Projektlaufzeit: 2010 - 2017

Projektleiter: Dr. Bernhard Holle

Projektmitarbeiter/innen
Rebecca Palm, wissenschaftliche Mitarbeiterin

Hintergrund
Im Laufe der letzten Jahre wurden zahlreiche Pflegekonzepte und Interventionsmaßnahmen entwickelt, die dazu beitragen sollen, die Pflege- und Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern. Im Jahr 2007 wurden die „Rahmenempfehlungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz in der stationären Altenhilfe“ veröffentlicht, welche für Praxiseinrichtungen eine fachliche und wissenschaftlich fundierte Grundlage zur Versorgung von Menschen mit Demenz darstellen. Diesen Empfehlungen stehen jedoch in der stationären Altenhilfe oftmals Rahmenbedingungen gegenüber, die sich durch eine inadäquate Personalausstattung und -qualifizierung sowie eine hohe Arbeitsbelastung auszeichnen.

Bislang liegen keine Erkenntnisse vor, ob Einrichtungen die empfohlenen Strukturanpassungen vornehmen konnten, die für eine nachhaltige Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen erforderlich sind und ob Pflegende in der Praxis empfohlene Konzepte und Intervention bei Menschen mit herausfordernden Verhalten anwenden. Des Weiteren ist unbekannt, in welchem Zusammenhang die Anwendung mit dem Verhalten und der Lebensqualität der Bewohner stehen.

Ziele des Projekts
Ziel des geplanten Projekts ist es, die Versorgung von Menschen mit Demenz in stationären Altenpflegeeinrichtungen hinsichtlich der Umsetzung von speziellen Versorgungsansätzen für Menschen mit Demenz zu untersuchen. Unter Versorgung werden drei zentrale Bereiche verstanden:

  • strukturelle Rahmenbedingungen,
  • die Umsetzung von Versorgungskonzepten und -interventionen sowie
  • die Lebensqualität und herausfordernden Verhaltensweisen der Bewohnerinnen und Bewohner

Daneben liegt ein weiterer Fokus auf der Einschätzung der Lebensqualität der Bewohner, die mittels eines standardisierten Assessments durch das betreuende Personal vorgenommen wird. Weitere Themenfelder, die in der Erhebung Berücksichtigung finden, sind der Abbildung zu entnehmen.

Vorgehen

Die Datenerhebung wird durch Mitarbeiter der teilnehmenden Einrichtungen durchgeführt und erfolgt mittels eines neu entwickelten Mehrebenen-Instruments. Dieses setzt sich zusammen aus drei Fragebögen, anhand derer Daten auf den Ebenen der Einrichtungen, der Wohnbereiche und der Bewohner erhoben werden. Jede Einrichtung bestimmt einen Mitarbeiter, der die Datenerhebung in seiner Einrichtung koordiniert und als Ansprechpartner für das DZNE zur Verfügung steht. Dieser wird in einer ganztägigen Schulung auf diese Aufgabe vorbereitet. Die Datenerhebung findet derzeit jährlich statt und ist am 31. Mai abgeschlossen. Nach Abschluss der Datenerhebung erhalten die teilnehmenden Einrichtungen einen einrichtungsindividuellen Ergebnisbericht.

Schlussfolgerungen

Die zu erwartenden wissenschaftlichen Ergebnisse des Projektes DemenzMonitor ermöglichen die Beschreibung von möglichen Zusammenhängen zwischen strukturellen Rahmenbedingungen der stationären Altenhilfeeinrichtungen und der individuellen Versorgungssituation der Menschen mit Demenz, die in diesen Einrichtungen leben. Hieraus können zukünftig Empfehlungen für die weitere Entwicklung stationärer Altenhilfeeinrichtungen im Hinblick auf die Versorgung von Menschen mit Demenz abgeleitet werden. Zudem soll die Teilnahme am DemenzMonitor die teilnehmenden Einrichtungen dabei unterstützen, die Versorgungssituation von Menschen mit Demenz wissenschaftlich fundiert einschätzen zu können und leistet somit mittelbar einen Beitrag zur internen Qualitätssicherung der Einrichtungen. Zu diesem Zweck werden jeder teilnehmenden Einrichtung ihre einrichtungsbezogenen Ergebnisse in einem Reporting zur Verfügung gestellt, so dass jedes Pflegeheim das eigene Versorgungsangebot mit dem aller teilnehmenden Häuser im Sinne eines studieninternen Benchmarking vergleichen kann.

 

Finanzierung
DZNE Witten

Forschungsbericht der Studie

 

Kontakt
Bernhard Holle
Rebecca Palm