Nationales Neuroimaging Netzwerk

Prof. Emrah Düzel. Quelle: DZNE/www.schmelz-fotodesign.de

Moderne Technik macht es möglich, dem Gehirn beim Denken zuzuschauen und hochauflösende Aufnahmen seiner Struktur und Funktion anzufertigen. Bildgebende Verfahren sind daher für die Hirnforschung und die Entwicklung neuer Therapien gegen Hirnerkrankungen unverzichtbar. Das DZNE bündelt seine bundesweite Expertise auf diesem Gebiet im Rahmen des „Nationalen Neuroimaging Netzwerks“. Koordinator ist der Magdeburger Standortsprecher Prof. Emrah Düzel. Zur Koordinierungsgruppe gehören außerdem Prof. Oliver Speck (Universität Magdeburg), Prof. Peter Nestor (DZNE Magdeburg) und Prof. Tony Stöcker (DZNE Bonn)

Hirnscans, wie sie mit Hilfe der Magnet-Resonanztomographie (MRT) oder Positronen-Emissionstomographie (PET) erstellt werden, ermöglichen es, die Struktur und Funktion des Gehirns zu erforschen. Diese Verfahren liefern nicht nur eindrucksvolle Bilder des Gehirns, sondern auch quantifizierbare Forschungsdaten.

Das DZNE nutzt an seinen Standorten modernste bildgebende Verfahren. Diese werden sowohl in der Grundlagenforschung, als auch in der klinischen Forschung eingesetzt. Neben dem Molecular Imaging betreibt das DZNE in großem Umfang auch Human Imaging. Im Rahmen des Nationalen Neuroimaging Netzwerks wird die Forschung mittels Bildgebung noch enger als bisher aufeinander abgestimmt.

Bundesweite Infrastruktur an Hirnscannern

Die Magnet-Resonanztomographie ist bei dieser Koordinierung der Vorreiter. Die Zentren für klinischen Studien des DZNE, in denen Probanden per MRT untersucht werden, sind deutschlandweit verteilt. Für die MRTs wurden einheitliche Betriebsstandards und Qualitätskontrollen entwickelt. Somit ist es möglich Messdaten, die mit unterschiedlichen Hirnscannern aufgenommen wurden, direkt miteinander zu vergleichen. Zudem ermöglicht diese Standardisierung eine ständige Innovation der MR-Bildgebung. Neu entwickelte Imagingverfahren können so im Nationalen Neuroimaging Netzwerk nahtlos für deutschlandweite klinische Forschung nutzbar gemacht werden. Bundesweit sind derzeit mehr als 800 Teilnehmer in solchen innovativen Studien eingebunden.

Blutgefäße des menschlichen Gehirns (7-Tesla-MRT Aufnahme). Quelle: DZNE
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Am Nationalen Neuroimaging Netzwerk sind mit Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, München, Rostock/Greifswald und Tübingen alle Standorte beteiligt, an denen das DZNE gemeinsam mit Universitätskliniken vor Ort klinische Studien durchführt. An einigen dieser Standorte unterhält das DZNE eigene Hirnscanner, zudem profitiert es von Geräten, die von Partnerinstitutionen betrieben werden.

In Bonn und Magdeburg stehen neben üblichen Magnet-Resonanztomographen auch für Studien am Menschen zugelassene 7-Tesla-Scanner zur Verfügung. Davon gibt es deutschlandweit keine zehn Exemplare. Diese Hochfeld-Scanner ermöglichen noch detailliertere Einblicke ins Gehirn als gängige MRT-Geräte. In Magdeburg wird überdies ein Hirnscanner betrieben, der MRT- und PET-Methodik miteinander kombiniert.

Ziel: bessere Möglichkeiten für die Medizin

Ziel des Nationalen Neuroimaging Netzwerks ist es, alle Kräfte zu bündeln, um den Weg für bessere Diagnoseverfahren und neue Therapien zu bereiten. Das Netzwerk ist mit seinen verschiedenen Standorten und seinen bundesweiten Partnern, insbesondere im Bereich der Universitätsklinken, eine ideale Plattform dafür. Weiteren zukünftigen Kooperationen, über die bisherige Struktur hinaus, steht das DZNE offen gegenüber.

Quelle: DZNE/Lannert