Populationsforschung am DZNE

Für ein gesundes Altern

Die Populationsforschung untersucht anhand großer Personengruppen, Ursachen und Risikofaktoren von Krankheiten – und auch deren Häufigkeit in der Bevölkerung. Am DZNE drückt sich das insbesondere in der „Rheinland Studie“  aus: Diese Studie soll die gesundheitliche Entwicklung von bis zu 20.000 Erwachsenen aus dem Bonner Raum über Jahrzehnte begleiten. Aufgrund ihres Umfangs und Methodenspektrums ist die „Rheinland Studie“ eine der innovativsten und größten Gesundheitsstudien weltweit. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Gehirn und seinem Wandel im Laufe des Lebens. Die Erkenntnisse sollen zur Prävention, Früherkennung und Behandlung von neurodegenerativen und anderen altersbedingten Erkrankungen beitragen – und damit zu einem Älterwerden bei guter Gesundheit.

Im Zuge von Alzheimer, Parkinson und anderen neurodegenerative Erkrankungen gehen Nervenzellen zugrunde. Der Krankheitsprozess verläuft schleichend – meist unbemerkt über Jahre hinweg, ehe Symptome auftreten. Wichtig ist daher eine frühzeitige, effektive Vorsorge. Vor diesem Hintergrund erforscht die „Rheinland Studie“ unter der Leitung von Prof. Monique Breteler, welche Faktoren die Gesundheit bis ins hohe Alter beeinflussen. Das Forschungsprogramm der Studie ist insbesondere darauf ausgelegt, ein besseres Verständnis davon zu erlangen, wie erbliche Veranlagungen, Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüsse bei der Entstehung neurodegenerativer und anderer altersbedingter Erkrankungen zusammenwirken. Aufbauend darauf sollen Schutz- und Risikofaktoren identifiziert werden.

Teilnehmende der „Rheinland Studie“ werden alle drei bis vier Jahre zu einer Bestandsaufnahme ihrer körperlichen und geistigen Fitness eingeladen und die Entwicklung ihrer Gesundheit wird dokumentiert. Dafür unterhält das DZNE zwei Studienzentren im Bonner Stadtgebiet. Grundsätzlich können Menschen ab 30 Jahren (ohne Altersbegrenzung) und unabhängig von ihrem Gesundheitszustand in die Studie eingeschlossen werden. Die Teilnahme ist jedoch nur auf Einladung möglich.

Das Untersuchungsprogramm dauert insgesamt rund sieben Stunden, das auf mehrere Termine aufgeteilt werden kann. Es beinhaltet die Sammlung von Biomaterialien wie Blut und Urin, Befragungen zum Lebensstil, Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems, Tests der kognitiven Fähigkeiten und körperlichen Fitness sowie eine Vielzahl weiterer Untersuchungen, die sich modernster Medizintechnik bedienen – inklusive Hirnscan im Magnetresonanztomografen (MRT).

Hightech kommt auch an anderer Stelle zum Einsatz: Die molekularbiologische Analyse von Proben erfolgt mit Hilfe hochpräziser „Omics-Technologien“. Für die Auswertung der im Rahmen der Studie anfallenden, enormen Datenmengen werden ausgefeilte Verfahren der Bioinformatik verwendet.

Demografische Entwicklungen

Die Demografieforschung – ein weiterer Teilbereich der Populationsforschung des DZNE – ist am Standort Rostock/Greifswald angesiedelt. In enger Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung werden die Ursachen und Folgen von Bevölkerungsveränderungen untersucht. Die Arbeitsgruppe nutzt sozialwissenschaftliche Umfragen, um gesellschaftliche Ursachen und Folgen einer Verschlechterung geistiger Funktionen – insbesondere aufgrund von Demenzerkrankungen – zu verstehen. Ein spezieller Fokus gilt der Frage, wie sich die Lebenssituation in der Kindheit und Jugend auf die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter auswirkt. Ein weiterer Schwerpunkt sind Studien zu Lebensumständen in Europa vor dem Hintergrund der bestehenden Wohlfahrtssysteme. Grundlage für diese Analysen ist das Umfrageprojekt SHARE (Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe), das in zahlreichen europäischen Ländern durchgeführt wird. Die dabei erhobenen Daten sind entscheidend für Prognosen über künftige, demenzbedingte Anforderungen an die Sozial- und  Gesundheitssysteme.

Prof. Doblhammer-Reiter leitet zudem ein Team des DZNE in Bonn, das auf Basis von Krankenversicherungsdaten ein sogenanntes Krankheitsmonitoring mit wichtigen epidemiologischen Maßzahlen zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen in Deutschland betreibt („NeuroDiseaseMonitor“).

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