Pharmakoepidemiologie

Prof. Dr. Britta Hänisch

Forschungsschwerpunkte

Multimorbidität und Polypharmazie erhöhen das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Viele Arzneimittel beeinflussen auch kognitive Prozesse. Im Rahmen der pharmakoepidemiologischen Auswertungen der Arbeitsgruppe werden daher Effekte von unterschiedlichen Arzneimitteltherapien auf Aspekte wie kognitive Leistungsfähigkeit, Stürze und Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen untersucht. Die zurzeit bei Demenz eingesetzten Arzneistoffe können keine dauerhafte Verbesserung der Symptome oder Heilung bewirken. Daher ist es wichtig, modifizierbare Risikofaktoren und Interventionen zu detektieren, die den Krankheitsverlauf beeinflussen können. Somit ist auch ein sogenanntes drug repositioning möglich. Ziel ist es, die Arzneimitteltherapie im Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit besser beurteilen zu können und besondere Risikokonstellationen beim Einsatz unterschiedlicher Behandlungssettings zu erkennen. Damit trägt die Pharmakoepidemiologie zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei. Dieser Ansatz kann gleichzeitig als Grundlage für zukünftige gesundheitspolitische Entscheidungen dienen.

Für die Auswertungen verwenden wir unterschiedliche Datenquellen, die sowohl Primär- als auch Sekundärdaten umfassen. Zu den Primärdaten gehören longitudinale Kohortenstudien. Diese zeichnen sich durch eine große Datentiefe aus. Eine detaillierte Dokumentation von soziodemographischen Parametern, Kognition, Komorbiditäten, Medikation, Laborwerten, Bildgebungsdaten und genetischen Daten erlaubt umfangreiche pharmakoepidemiologische Analysen. Einflussfaktoren für Kognitionsverlust und Demenz können identifiziert und Möglichkeiten für eine individualisierte Therapie aufgezeigt werden. Eine weitere Datenquelle sind Sekundärdaten, sogenannte Routinedaten, von Krankenkassen. Diese Daten enthalten Variablen wie Medikation, Diagnosen und Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Leistungen, wodurch pharmakoepidemiologische Analysen populationsbasiert mit einem sehr großen Stichprobenumfang möglich sind. Die Einbeziehung von Daten aus der angewandten klinischen Forschung sowie von Routinedaten erlaubt es, das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Arzneistoffen sowie die Wirksamkeit des Arzneimittelgebrauchs detailliert zu untersuchen.

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