Die Rheinland Studie

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Was ist die Rheinland Studie?

Die Rheinland Studie ist eine auf Jahrzehnte angelegte Gesundheitsstudie mit dem Ziel, ein besseres Verständnis von Gesundheit und Krankheit im Laufe des menschlichen Lebens zu erlangen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen das Gehirn und seine Bedeutung für das Wohlbefinden des Menschen sowie die Einflüsse des individuellen Lebenswandels auf die Entwicklung des Gehirns im Lebensverlauf.

Dazu begleitet die Rheinland Studie bis zu 30.000 Menschen ab 30 Jahren über mehrere Jahrzehnte hinweg. Die Teilnehmer werden alle 3 bis 4 Jahre zu einer Bestandsaufnahme ihrer physischen und psychischen Fitness eingeladen und die Entwicklung ihrer geistigen und körperlichen Gesundheit dokumentiert. Ein Enddatum ist nicht festgesetzt.

Die Ergebnisse der Rheinland Studie fließen insbesondere in die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen für Hirnerkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Depression, aber auch anderer sogenannter Volkskrankheiten. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen ermöglicht dazu den Wissenstransfer und die optimale Vernetzung mit anderen Forschungsbereichen.

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Prof. Monique Breteler

Studienleitung

Verantwortlich für den Aufbau der Studie ist Prof. Dr. Dr. Monique M. B. Breteler, die seit 2011 als Direktorin den Bereich der populationsbezogenen Gesundheitsforschung am DZNE leitet.

Studienkonzept

Die Rheinland Studie ist eine prospektive Bevölkerungsstudie, die vom DZNE durchgeführt wird. Drei modern ausgestattete Untersuchungszentren werden dazu im Rheinland zur Untersuchung der bis zu 30.000 Studienteilnehmer eingerichtet. Das erste eröffnet 2015 in Bonn-Beuel.

Um ein besseres Verständnis der komplexen Zusammenhänge menschlicher Gesundheit zu erlangen, unterlaufen die Studienteilnehmer eine Vielzahl von Untersuchungen, darunter u. a.:

  • Untersuchung der Hirnstruktur und -funktion (MRT)
  • Kognitions- und Verhaltenstests (Gedächtnis, Aufmerksamkeit,etc.)
  • Entnahme biologischer Proben (Blut, Urin)
  • Neurologische Untersuchung (Screening, Ganguntersuchung)
  • Sensorische Tests (Gehör, Augen, Geruchssinn)
  • Anthropometrie (Ermittlung der Körpermaße)
  • Kardiovaskuläre Untersuchungen (u.a. EKG und Blutdruck)
  • Körperlicher Fitnesstest und Messung der körperlichen Aktivität
  • Abfrage demographischer Angaben, medizinischer Vorgeschichte, Ernährung, psychische Gesundheit

Von besonderem Interesse sind dabei die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Faktoren. Die Rheinland Studie wird sich daher nicht ausschließlich auf die pathophysiologischen Risikofaktoren und Marker konzentrieren, sondern vor allem darauf, die normale Struktur des Gehirns mit ihren physiologischen Variationen zu verstehen und nachzuvollziehen, wie sich diese im Laufe eines Lebens verändert. 

Durch die ganzheitliche Betrachtung des individuellen Lebenswandels (z. B. Exposition, Lebensgestaltung, soziale Interaktion oder Ernährung) sowie körperlicher und geistiger Einflussfaktoren (Ausbildung, Erfahrungen, Einstellungen, Lernverhalten und Genetik) entsteht ein breites Verständnis menschlicher Gesundheit.

Die Teilnahme an der Studie ist auf die Bewohner der drei ausgewählten Untersuchungsregionen beschränkt und nur auf Einladung möglich. Interessierte, die nicht in einer dieser Regionen wohnen haben die Möglichkeit an der vorbereitenden Pilotstudie teilzunehmen.