Qualitätsförderung in der ambulanten Pflege (QalifA)

Projektlaufzeit: 2016 - 2017
Projektfinanzierung: Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.
Projektleitung: Prof. Dr. Martina Roes
Projektmitarbeiter: Mike Rommerskirch (Studentische Hilfskraft)

Kooperationspartner:
Dr. Heidemarie Kelleter (Referentin für Qualitätsberatung, DiCV Köln),
Sylvia Herfen (Projektmitarbeiterin QalifA, DiCV Köln) 
sowie acht ambulante Pflegedienste

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Hintergrund

Die Zahl von Menschen mit einer Demenz und anderen komplexen Pflege- und Betreuungsbedarfen, die in ihrer eigenen Häuslichkeit leben, nimmt stetig zu. Darüber hinaus werden pflegebedürftige Menschen mit einem erhöhten Hilfebedarf immer frühzeitiger aus der akuten Versorgung zurück in die weiteren Versorgungsbereiche entlassen. Dies führt im Sektor der ambulanten Versorgung zu einem Anstieg von Leistungen sowie zu einem erhöhten Bedarf an Risikoeinschätzungen respektive Beratungen. Auch in der ambulanten Pflege kommt einer an der Person zentrierten Pflege eine hohe Bedeutung zu. Überdies und unter Einbezug der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes sowie der damit korrespondierenden Initial- und Differentialassessments steigen die Anforderungen auch vor dem Hintergrund eines neuen Pflegeverständnisses für die professionelle Pflegepraxis konsequent an.

Mit dem Projekt Qualitätsförderung in der ambulanten Pflege (QalifA) vollzieht der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V. unter der wissenschaftlichen Begleitung vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. Standort Witten eine komplexe qualifizierungsoffensive im Bereich der ambulanten pflegerischen Versorgung.

Ziele des Projekts

Die beteiligten ambulanten Pflegedienste sind für das bundesweite Entbuerokratisierungsprojekt registriert und haben damit begonnen, das Strukturmodell (inkl. SIS und Risikomatrix) umzusetzen. Mit dem Projekt werden zwei Zielrichtungen verfolgt: Einerseits soll das Projekt dazu dienen die beteiligten ambulanten Pflegedienste zu befähigen mittels einer strukturierten Vorgehensweise sowie unter Berücksichtigung des neuen Begutachtungsassessments (NBA), die Präferenzen der pflegebedürftigen Menschen und die Beratungsaspekte respektive pflegerische Risikobereiche in den fachlichen Kontext setzen zu können sowie dies in der strukturierten Informationssammlung (SIS) und die dazu gehörende Risikomatrix darzustellen (DCiV). Überdies sollen die wissenschaftsbasierten Instrumente mithilfe des Projektes evaluiert und nachhaltig in den beiden Einrichtungen implementiert werden. Im Detail sollen folgende Fragen beantwortet werden (DZNE/Witten):

  • Inwiefern bildet sich in der SIS (inklusive Maßnahmenplan, Berichteblatt und der Evaluation) sowie der Analyse von Präferenzen und Prioritäten ein nachvollziehbarer Verlauf von Pflege und Betreuung in der Dokumentation ab?
  • Inwieweit verbessert ein für die ambulante Pflege adaptiertet personzentrierter Ansatz die Dokumentation von Pflege und Beratung?
  • In welchem Umfang trägt die Implementierung des Strukturmodells zu einer verbesserten Falldarstellung bei und somit zu einem sichtbaren Nachweis der Versorgung und ihrer Prozess- bzw. Ergebnisqualität?

Vorgehensweise

Die wissenschaftliche Begleitung von Seiten des DZNE Witten wird mithilfe einer iterativen und responsiven Evaluation vollzogen. Dies soll dazu dienen zeitnah auf die Frage-/Informationsbedarfe der Teilnehmer reagieren zu können sowie die Evaluationsinstrumente und eine Rückspiegelung der erhobenen Daten rechtzeitig an die Teilnehmer zu übermitteln.

Erwartete Ergebnisse

Das Projekt soll Erkenntnisse darüber liefern inwieweit komplexes pflegerisches Wirken im häuslichen Setting mithilfe des Strukturmodells (4-Phasen des Pflegeprozesses), der strukturierten Informationssammlung (SIS) und der Risikomatrix abbildbar ist und welche Bedarfe die professionell Pflegenden für die Umsetzung dessen artikulieren.

Kontakt

Martina Roes
+49 (0) 2302 / 926-147
martina.roes(at)dzne.de