Neurodegeneration in einer alternden Gesellschaft

Eine mögliche Folge von Neurodegeneration ist Demenz – der Verfall geistiger Fähigkeiten. Die Symptome sind vielfältig: insbesondere Gedächtnisprobleme sowie Sprach- und Orientierungsstörungen gehören dazu. Bei Menschen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist die Persönlichkeit nahezu ausgelöscht. Da sie den Alltag nicht mehr alleine bewältigen können, sind sie auf dauerhafte Pflege angewiesen.

In Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa 1,5 Millionen Menschen mit Demenz. Viele von ihnen sind an Alzheimer erkrankt. Doch auch andere Krankheiten können eine Demenz auslösen.

Junge wie alte Menschen können davon betroffen sein. Demenzerkrankungen treten aber vorwiegend im späteren Erwachsenenalter auf. Statistisch gesehen nimmt das Krankheitsrisiko mit dem Alter, insbesondere ab dem 65. Lebensjahr, immer weiter zu. Damit zählen Demenzerkrankungen zu den großen Herausforderungen für eine Gesellschaft wie der unsrigen, in der die Menschen immer länger leben. Ohne entscheidende Fortschritte bei Vorbeugung und Therapie könnte die Zahl der Menschen mit Demenz hierzulande bis 2050 auf rund drei Millionen anwachsen. Die Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem wären erheblich. Die Versorgung der Patienten würde beträchtliche finanzielle und personelle Ressourcen beanspruchen – und geeignete Strukturen etwa für die häusliche Pflege erfordern.

Für das Jahr 2008 beziffert das Statistische Bundesamt die Kosten für die professionelle, medizinische und pflegerische Versorgung von Demenzkranken mit etwa 10 Milliarden Euro. Die gesellschaftlichen Gesamtkosten sind weitaus höher. Allerdings schwer zu quantifizieren. Dafür sind unter anderem Einkommenseinbußen zu berücksichtigen. Denn die meisten Demenzkranken werden unentgeltlich von Angehörigen gepflegt, die dadurch nicht oder nur eingeschränkt berufstätig sein können. Grobe Schätzungen der gesellschaftlichen
Gesamtkosten für Deutschland gehen von 40 bis 50 Milliarden Euro pro Jahr aus.