Adulte Neurogenese
Prof. Dr. Gerd Kempermann
Gruppenleiter und Standortsprecher
Fetscherstr. 105
01307 Dresden

gerd.kempermann@dzne.de
 +49 351 458-82201

Forschungsschwerpunkte

Neue Neuronen für alte Gehirne

Adulte Neurogenese, die Bildung neuer Nervenzellen im erwachsenen Gehirn, wird zunehmend als ein wichtiger Aspekt der strukturellen Plastizität gesehen. Eine Population von Stammzellen, die das ganze Leben bestehen bleibt, ist die Quelle neuronaler Entwicklung im ansonsten "nicht-neurogenen" Gehirn. Neue Nervenzellen werden, abhängig von Aktivität und Erfahrung, vor allem dem Netzwerk des Hippocampus, dem "Tor zum Gedächtnis", zugefügt. Sie bringen Flexibilität in das Netzwerk, vor allem, wenn neue Informationen in vertrauten Kontext integriert werden müssen, eine Funktion, die oft bei Neurodegeneration, Demenz und Depression verloren geht. Zumindest bei Tieren wirken körperliche und kognitive Aktivität dem altersbedingten Verlust adulter Neurogenese entgegen und bilden was wir als "neurogene Reserve" bezeichnen.

 mehr dazu

Eine Gruppe, zwei Standorte

Unsere Gruppe besteht aus zwei "Abteilungen", eine am CRTD - Center for Regenerative Therapies Dresden und eine am DZNE Dresden. Beide untersuchen die adulte Neurogenese im Hippocampus und ihre Regulation durch Gene und Aktivität. Der DZNE-Teil der Gruppe konzentriert sich dabei auf drei Aspekte, die besonders im Kontext der Neurodegeneration und der Forschungsmission  des DZNE als Ganzes relevant sind.

1. Stammzellmodelle
Ziel dieser Forschung ist eine Verbesserung neuronaler Stammzellkulturen aus dem adulten Hippocampus von Mäusen und Menschen, insbesondere durch die Kombination von klassischen Zellkulturtechniken mit modernen Biomaterialien (Kooperation mit Carsten Werner, CRTD).

2. Epigenetik
Aktivität hat nachhaltige Auswirkungen auf die adulte Neurogenese und beispielsweise die proliferative Aktivität der neuronalen Stammzellen im Hippocampus. Wir untersuchen, wie diese Aktivität die Genexpression verändert und wie epigenetische Mechanismen diese Änderungen kontrollieren. Die Hypothese ist, dass die "neurogene Reserve" mit einem charakteristischen epigenetischen Zustand verknüpft ist.

3. Untersuchung von menschlichen Funktionen im neurogenetischen Zusammenhang
Fortschritte bei der Identifizierung der funktionellen  Beiträge neuer Neurone im Hippocampus eröffnen die Möglichkeit, diese Funktion beim Menschen, auch bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen, zu untersuchen.

Die Homepage des Kooperationspartners finden sie hier.

Schlüsselpublikationen

Alexander Garthe, Ingo Roeder, Gerd Kempermann. Mice in an enriched environment learn more flexibly because of adult hippocampal neurogenesis. Hippocampus. 2016 Jan. 31; 26:261-271. doi: 10.1002/hipo.22520
Julia Freund, Andreas M. Brandmaier, Lars Lewejohann, Imke Kirste, Mareike Kritzler, Antonio Krüger, Norbert Sachser, Ulman Lindenberger, Gerd Kempermann. Emergence of individuality in genetically identical mice. Science. 2012 Dec. 31; 340:756-759. doi: 10.1126/science.1235294
Kempermann G, Jessberger S, Steiner B, Kronenberg G. Milestones of neuronal development in the adult hippocampus. Trends Neurosci. 2004 Aug. 01; 27:447-52. doi: 10.1016/j.tins.2004.05.013
van Praag H, Kempermann G, Gage FH. Running increases cell proliferation and neurogenesis in the adult mouse dentate gyrus.. Nat Neurosci. 1999 Mar. 01; 2:266-70. doi: 10.1038/6368
Kempermann G, Kuhn HG, Gage FH. More hippocampal neurons in adult mice living in an enriched environment. Nature. 1997 Apr. 03; 386:493-5. doi: 10.1038/386493a0

Info-Hotline

Donnerstags 13.30-16.30 Uhr

Für Patienten 0800-7799001

(kostenlos)

Für Ärzte 01803-779900

(9 Cent/Min. dt. Festnetz, mobil evtl. teurer)