insideDEM - Verhalten von Menschen mit Demenz verstehen durch technisch unterstützte Diagnose- und Entscheidungsprozesse

Projektlaufzeit: 09/2015 - 08/2018
Verbundkoordination: Dr. Margareta Halek (DZNE Witten)
Projektkoordination: Sven Kernebeck (DZNE Witten)
Projektfinanzierung:Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative „Pflegeinnovationen für Menschen mit Demenz“ (75 % Förderanteil durch BMBF, 25% Eigenmittel der Projektpartner)

www.insidedem.de

Kooperationspartner mit Teilprojekten:

DZNE Rostock/Greifswald     

Hochschule Düsseldorf      

Euregon AG                                     

Universität Rostock MMIS               

Städtische Seniorenheime Krefeld  

Hintergrund

Zwischen 51 und 88 Prozent der Menschen mit Demenz, die zu Hause leben, zeigen im Verlauf der Erkrankung herausfordernde Verhaltensweisen wie Weglaufen, Unruhig sein oder ständiges Fragen. Der Umgang mit diesen Verhaltensweisen stellt sowohl für Angehörige als auch für professionell Pflegende eine der schwierigsten Betreuungsaufgaben dar. Ein Schlüssel zur Bewältigung dieses Problems ist, die Hintergründe und Auslöser des Verhaltens zu verstehen. Dafür nutzen professionell Pflegende die sog. verstehende Diagnostik. Für dieses komplexe Verfahren steht den Pflegenden in der stationären Altenpflege ein Instrument (IdA) zur Verfügung, welches durch den Verstehensprozess leitet. Für die häusliche Situation fehlen solche Instrumente.

Ziele und Vorgehen

Im Rahmen des Projektes soll das IdA für die Häuslichkeit adaptiert werden und mit Hilfe eines technischen Assistenzsystems soweit vereinfacht und anwenderfreundlich gestaltet werden, dass das komplexe Verfahren der verstehenden Diagnostik für pflegende Angehörige anwendbar wird. Eine wesentliche technische Komponente des Assistenzsystems ist, neben dem IdA Instrument, die sensorgestützte Bestimmung des Aktionsniveaus von herausforderndem Verhalten mit Hilfe eines speziellen Sensorarmbands. Mit diesem Sensorarmband lassen sich u.a. das Bewegungsverhalten und weitere Parameter wie z.B. Puls oder Hautleitfähigkeit erfassen. Zur Sicherstellung einer möglichst hohen Nutzerakzeptanz des technischen Assistenzsystems wird ein nutzer/innenzentrierter und werteorientierter Entwurfsprozess angewendet, der durch frühzeitige Evaluierung die Tragfähigkeit des Ansatzes sicherstellt. Des Weiteren findet studienbegleitend sowohl eine Bewertung der sozial-rechtlichen als auch der ethischen Konsequenzen des technischen Assistenzsystems statt. Zusammenfassend sollen die folgenden Gesamtprojektziele erreicht werden:

  1. Eine verbesserte Versorgung von Menschen mit Demenz durch die Verfügbarkeit eines etablierten Assessmentinstrumentes für pflegende Angehörige durch ein wissensbasiertes technisches Assistenzsystem.
  2. Eine vereinfachte automatische Erkennung von herausforderndem Verhalten auf Basis individuell gemessener Sensordaten in der aktuellen Situation.
  3. Effiziente computerunterstütze Einbettung des technischen Systems in informelle und professionelle Pflegeprozesse mit einer durchgehenden Unterstützung von der Aufnahme relevanter Daten bis zur Auswahl und Umsetzung einer geeigneten Intervention.
  4. Die Bereitstellung eines exemplarischen werte- und nutzerorientierten Vorgehensmodells für die Entwicklung sozio-technischer Lösungen für Menschen mit Demenz mit direkter Einbeziehung der betroffenen Personen.
  5. Eine Analyse ethischer und sozial-rechtlicher Implikationen für das technische Assistenzsystem.

Teilvorhaben der Verbundpartner

DZNE-Standort Witten

Teilvorhaben:Entwicklung und Evaluation des Einsatzes von insideDEM - Technik in der Häuslichkeit
Projektleitung: Dr. Margareta Halek
Projektkoordination: Sven Kernebeck

DZNE-Standort Rostock/Greifswald

Teilvorhaben: Entwicklung und Evaluation des Einsatzes von insideDEM- Technik in der Häuslichkeit
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Teipel

Hochschule Düsseldorf

Teilvorhaben:  Design einer werteorientierten Nutzerpartizipation und geeigneter Schnittstellen"
Projektleitung:  Prof. Dr. Christian Geiger

Euregon AG

Teilvorhaben: „MoDia - Mobile Diagnose- und Interventionsunterstützung  für Menschen mit Demenz“
Projektleitung:  Helmut Ristok

Universität Rostock Institut für Informatik:  Mobile Multimediale Informationssysteme

Teilvorhaben: Sensorgestützte Bestimmung des Aktivationsniveaus und Interventionsselektion
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Thomas Kirste

Städtische Seniorenheime Krefeld

Teilvorhaben: Nutzerorientierte Dissemination (NuD)
Projektleitung: Andreas Kutschke

Kontakt

Sven Kernebeck
+49 23 02 - 926 242
sven.kernebeck@dzne.de