenz als eine Priorität der öffentlichen Gesundheit zu machen, leitet sich die Forderung der Entwicklung europäischer und nationaler Demenzstrategien ab. Um dem auf nationaler Ebene gerecht zu werden, haben bereits vor Erstellung der nationalen Demenzstrategie einige Bundesländer regionale Demenzstrategien entwickelt, darunter auch Rheinland-Pfalz.

Die Demenzstrategie Rheinland-Pfalz wurde erstmalig 2003 durch die Landesregierung entwickelt und 2013 durch das Expertenforum Demenz evaluiert. In vier Arbeitsgruppen wurden durch das Expertenforum Demenz spezifische Empfehlungen als Handlungs- und Verfahrensanweisungen formuliert.

Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung (MASTD) hat dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) e.V., Standort Witten, als Kooperationspartner von Zebralog, einem Unternehmen zur Gestaltung von Beteiligungsprozessen und Dialogprojekten (Berlin und Bonn), für die Demenzstrategie Rheinland-Pfalz ein Evaluations- und Weiterentwicklungsauftrag erteilt: Im Kern geht es darum, die bisherige Demenzstrategie Rheinland-Pfalz sowie bestehende Strukturen zu evaluieren, mit verschiedenen Stakeholdern sowohl Ergebnisse der Evaluation als auch Empfehlungen im Rahmen eines aktiven Beteiligungsverfahrens zu diskutieren.

Ziele und Vorgehen

Aus dem erhaltenen Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung (MASTD) in Rheinland-Pfalz war es das Ziel des vorliegenden Projekts, die Demenzstrategie Rheinland-Pfalz zu evaluieren und gemeinsam mit relevanten Akteur:innen partizipativ Handreichungspunkte zu entwickeln, die zur Aktualisierung der Demenzstrategie Rheinland-Pfalz beitragen können. 

Die Evaluation bestand aus zwei Schritten:

Schritt 1: Zur Analyse der Ist-Situation der Demenzstrategie Rheinland-Pfalz wurde ein zweiphasiges Online-Umfrage-Verfahren von Oktober 2023 bis Januar 2024 durchgeführt. Studienteilnehmende sind verschiedene Akteur:innengruppen, wie z.B. professionelle Akteur:innen der Gesundheitsversorgung, des Landesgremium Demenz, Wohlfahrtsverbände, kommunale bzw. private Träger. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet. 

Schritt 2: Um herauszufinden, wie sich die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen gestaltet und welche Verbesserungsvorschläge und Maßnahmen für Rheinland-Pfalz sich daraus ableiten, wurden Expert:inneninterviews durchgeführt (Februar bis April 2024). Studienteilnehmende waren Menschen mit Demenz, Angehörigen von Menschen mit Demenz und professionell Tätige (wie z.B. Pflegende, Ärzt:innen). Die Expert:inneninterviews wurden qualitativ inhaltsanalytisch ausgewertet.

Der gesamte Prozess wurde durch ein wissenschaftliches Dialoggremium begleitet. Deren Aufgabe war es, das Studienteam zu wichtigen Fragestellungen und Themen zu beraten sowie gemeinsam Ergebnisse kritisch zu diskutieren. Das wissenschaftliche Dialoggremium war interdisziplinär, multiprofessionell zusammengesetzt und bestand aus u.a. Akteur:innen der Gesundheitsversorgung. Auch eine Vertreterin des DZNE Patient:innenbeirats und eine pflegende Angehörige waren Teil des Gremiums. 

Ergebnisse

Die Evaluationsergebnisse der Online-Umfrage wurden mit den Ergebnissen der Interviews zusammengeführt. Daraus wurden drei thematisch übergeordnete Themen identifiziert: „Demenz- und Kultursensitivität“, „Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und Angehörige“ sowie „Versorgungsstrukturen und Konzepte in der Region“. Diese übergeordneten Themen bildeten die Grundlage des Beteiligungsprozesses. Dieser umfasste fünf Austauschrunden von April 2024 bis Februar 2025 in Rheinland-Pfalz mit Akteur:innen der Versorgung von Menschen mit Demenz, Menschen mit Demenz und Angehörigen von Menschen mit Demenz. Zu den drei thematisch übergeordneten Themen hatten Akteur:innen in den Austauschrunden die Möglichkeit, Ergänzungen vorzunehmen und Lösungsvorschläge zu formulieren, Zusammen mit den Evaluationsergebnissen und den Lösungsvorschlägen hat das wissenschaftliche Team des DZNE Witten systematisch und strukturiert Empfehlungen synthetisiert (1. Entwurf). Kennzeichnend für diese Empfehlungen ist, dass sie eine Versorgungsqualität formulieren, anhand derer sich verschiedene Maßnahmen ableiten lassen, und die mit den Themen der Akteur:innen der Austauschrunden korrespondieren. Dieser Entwurf wurde mit den Akteur:innen in der letzten und fünften Austauschrunde (Feb. 2025) intensiver besprochen und angepasst. Die finalisierten Empfehlungen wurden am 26. Mai 2025 an die Ministerin Dörte Schall (MASTD) in Mainz durch Prof. Dr. Martina Roes übergeben. 

Anna Louisa Hoffmann-Hoffrichter
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stockumer Str. 12
58453 
Witten
anna-louisa.hoffmann(at)dzne.de
+49 2302 926-253