Präferenzen des täglichen Lebens von alten Menschen (PELI-D) - Übersetzung und Pilotierung -

Projektlaufzeit: 2017 – 2020
Projektfinanzierung: Stiftung Wohlfahrtspflege NRW
Projektleitung: Prof. Dr. Martina Roes
Projektkoordination: Daniel Purwins
Projektmitarbeiter: Tobias Stacke, Johannes Bergmann, Mike Rommerskirch (Studentische Hilfskraft)

Kooperationspartner:
Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.,
Diakonie Düsseldorf

Hintergrund

Unabhängig vom Versorgungssetting ist die Umsetzung einer personenzentrierten Pflege ein zentrales Ziel der Versorgung älterer Menschen. Um eine individualisierte und personenzentrierte Versorgung gestalten zu können, benötigen die an der Versorgung der älteren Menschen beteiligten Personen Wissen über deren individuelle Präferenzen. Bislang stehen zur Erfassung dieser individuellen Präferenzen keine Instrumente in deutscher Sprache zur Verfügung.

Das PELI ist ein auf Selbsteinschätzung beruhendes Instrument, mit dessen Hilfe die Präferenzen älterer Menschen bezogen auf ein breites Spektrum von Lebensbereichen erfasst werden können. Das PELI umfasst fünf Domänen, die die Präferenzen älterer Menschen im Hinblick auf ihr tägliches Leben abbilden.

Inzwischen stehen die folgenden vier Versionen des PELI zur Verfügung:

  • PELI-NH Full©: Langfassung für die Anwendung in Einrichtungen der stationären Altenhilfe.
  • PELI-NH Mid-Level©: Kurzversion für die Anwendung in Einrichtungen der stationären Altenhilfe.
  • PELI-HC©: Version für die Anwendung in der ambulanten Pflege.
  • PELI-AD©: Version für die Anwendung in der Tagespflege.

Insgesamt weisen die bisherigen Studienergebnisse darauf hin, dass PELI ein praktikables, aussagekräftiges und valides Instrument ist, das dazu beitragen kann, personzentrierte Versorgung älterer Menschen in unterschiedlichen Settings zu fördern und so die Qualität der Versorgung zu verbessern. 

Ziele des Projekts

Da in deutscher Sprache bislang kein vergleichbares Instrument zur Verfügung steht, sollen im Rahmen des beantragten Projektes alle Versionen des PELI (für stationäre, ambulante und Tagespflege):

  1. ins Deutsche übersetzt und kulturell adaptiert werden,
  2. in einer Pilotstudie auf ihre Anwendbarkeit und ihren Nutzen hin überprüft werden.

Vorgehensweise

Die Studie umfasst zwei Phasen. Phase 1 beinhaltet die Übersetzung des PELI; in Phase 2 sollen das PELI-DA (ambulante Pflege), das PELI-DS (stationäre Pflege) und das PELI-DT (Tagespflege) in einer Pilotstudie auf ihre Anwendbarkeit hin getestet werden.
Der Übersetzungsprozess beinhaltet, den Empfehlungen für die Übersetzung und kulturelle Adaption der ISPOR Task Force for Translation and Cultural Adaption folgend (Wild et al., 2005), u.a. eine Vorwärts-Übersetzung, eine Rückwärts-Übersetzung, die Einbindung von Expertengremien und ein Cognitive Debriefing.
Die Pilotierung erfolgt in jeweils einer Einrichtung der stationären Altenhilfe, der Tagespflege sowie einem ambulanten Pflegedienst der oben genannten Kooperationpartner. Es werden unterschiedliche Daten erhoben und analysiert (z.B. Leitfadeninterviews, Fokusgruppen, Bewohnerdokumentationen), um die Anwendbarkeit und den Nutzen der übersetzten Versionen des PELI zu testen.

Erwartete Ergebnisse

Mit dem PELI-D wird Pflegeeinrichtungen ein kostenfreies Instrument zur Verfügung stehen, mit dem individuelle Präferenzen pflegebedürftiger Personen in der ambulanten Pflege, der Tagespflege und der stationären Pflege standardisiert erfasst werden können. Auf der Grundlage der durch das PELI-D gesammelten Informationen wird eine systematische, sowie auf die individuellen Präferenzen der pflegebedürftigen Person abgestimmte Planung und Umsetzung der Versorgung ermöglicht. Es wird so dazu beitragen, den Pflegeprozess zu optimieren und Selbstbestimmung und soziale Teilhabe für ältere pflegebedürftige Personen zu ermöglichen.

 

Literatur

Wild, D., Grove, A., Martin, M., Eremenco, S., McElroy, S., Verjee-Lorenz, A., & Erikson, P. (2005). Principles of Good Practice for the Translation and Cultural Adaptation Process for Patient-Reported Outcomes (PRO) Measures: report of the ISPOR Task Force for Translation and Cultural Adaptation. Value Health, 8(2), 94-104. doi:10.1111/j.1524-4733.2005.04054.x

Kontakt

Daniel Purwins
+49 (0) 2302 / 926-268
daniel.purwins(at)dzne.de