EU-Atlas Demenz und Migration

Versorgungsepidemiologische Analyse von Demenz-Prävalenzen und demenzspezifischen Informations-, Beratungs- und Versorgungsangeboten für Menschen mit Migrationshintergrund in EU- und EFTA-Staaten

Projektübersicht

Projektzeitraum2019 - 2021
ProjektförderungRobert Bosch Stiftung
ProjektleitungDr. Jochen René Thyrian
ProjektkoordinationDr. Jochen René Thyrian
Projektmitarbeiter/-innenJessica Monsees
Tim Schmachtenberg

 

Hintergrund

Die Versorgung von demenziell erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund stellt eine besondere Herausforderung für die Gesellschaften und Gesundheitssysteme in Europa dar. Während wissenschaftliche Untersuchungen deutlich aufzeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund unzureichend in das Gesundheitssystem integriert sind und Menschen mit Demenz zu spät sowie häufig auch unzureichend eingebunden sind, ist die Forschung und Information über Menschen mit Migrationshintergrund, die an einer Demenz erkrankt sind, ungenügend. Unbekannt ist zudem, inwieweit bestehende Herausforderungen in der Behandlung und Versorgung der Menschen mit Migrationshintergrund mit Demenz seitens des Gesundheitssystems, der Gesellschaften und der Fachdisziplinen aufgenommen werden und inwiefern die nationalen Strategien zur Demenzversorgung diese Population im Fokus haben.

Ziele des Projekts

Ziel des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projektes „Atlas zu Prävalenz von dementiell erkrankten Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa“ ist es, einen Atlas zu veröffentlichen, der den Staaten der europäischen Gemeinschaft, den für die Demenzversorgung relevanten Entscheidungsträgern und den Versorgungsanbietern einen Überblick über die Situation der Menschen mit Migrationshintergrund und Demenz in Europa gibt. Damit soll die transnationale und intersektorale Vernetzung von Planern und Dienstleistern im Rahmen der Demenzversorgung gefördert und ein Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation von Menschen mit Migrationshintergrund und Demenz geleistet werden.

Vorgehensweise

Die Projektmitarbeiter führen eine versorgungsepidemiologische Analyse der Prävalenz von Demenzerkrankungen bei Menschen mit Migrationshintergrund in EU- und EFTA-Staaten durch. Zudem wird die Versorgungssituation von Menschen mit Migrationshintergrund und Demenz bzw. einzelnen ethnischen Gruppen in den jeweiligen europäischen Ländern untersucht. Dazu werden halbstrukturierte Interviews mit länderspezifischen Experten, Literaturanalysen und Expertenworkshops durchgeführt. Dabei liegt der Fokus auf der Identifizierung und Untersuchung von spezifischen Informations- und Beratungsangeboten, Diagnostikinstrumenten, Behandlungs- und Versorgungsangeboten sowie Unterstützungsleistungen für Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige aus dieser Population. Bereits durchgeführt wurden vergleichende Analysen von nationalen Demenzplänen/-strategien und Versorgungs-/Behandlungsleitlinien von EU- und EFTA-Staaten hinsichtlich ihres Migrationsbezuges. Die Resultate der im Rahmen dieses Projektes durchgeführten Analysen werden kartographisch aufgearbeitet und zu Länderprofilen zusammengefasst, welche in einem Atlas dargestellt werden.  

Erwartete Ergebnisse

Die Ergebnisse des Projektes sollen zunächst zur Information und Sensibilisierung von Versorgungsplanern und –anbietern hinsichtlich der Thematik Demenz und Migration beitragen. Langfristig soll eine evidenzbasierte Verbesserung bzw. Optimierung der Situation an Demenz erkrankter Menschen mit Migrationshintergrund erreicht werden, indem Beispiele und Lösungsansätze einer breiteren (Fach-)öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mithilfe der aufbereiteten Demenz-Prävalenzen lassen sich Herausforderungen für einzelne Regionen innerhalb des EU- und EFTA-Raumes quantifizieren. Eine europaweite Analyse von Versorgungsbedarfen und -lücken liefert zudem wertvolle Hinweise für die Gestaltung der Gesundheitssysteme und zeigt auf, in welchen Bereichen weitere Aufklärung bzw. eine Erhöhung der Sichtbarkeit von Menschen mit Migrationshintergrund notwendig ist. Die Veröffentlichung eines Demenzatlasses mit zusammenfassenden regionalen Analysen auf europäischer Ebene kann somit als Grundlage für die Weiterentwicklung der Gesundheitsregion Europa dienen und zur Reduktion von gesundheitlichen Ungleichheiten speziell bezüglich Menschen mit Migrationshintergrund und Demenz beitragen.


Kontakt

Jessica Monsees
Doktorandin
jessica.monsees@dzne.de
 +49 3834 8619-534
Tim Schmachtenberg
Doktorand
tim.schmachtenberg@dzne.de
 +49 3834 8619-552

Publikationen

Vorträge/ Poster

Monsees J, Schmachtenberg T, Thyrian J. EU-Atlas – Demenz & Migration. Institutsseminar; Veranstaltende Person/Stelle: Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald (ICM); 2019 Dez 17; Hörsaal Institut für Community Medicine (ICM) Elllernholzstraße 1-2 17489 Greifswald.

Monsees J, Schmachtenberg T, Hoffmann W, Stentzel U, van den Berg N, Thyrian J. European atlas on dementia and migration. North Sea Dementia Group - Annual Meeting; Veranstaltende Person/Stelle: North Sea Dementia Group; 2019 Apr 12; Stuttgart

Monsees J, Schmachtenberg T, Hoffmann W, Kind A, Gilmore-Bykovskyi A, Kim A, Thyrian J. Die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen durch Türkei-stämmige Menschen mit Demenz. (Vortrag) Versorgung und Teilhabe im Alter; 2019 Sep 19; Berlin.

Monsees J., Schmachtenberg T., Thyrian J., DZNE-Workshop: EU-Atlas - Dementia & Migration (Workshop). 2019 Okt 24; Den Haag, Niederlande.

Monsees J, Hoffmann W, Stentzel U, van den Berg N, Thyrian J. People with dementia and migration background in Europe. EFID Steering Committee Meeting; Veranstaltende Person/Stelle: European Foundations' Initiative On Dementia; 2019 Mär 11; Paris.

Schmachtenberg T, Monsees J, Hoffmann W, van den Berg N, Stentzel U, Thyrian J. Comparing national dementia plans and strategies in Europe Is there a focus of care for people with dementia from a migration background?. (Poster) First Krems Dementia Conference; 2019 Nov 06; Krems/ Österreich.

Thyrian J. EU-Atlas - Dementia & Migration. Workshop on Dementia & Migration; Veranstaltende Person/Stelle: DZNE Rostock/Greifswald; 2019 Okt 24; Den Haag/ Niederlande, Marriot-Hotel Den Haag.

Thyrian J. Transforming evidence into action - challenges on the way to provide appropriate care for people with dementia and migration background in Europe. ADRC-DZNE Dementia Reserch Workshop; Veranstaltende Person/Stelle: University of Wisconsin; 2019 Okt 15; Madison/ Wisconsin, Union South.

Wissenschaftliche Publikationen

Monsees J*, Schmachtenberg T, Hoffmann W, Kind A, Gilmore-Bykovskyi A, Kim A, Thyrian J. Dementia in People with a Turkish Migration Background—Experiences and Utilization of Healthcare Services. (Originalartikel) JOURNAL OF ALZHEIMERS DISEASE. 2020. (In Press)

Monsees J*, Hoffmann W, Thyrian J. Prävalenz von Demenz bei Menschen mit Migrationshintergrund. (Originalartikel) ZEITSCHRIFT FUR GERONTOLOGIE UND GERIATRIE. 2019; 52:654-660.

Schmachtenberg, T., Monsees, J., Hoffmann, W. et al. Comparing national dementia plans and strategies in Europe – is there a focus of care for people with dementia from a migration background?. BMC Public Health 20, 784 (2020). https://doi.org/10.1186/s12889-020-08938-5. Download-Link: https://rdcu.be/b4qql

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