Grundlagenforschung am DZNE

Fahndung nach Krankheitsursachen

Nervenzellen – auch „Neurone“ genannt – sind darauf ausgelegt, sich zu vernetzen und Signale auszutauschen. Doch infolge von Neurodegeneration gerät die Kommunikation der Neurone ins Stocken, außerdem wird ihre Funktion gestört, sie verkümmern und können sogar absterben. Die Ursachen dafür sind wenig verstanden. Deshalb untersuchen Forscherinnen und Forscher des DZNE, wie sich Nervenzellen verständigen und wodurch sie geschädigt werden. Dazu nehmen sie Modellorganismen wie Fliegen, Fische, Würmer und Mäuse sowie menschliche Zellen unter die Lupe.

Quelle: DZNE / Frank Bierstedt

Am DZNE gehen wir beispielsweise der Frage nach, warum mit dem Altern das Krankheitsrisiko steigt. Wir erforschen, welche Rolle das Immunsystem und Entzündungen des Nervensystems spielen und inwiefern genetische Merkmale das Krankheitsrisiko beeinflussen. Außerdem untersuchen wir, wie Nervenzellen kommunizieren und wie sie innerhalb großer Netzwerke ihre Aktivitäten aufeinander abstimmen. Denn auf diesem Zusammenspiel beruhen das Gedächtnis und andere kognitive Prozesse wie das Lernen oder die räumliche Orientierung.

Im Fokus unserer Forschung stehen zudem Proteine. Diese Eiweißmoleküle sind Bausteine der Zellen und spielen eine wichtige Rolle für zahlreiche Körperfunktionen. Doch bei vielen neurodegenerativen Erkrankungen kommt es zu einer Fehlfunktion: Proteine ändern ihre normale Gestalt und lagern sich zusammen. Die mikroskopisch kleinen Klumpen, die dabei entstehen, scheinen die Nervenzellen zu schädigen. Wir erforschen die Ursachen dieser Ablagerungen, welche Wirkung sie haben und wie man sie verhindern kann.