Qualitätsentwicklung settingübergreifender Kommunikation
Menschen mit Demenz zwischen Häuslichkeit und Kurzzeitpflege

Projektlaufzeit: Januar 2011 – Oktober 2013
Projektleitung: Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik
Projektkoordination: Silke Kuske
Teilnehmende Einrichtungen: Einrichtungen mit Kurzzeitpflegeplätzen, sowohl solitär als auch eingestreut (bundesweit)

Hintergrund

Die Qualitätssicherung der Versorgung von Menschen mit Demenz (MmD) ist ein wesentlicher Bestandteil in der Gesundheitsversorgung älterer Menschen. Dies gilt ebenso für die Kurzzeitpflege, welche seit Jahren in Deutschland ein etabliertes Angebot in der Demenzversorgung darstellt. Sie dient dazu, den versorgenden Angehörigen Freiraum für Erholungsmöglichkeiten zu bieten oder sie in Krisensituationen zu unterstützen. Während des Aufenthaltes sollen die bisherigen Fähigkeiten der MmD erhalten und wiedergewonnen werden. Die Bedeutung der Kurzzeitpflege schlägt sich zudem in der wachsenden Anzahl eingestreuter Kurzzeitpflegeplätze nieder, die sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt hat. Auch die Rolle von Angehörigen bei der Versorgung wird aufgrund des wachsenden Anteils von MmD in der Gesellschaft immer bedeutender. Daher wird auch die Kurzzeitpflege absehbar bei der Demenzversorgung an Relevanz gewinnen, um versorgende Angehörige zu entlasten oder um Maßnahmen zur Unterstützung gezielt einzuleiten.

Voraussetzung für eine gute Versorgungsqualität, insbesondere in der Kurzzeitpflege, ist ein ausreichender und gezielter Austausch von versorgungsrelevanten Informationen. Dies gilt sowohl für die Aufnahme als auch für die Entlassung. Befindet sich der Angehörige in dem Zeitraum des Kurzzeitpflegeaufenthaltes beispielsweise im Urlaub oder ist er selbst erkrankt, können möglicherweise fehlende Informationen nicht unmittelbar eingeholt werden. Auch das eingeschränkte Vermögen von MmD Informationen zu vermitteln, kann sich in der Kurzzeitpflege als erschwerend auswirken. Darüber hinaus wird angenommen, dass MmD ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse (UE) aufweisen, die beispielsweise im Zusammenhang mit der Arzneimitteltherapie stehen können. Das Risiko für UE nimmt mit dem Grad der kognitiven und physischen Beeinträchtigungen zu. Es kann zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes aufgrund von Mangelernährung kommen, ein Delir kann sich entwickeln, aber auch Frakturen oder Dekubitus Ulcera sind möglich.

Ziele des Projektes

Primäres Ziel dieser Studie ist die Beschreibung und Analyse von Kommunikationsstrukturen und -prozessen bei der Überleitung von MmD zwischen Häuslichkeit und Kurzzeitpflege. Diese Kommunikationsstrukturen und -prozesse sollen in der Literatur und in der Praxis als qualitätsrelevant beschrieben und bewertet worden sein und zu einer Verbesserung der Sicherheit der Kurzzeitpflegegäste beitragen. Beispielsweise kann die gezielte Einbeziehung aller Beteiligten in den Informationsaustausch, insbesondere der MmD und versorgenden Angehörigen, die Überleitung verbessern. Solche sicherheitsrelevanten Kommunikationsfaktoren haben das Potential, mögliche gesundheitliche Schäden abzuwenden.
Schließlich mündet das Projekt in konkreten Empfehlungen für Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation zwischen den Settings, die in einer Folgestudie implementiert und evaluiert werden könnten. Die Empfehlungen sollen auf das Wesentliche fokussiert werden, um Kommunikationswege zu vereinfachen und effizienter zu gestalten.

Ergebnisse

  • Ein systematischer Literaturüberblick über den Stand des Wissens zur Kommunikation in der Übergabe zwischen Settings.
  • Eine qualitative Abbildung der Kommunikationsstrukturen und -abläufe auf Grundlage von Erfahrungswissen aus der Praxis (Kurzzeitpflege) sowie Hinweise auf deren Qualität.
  • Eine quantitative Beschreibung settingübergreifender Kommunikationsstrukturen und -abläufe anhand ausgewählter und definierter Qualitätskriterien (bundesweit) sowie Identifizierung von Handlungsfeldern.
  • Empfehlungen von Maßnahmen für Einrichtungen der Kurzzeitpflege und Einrichtungen zur Verbesserung des Informationsaustauschs zwischen den genannten Settings auf Basis der Projektergebnisse. Diese können in einer Folgestudie hinsichtlich ihrer Wirksamkeit evaluiert und implementiert werden.

Teilnehmende Kurzzeitpflegeeinrichtungen und Einrichtungen mit eingestreuter Kurzzeitpflege bekommen im Nachgang an die abschließende Online-Befragung einen ausführlichen Ergebnisbericht zur Verfügung gestellt. Dies ermöglicht ihnen, anhand ausgewählter Qualitätskriterien eigene Kommunikationsstrukturen und -abläufe zwischen dem eigenen Setting und der Häuslichkeit bei MmD (Aufnahme und Entlassung) zu evaluieren. Handlungsfelder werden beschrieben sowie Empfehlungen entwickelt.

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