Demographische Studien

Prof. Dr. Gabriele Doblhammer

Forschungsschwerpunkte

Da immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, sind neurodegenerative Erkrankungen ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft geworden.

Eine zuverlässige Datenbank mit den aktuellen Zahlen von Personen mit neurodegenerativen Erkrankungen ist unverzichtbar für die Vorhersage der zukünftigen Anzahl der Menschen mit solchen Erkrankungen und der damit verbundenen Kosten für medizinische Versorgung und Pflege. Unser Ziel ist daher die Etablierung einer deutschlandweiten Datenbank („NeuroDiseaseMonitor“) basierend auf den Daten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Dabei sollen umfassend, genau und langfristig Daten zu Charakteristika neurodegenerativer Erkrankungen erfasst und einem wissenschaftlichen und interessiertem Publikum zur Verfügung gestellt werden.

Zudem arbeitet unsere Arbeitsgruppe basierend auf verschiedenen Datenquellen (u.a. Abrechnungsdaten der AOK vom Wissenschaftlichen Institut der AOK, DaTraV-Daten vom DIMDI, Surveydaten wie SHARE, Berliner Altersstudie II (BASE-II))  im Wesentlichen an drei Themenbereichen:

  • Prävalenz, Inzidenz, räumliche Muster und Trends von Demenz und Parkinson
  • Risikofaktoren der Demenz
  • Demenz, Pflege und Sterblichkeit.

Die Nutzung demographischer und epidemiologischer Methoden sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Arbeitsgruppen am DZNE und Forschungsinstitutionen auf nationaler und internationaler Ebene erlauben eine tiefgreifende Analyse von Ursachen, Determinanten und Trends neurodegenerativer Erkrankungen.

Die Abrechnungsdaten der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) als mitgliederstärkste deutsche Krankenversicherung erlauben die Untersuchung von Fragestellungen zu Gesundheit und Sterblichkeit im Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen. Dazu gehören die Erfassung epidemiologischer Beobachtungsgrößen (Prävalenz, Inzidenz, Lebenserwartung mit/ohne Demenz) und Trends, Informationen zu Pflege und Institutionalisierung oder die Durchführung pharmakoepidemiologischer Studien.

Die jüngst vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) zur Verfügung gestellten DaTraV-Daten ermöglichen es, anhand von Abrechnungsdaten aller gesetzlich versicherten Personen in Deutschland (ca. 70 Mio.) die Verteilung neurodegenerativer Erkrankungen zu erfassen. Die Analysen geben Auskunft über den aktuellen Versorgungsbedarf sowie über zeitliche Trends und stellen deshalb eine wichtige Informationsquelle bezüglich des Erkrankungsgeschehens von Demenz und Parkinson dar.

Die Daten des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) und insbesondere die Lebenslaufinformationen aus SHARELIFE ermöglichen die Untersuchung von Bedingungen im frühen und mittleren Lebensabschnitt und deren Einfluss auf die Kognition im Alter. So wurde zum Beispiel analysiert, wie sich der Konjunkturzyklus zum Zeitpunkt der Geburt auf kognitive Funktionen im Alter 50+ auswirken und wie dieser Zusammenhang durch Lebensumstände in der Kindheit moduliert werden kann.

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