Dementia Care Mapping Anwender-Befragung 2012

Projektlaufzeit: Januar 2012 bis Dezember 2013
Projektleitung: Prof. Dr. Martina Roes
Projektkoordination : Dr. Christine Riesner

Hintergrund

Dementia Care Mapping (DCM) (Bradford Dementia Group, 1997, 2008) ist ein Beobachtungsinstrument zur prozesshaften Evaluation personzentrierter Pflege bei Demenz (Kitwood, 2000; Williams & Rees, 1997). Das Instrument wurde durch Tom Kitwood zur Ist-Standerhebung und Entwicklung personzentrierter Pflege von Menschen mit Demenz entwickelt. Das Ziel besteht in der Steigerung des relativen Wohlbefindens von Menschen mit Demenz (Beavis, Simpson, & Graham, 2002). DCM wird in Deutschland seit 1998 für Menschen mit Demenz in teil/stationären Settings wie Pflegeheimen, Einrichtungen der Tagesbetreuung, stationären Einrichtungen und Krankenhäusern eingesetzt. DCM wird sowohl als Instrument zur Entwicklung einer personzentrierten Pflegepraxis als auch als Forschungsinstrument benutzt (Brooker, 2005).

DCM Instrument

DCM ist ein Instrument für teilnehmende Beobachtungen, welches qualitative und quantitative Daten erhebt. Die Beobachtung (Mapping) erfolgt durch ausgebildete Anwender (Mapper), die im öffentlichen Bereich einer Einrichtung über eine repräsentative Zeitperiode zum Verhalten und zu Affekt & Kontakt von Personen mit Demenz Daten kodieren und Feldnotizen machen. DCM wird in Deutschland seit 2008 in der achten Version angewendet, die siebte Version hat ihre Gültigkeit nicht verloren.

DCM Methode

Zur Implementierung von DCM ist das Instrument in eine DCM-Methode eingebunden. Mit der Einführung für Mitarbeiter, Angehörige und Klienten beginnt die Implementierung von DCM. Fragen und Befürchtungen sollen bearbeitet werden. Der nächste Schritt besteht in der eigentlichen DCM Beobachtung durch den Anwender. Darauf folgt die Datenbearbeitung und die Überführung der Daten in einen Bericht durch den Anwender. Anschließend werden die DCM Ergebnisse in Feedback-Sitzungen mit Team und Management diskutiert. Darauf folgend entwickelt das Team einen Handlungsplan, der bis zur nächsten DCM Beobachtung umgesetzt wird.

Zielsetzung der DCM Anwender-Befragung

Die Studie erfolgt angelehnt an eine Befragung von DCM Usern in den USA und in UK (Douglass, Keddie, Brooker, & Surr, 2010). Die Ergebnisse liefern Erkenntnisse über die tatsächliche Anwendung von DCM und über die Erfahrungen mit der DCM Methode im deutschsprachigen Raum. Ergänzend wird nach dem Nutzerverhalten bei der Mediennutzung zur Wissensgenerierung/ Lernen gefragt.

Die Forschungsfragen lauten:

  1. In welchem Umfang wenden geschulte Anwender DCM in der Praxis an?
  2. Auf welche Herausforderungen treffen Anwender in jeder der vier DCM Phasen: Einführung, Durchführung, Daten-Analyse und Feedback?
  3. Welche Zugangswege nutzen Anwender für die Generierung von Wissen?

Methodik

Der aus dem englischen übersetzte und angepasste Fragebogen wurde durch Fragen zur Wissensgenerierung (Vollmar, Mayer, Wilm, Rieger, & Ostermann, 2010) ergänzt und einem Pretest unterzogen. Die Adressen von Personen, die in Deutschland einen DCM Kurs absolviert haben, werden durch die Universität Witten/Herdecke archiviert. Der Fragebogen wurde in Kooperation zwischen dem DZNE Witten und der Universität Witten/Herdecke an alle zur Verfügung stehenden Adressen versendet. Ein frankierter Rückumschlag an das DZNE lag den Unterlagen bei. Die Fragebogenversendung erfolgte im Oktober 2012, der Rücklauf-Zeitraum hält bis Ende Dezember 2012 an.

Erwartete Ergebnisse

Durch die DCM Anwender-Befragung im deutschsprachigen Raum werden erstmalig Erkenntnisse zur tatsächlichen Anwendung von DCM in der Praxis generiert werden können. Diese Erkenntnisse sollen dazu dienen, Maßnahmen zu entwickeln, um die praktische DCM Anwendung zu verbessern. Ebenso sollen die Erkenntnisse dazu dienen, DCM Implementierungsprozesse und ihre hemmenden und fördernden Faktoren weiter wissenschaftlich zu untersuchen.