Projektübersicht

Projektlaufzeit: 2016 – 2018
Projektfinanzierung: Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, DZNE Eigenmittel
Projektleitung: JProf. Dr. Margareta Halek
Projektkoordination: Dr. Milena von Kutzleben (in Elternzeit)
Projektmitarbeiter/innen: Prof. Dr. Martina Roes, Dr. Bernhard Holle, Daniel Purwins, Ina Hartwig

Kooperationspartner:
Städtische Seniorenheime Krefeld, Andreas Kutschke
Hochschule Esslingen, Prof. Dr. Reinhold Wolke

Hintergrund

Wenn hilfe- und pflegebedürftige Menschen in der Häuslichkeit versorgt werden, sind häufig unterschiedliche Institutionen und Leistungserbringer beteiligt, was einen hohen Koordinationsaufwand für die Betroffenen und die an der Versorgung beteiligten Personen bedeutet. Durch diese Fragmentierung im Versorgungssystem kommt es zu Schnittstellenproblematiken. Brüche in der Versorgungskontinuität oder sogar zu Versorgungslücken und Fehlversorgung.

Das Gesamtversorgungskonzept der die Städtischen Seniorenheime Krefeld (SSK)  versucht daher eine integrierte, vernetzte und aufeinander abgestimmte Versorgung zu gewährleisten. Dafür werden ambulante, stationäre und teilstationäre Leistungen für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in der Häuslichkeit von einer Anlaufstelle koordiniert angeboten. Vier vollstationäre Pflegeeinrichtungen unter dem Dach der SSK bieten diese Versorgungsangebote an. Der Anspruch dabei ist es, sich am sozialen Raum und den individuellen Bedürfnissen und Bedarfen der Nutzer/innen zu orientieren.

Mit dem Projekt Vifa setzen die SSK einen quartiersbezogenen Gesamtversorgungsvertrag nach § 72 Abs. 2 SGB XI um, der in NRW bislang einmalig ist. Damit können ambulante und stationäre Leistungen aus „einer Hand“ angeboten und direkt mit den Pflegekassen abgerechnet werden.

Ziele des Projekts

Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung ist es, herauszufinden, ob das Gesamtversorgungskonzept für die beteiligten Akteurinnen und Akteure von Nutzen ist. Dafür werden mehrere Perspektiven untersucht. Ob die in diesem Rahmen angebotenen Leistungen die häusliche Versorgungssituation beeinflussen und unterstützen und wie die Nutzer/innen und deren Familien die Leistungen bewerten, wird in der Perspektive der Nutzer/innen untersucht. In der Dienstleisterperspektive wird untersucht, welche Vor- und Nachteile den SSK als Anbieter durch den Gesamtversorgungsvertrag entstehen und welchen Herausforderungen sich das Unternehmen und die Mitarbeitenden stellen müssen bzw. wie diese die Umsetzung einschätzen. In der Systemperspektive wird die die potentielle Bedeutung des Konzeptes für das Versorgungssystem ausgelotet. Darüber hinaus wird die Umsetzung des Gesamtversorgungskonzepts aus einer ökonomischen Perspektive bewertet

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung:

  • Welchen Nutzen hat das Gesamtversorgungskonzept für pflegebedürftige Menschen und ihre informell pflegenden Angehörigen bezogen auf die Ausgestaltung des Versorgungsarrangements?
  • Wie gestaltet sich die konkrete Umsetzung des Konzeptes in der pflegerischen Versorgung?
  • Wie wird der Gesamtversorgungsvertrag/-konzept hinsichtlich der Umsetzung von relevanten Akteuren (Leistungserbringer und Entscheidungsträger) bewertet?
  • Welche ökonomischen Konsequenzen lassen sich beobachten?

Vorgehensweise

Die Evaluation des Gesamtversorgungskonzepts ist als eine multiperspektivische Beobachtungsstudie angelegt. Innerhalb des Projektzeitraumes werden zu drei Zeitpunkten Datenerhebungen in den vier Quartieren bei den Nutzer/innen und deren Familien und den Mitarbeiter/innen der Pflege und Betreuung der SSK durchgeführt. Beide Gruppen werden sowohl quantitativ mittels Fragebogen als auch qualitativ in Einzel- oder im Fall der Dienstleisterperspektive in Gruppeninterviews befragt. Für die Systemperspektive werden Experteninterviews mit Entscheidungsträgern aus der Versorgungslandschaft in NRW geführt. Die ökonomische Perspektive wird von der Hochschule Esslingen durchgeführt.

Die Operationalisierung, Verfeinerung und Umsetzung des Gesamtversorgungskonzeptes erfolgt durch die SSK. Wesentliche Inhalte dabei sind die Vertragsgestaltung, Fortbildung der Mitarbeiter/innen, die Organisation der Abläufe, die Implementierung von Fallmanagement sowie die Qualitätssicherung.

Erwartete Ergebnisse

Die Studie soll Erkenntnisse darüber liefern, ob es durch die Implementierung eines Gesamtversorgungskonzepts tatsächlich gelingen kann, über die Sektoren hinweg eine bedürfnis- und bedarfsgerechte Versorgung für die Nutzer/innen und deren Familien anzubieten und ob sich ein positiver Einfluss auf die Stabilität von häuslichen Versorgungsarrangements beobachten lässt. Darüber hinaus werden Erkenntnisse geliefert, welche Potenziale und Herausforderungen die Umsetzung eines solchen Konzepts für die Leistungserbringer und das Versorgungssystem mit sich bringt.

Kontakt

Margareta Halek
+49 (0) 2302 / 926-108
margareta.halek(at)dzne.de

Milena von Kutzleben (in Elternzeit)
+49 (0) 2302 / 926-264
milena.vonkutzleben(at)dzne.de

Ina Hartwig
+49 (0) 2302 / 926-269
ina.hartwig(at)dzne.de