500.000 Euro für Göttinger DZNE-Wissenschaftler

VolkswagenStiftung fördert internationales Forschungsprojekt

Prof. Markus Zweckstetter vom Göttinger Standort des DZNE erhält 500.000 Euro für ein Forschungsprojekt, in dem er den Ursprung des genetischen Codes erforschen wird.

Das internationale Projekt „A Novel Complementarity at the Heart of Biology“ wird für die kommenden fünf Jahre von der Volkswagen-Stiftung im Rahmen der Initiative „Leben? – Ein neuer Blick der Naturwissenschaften auf die grundlegenden Prinzipien des Lebens“ gefördert. Beteiligt an diesem Kooperationsvorhaben sind neben dem DZNE die Universität Hamburg und die Universität Wien. Von den 1,5 Millionen Gesamtbudget erhält Prof. Zweckstetter 500.000 Euro.

Die „Bauanleitung“ der Gene erforschen

Im Projekt, das nun startet, sollen die Struktur und der mögliche Ursprung des genetischen Codes untersucht werden. Der genetische Code steuert die Entwicklung eines Lebewesens. So bedingt er zum Beispiel, dass ein Mensch Locken oder glatte Haare hat oder eine erbliche, angeborene Krankheit– wie etwa bestimmte Formen von Gehirnerkrankungen– von einem Elternteil „erbt“.

„Dieses ‚Programm‘ gilt für alle Lebewesen – egal, ob bei Bakterien, Mäusen, Fischen, Tigern oder Menschen. Daher spricht man auch vom universellen genetischen Code“, erklärt Markus Zweckstetter. Er und seine Forschungsgruppe am DZNE werden im Projekt untersuchen, wie dieser Code entstanden sein könnte: „Er hat sich vor Milliarden von Jahren entwickelt. Wie genau, wollen wir nun herausfinden und damit eine Brücke von der Vergangenheit, vom Ursprung des Lebens, in die Gegenwart bauen.“ Deshalb werden die Forschenden Experimente mit biotechnologisch gewonnenen Proteinen im Labor durchführen. Diese Proteine wurden mit Hilfe eines Darmbakteriums künstlich hergestellt. Das Forschungsteam will analysieren, wie sich Proteine im genetischen Code an Nukleinsäuren (DNA, RNA) binden – und warum jedes Protein ein perfekt passendes Nukleinsäuren-Gegenstück hat. Dafür nutzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch biophysikalische Methoden wie die NMR-Spektroskopie und Lichtmikroskopie. „Von unseren Erkenntnissen könnten möglicherweise zukünftige Therapien erblicher Gehirnerkrankungen profitieren, die unmittelbar im genetischen Code an der DNA oder der RNA ansetzen und verhindern, dass die darin enthaltene krankheitsenthaltende Information umgesetzt wird“, so Zweckstetter.

Oktober 2020

Hintergrund

Die Förderinitiative "Leben? – Ein neuer Blick der Naturwissenschaften auf die grundlegenden Prinzipien des Lebens" wurde im Jahr 2015 eingerichtet. Bis 2020 wurden 36 Projekte, meist internationale Kooperationsvorhaben, mit insgesamt 48 Mio. EUR bewilligt. In den kommenden Jahren liegt der Förderfokus auf Statussymposien für einen wissenschaftlichen Austausch und zur Vernetzung der geförderten Projekte.

Mehr Informationen zum Projekt „A Novel Complementarity at the Heart of Biology“

Mehr Informationen zur Förderinitiative "Leben? – Ein neuer Blick der Naturwissenschaften auf die grundlegenden Prinzipien des Lebens"

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