Stabilität von häuslichen Versorgungsarrangements für Menschen mit Demenz

Projektlaufzeit: 2014 - 2017
Projektfinanzierung: DZNE Witten
ProjektleitungDr. Bernhard Holle
Projektkoordination und -mitarbeit: Dr. Milena von Kutzleben (in Elternzeit)
Projektmitarbeiter/innen: Kerstin Köhler, Jan Dreyer

Hintergrund

Die Mehrheit der Menschen mit Demenz lebt in der Häuslichkeit und wird dort überwiegend von Familienangehörigen oder von anderen Personen aus dem nahen sozialen Umfeld versorgt. Die sozialen Sicherungssysteme, insbesondere das derzeit geltende Pflegeversicherungsgesetz bzw. die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, zielen darauf ab, häusliche Versorgungsarrangements zu unterstützen, zu stärken und informelle Pflegepersonen zu entlasten. Entscheidend für Tragfähigkeit und Kontinuität in der häuslichen Versorgung ist jedoch das Engagement informeller Versorgungspersonen. Diese übernehmen nicht nur einen Großteil der eigentlichen Pflege- und Betreuungsarbeit, sondern steuern und koordinieren oft auch die Inanspruchnahme formeller Hilfen; ohne dieses Engagement wäre die häusliche Versorgung der meisten Menschen mit Demenz derzeit nicht zu sichern.

Das Projekt STiV-H (Stabilität von häuslichen Versorgungsarrangements für Menschen mit Demenz) untersucht als Nachfolgeprojekt des DZNE Projekts VerAH-Dem das Phänomen Stabilität von häuslichen Versorgungsarrangements im Verlauf einer Demenzerkrankung. Dabei liegt, wie bereits im Projekt VerAH-Dem, der Fokus auf dem Versorgungshandeln der involvierten Angehörigen. Im Rahmen der Untersuchung von Versorgungsverläufen in VerAH-Dem konnte ein Phasenmodell rekonstruiert werden, welches das Versorgungshandeln Angehöriger bei der Versorgung eines zu Hause lebenden Menschen mit Demenz illustriert:

Die Herstellung und Erhaltung der Stabilität des Versorgungsarrangements über den Verlauf der Demenz wurde als zentrale Herausforderung in allen Phasen des Versorgungsverlaufs identifiziert. Das Folgeprojekt StiV-H greift dieses Ergebnis auf und hat das Ziel, sich definitorisch dem Begriff Stabilität zu nähern und die Untersuchung des Phänomens Stabilität sowohl inhaltlich als auch methodisch fortzuführen.

Ziele des Projekts

Ziel des Projekts StiV-H ist es herauszufinden, wie sich Stabilität von häuslichen Versorgungsarrangements konstituiert, welche Einflussfaktoren hierbei von zentraler Relevanz sind und welche Instrumentarien geeignet sind, um diese Einflussfaktoren zu erheben und weiter zu untersuchen. Darüber hinaus soll das im Projekt VerAH-Dem entwickelte Phasenmodell empirisch validiert und falls nötig weiterentwickelt werden.

Die Ergebnisse werden für die zukünftige Entwicklung von Interventionen am Standort Witten nutzbar gemacht, die die Stabilität von häuslichen Versorgungsarrangements fördern und erhalten und einen Verbleib von Menschen mit Demenz in der Häuslichkeit unter akzeptablen Bedingungen für alle Beteiligten unterstützen.

Vorgehensweise

Als theoretische Ausgangsbasis für das Projekt Stiv-H ist es zunächst nötig, Dimensionen zu bestimmen, die bezüglich der Stabilität von häuslichen Versorgungsarrangements im Kontext Demenz von Bedeutung sind. Auf Grundlage dieser definitorischen Annäherung wird die spätere Operationalisierung dieser Dimensionen sowohl hinsichtlich relevanter Forschungsfragen, als auch im Hinblick auf geeignete Verfahren und Instrumente zur empirischen Untersuchung dieser Dimensionen sowie zur Identifizierung und Erfassung von Einflussfaktoren auf Stabilität in diesem Kontext erfolgen.

Geplante Schritte:

  • Erarbeitung einer Definition von Stabilität häuslicher Versorgungsarrangements für Menschen mit Demenz
  • Durchführung einer systematischen Literaturanalyse zu den Verläufen häuslicher Versorgungsarrangements für Menschen mit Demenz mit dem Fokus auf Stabilität und auf sie wirkende Einflussfaktoren
  • Validierung des Phasenmodells zum Versorgungshandeln Angehöriger in Fokusgruppen mit Angehörigen, die einen Menschen mit Demenz in der Häuslichkeit versorgen
  • Entwicklung und Zusammenstellung eines Instrumentariums zur Einschätzung der Stabilität von häuslichen Versorgungsarrangements von Menschen mit Demenz

Info-Flyer zum Download

Kontakt

Bernhard Holle
+49 (0) 2302 / 926-241
bernhard.holle(at)dzne.de

Milena von Kutzleben (in Elternzeit)
+49 (0) 2302 / 926-264
milena.vonkutzleben(at)dzne.de