Förderung für Münchner ALS-Forscherin

100.000 Franken für Forschung zu Immunmechanismen

München, 12. Dezember 2025. Dr. Qihui Zhou, Neurowissenschaftlerin am DZNE-Standort München, erhält von der Frick Foundation for ALS Research (Schweiz) eine Förderung über 100.000 Schweizer Franken für zwei Jahre. In dem geförderten Projekt will Zhou gemeinsam mit ihrer Forschungsgruppe die Rolle des Immunsystems bei der häufigsten genetischen Form der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) untersuchen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie bestimmte Immunzellen den Krankheitsverlauf beeinflussen.  

ALS ist eine verheerende neurodegenerative Erkrankung, bei der im Gehirn und Rückenmark Nervenzellen zugrunde gehen, die die Muskulatur steuern. Die Krankheit geht mit einer fortschreitenden Lähmung der Muskeln einher und führt – meist innerhalb weniger Jahre – zum Tode. Bislang gibt es keine heilende Therapie für ALS. Ein Teil der Erkrankungen ist genetisch bedingt. Besonders häufig sind Veränderungen in einem Gen namens C9orf72.  

Hier setzt das neue, von der Frick Foundation finanzierte Vorhaben an: Qihui Zhou und ihre Forschungsgruppe erforschen, warum spezielle Immunzellen (sogenannte Gamma-Delta-T17-Zellen) bei C9orf72-assoziierter ALS ins Nervensystem gelangen und deren Auswirkungen. Es gibt Hinweise, dass diese Zellen Entzündungsprozesse beeinflussen – und damit möglicherweise den Krankheitsverlauf mitbestimmen.  

Grundlagen für zukünftige Therapien  

Das Vorhaben baut auf Ergebnissen aus Zhous vom Europäischen Forschungsrat (ERC) geförderter Forschung zu ALS und FTD auf. Mit der Unterstützung der Frick Foundation will die Neurowissenschaftlerin mit ihrem Team das Verständnis der Krankheitsmechanismen, die der ALS zugrunde liegen, weiter vertiefen – und damit den Weg für neue Ansätze in der Diagnostik und Therapien bereiten.