MOTION-UE Stroke

Prospektive Validierung markerloser Bewegungsanalyse (markerless motion capture) zur KI-gestützten Quantifizierung von Arm-/Handmotorik nach Schlaganfall

Allgemeines

In unserer Studie MOTION-UE Stroke untersuchen wir, wie sich Störungen der Arm- und Handfunktion nach einem Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) mithilfe moderner digitaler Verfahren differenzierter erfassen lassen. In die Studie werden Patient:innen nach einem akut aufgetretenen ischämischen Ereignis eingeschlossen, bei denen entweder neu aufgetretene milde bis moderate Beeinträchtigungen der oberen Extremität bestehen oder keine klinisch nachweisbare motorische Einschränkung vorliegt, um unterschiedliche motorische Ausprägungen systematisch vergleichen zu können. Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Bonn und der Klinik für Vaskuläre Neurologie der Universitätsklinik Bonn.

Hintergrund und Ziele

Leichte Störungen der Arm- und Handmotorik sind nach Schlaganfall oder TIA klinisch häufig relevant, werden im Versorgungsalltag jedoch nicht immer mit ausreichender Genauigkeit erfasst. Insbesondere subtile Einschränkungen der Feinmotorik, Koordination oder Ermüdbarkeit können trotz ihrer hohen Bedeutung für Alltagsaktivitäten unentdeckt bleiben. 

Ziel der Studie ist es daher, aus standardisierten Videoaufnahmen und Tablet-basierten Aufgaben objektive digitale Bewegungsparameter abzuleiten. Diese sollen dazu beitragen, milde motorische Einschränkungen präziser und standardisierter zu beschreiben und ihre Zusammenhänge mit klinischen Befunden, bildgebenden Merkmalen sowie der subjektiv erlebten Einschränkung im Alltag besser zu verstehen.

Übersicht

Im Rahmen der Studie werden verschiedene klinische und digitale Untersuchungsverfahren kombiniert, um die Arm- und Handmotorik nach Schlaganfall oder TIA möglichst differenziert zu erfassen. Dazu gehören insbesondere:

  • Standardisierte Videoaufnahmen, mit denen Bewegungen von Arm und Hand während definierter Aufgaben dokumentiert werden.
  • Tabletbasierte Aufgaben, mit denen insbesondere Feinmotorik, Koordination und zielgerichtete Bewegungsabläufe erfasst werden.
  • Eine strukturierte klinisch-neurologische Untersuchung zur Beurteilung von Kraft, Reflexen, Muskeltonus und weiteren motorischen Funktionen.
  • Fragebögen zur funktionellen Einschränkung und Lebensqualität, um die subjektiv erlebte Beeinträchtigung im Alltag abzubilden.
  • Klinische Routinedaten und bildgebende Befunde aus der Regelversorgung, um digitale Messwerte mit klinischen und neuroanatomischen Merkmalen in Beziehung zu setzen.

Durch die Kombination dieser unterschiedlichen Untersuchungsbausteine soll ein möglichst umfassendes Bild der Arm- und Handfunktion sowie ihrer Bedeutung für den klinischen Alltag gewonnen werden.

Ablauf der Studie

Nachdem wir die Ein- und Ausschlusskriterien geprüft und Sie Ihre Einwilligung erteilt haben, erfolgt eine Untersuchung zu Studienbeginn. Dabei werden

  • standardisierte Videoaufnahmen der Arm- und Handmotorik angefertigt, 
  • Tablet-basierte Aufgaben zur Feinmotorik durchgeführt, 
  • eine klinisch-neurologische Untersuchung vorgenommen und 
  • kurze Fragebögen erhoben. 

Ergänzend erfassen wir relevante medizinische und demografische Angaben sowie bildgebende Befunde aus der klinischen Regelversorgung. 

Optional findet 90 Tage nach Studienbeginn ein Follow-up statt, bei welchem die wesentlichen Assessments wiederholt werden, um Veränderungen im Verlauf zu erfassen.

Leiter der StudieProf. Dr. Gabor Petzold
Beginn: 05/2026
Status: monozentrisch (DZNE Bonn), Rekrutierung aktiv

Studienkoordination / Kontakt:
DZNE Bonn
Universitätsklinikum Bonn - Klinik für vaskuläre Neurologie
Dr. Hannah Asperger
asperger.hannah(at)dzne.de
+49 228 287-15780