Demenz, Entwicklungsstörungen und Psychosen: Helmholtz-Gemeinschaft fördert Forschungsprojekt des DZNE zu Autoantikörpern mit 2,3 Millionen Euro

Berlin/Bonn, 05. November 2019. - Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) entwickeln im Projekt „BaoBab“ (Brain antibody-omics and B-cell Lab) ein technisches Verfahren, mit dem sogenannte Autoantikörper, die Hirnerkrankungen verursachen, identifiziert und erforscht werden können. Das Team um Projektleiter PD Dr. Harald Prüß erhält rund 2,3 Millionen Euro Fördermittel aus dem Helmholtz Impuls- und Vernetzungsfond in der Förderlinie Helmholtz Innovation Labs.

Antikörper schützen vor Viren und Bakterien. Aber manchmal greift das Immunsystem den eigenen Körper an: Es produziert in einer fehlgeleiteten Immunreaktion Autoantikörper, die die eigenen Zellen schädigen, statt Krankheitserreger zu bekämpfen. Wenn die Autoantikörper ins Gehirn gelangen, können sie neurodegenerative und neuropsychiatrische Krankheiten auslösen.

Im Projekt „BaoBab“ wird jede Art von im Gehirn vorkommenden Autoantikörpern erforscht. Dazu entwickelt Harald Prüß vom DZNE Berlin in Zusammenarbeit mit Dr. Eugenio Fava vom DZNE Bonn eine technische Plattform, mit der in einem automatisierten Verfahren viele Tausende Autoantikörperformen aus Liquor (Nervenwasser) charakterisiert und gewonnen werden sollen. Das Nervenwasser stammt von Menschen mit unterschiedlichen immunologischen, neuropsychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen: von Enzephalitis (Hirnentzündung) über Antikörper-assoziierte Psychosen bis hin zu Demenzen und Entwicklungsstörungen.

„Wir möchten verstehen, wie diese Antikörper die Funktion von Nervenzellen beeinflussen“, so Harald Prüß. „Außerdem sind die Autoantikörper das ideale Werkzeug, um neue Diagnostik und neue Therapien von Antikörper-vermittelten Störungen der Hirnfunktion zu entwickeln. Das DZNE kooperiert bei ‚BaoBab‘ auch mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft.“

 

Quelle: DZNE / Daniel Bayer

Medienkontakt

Dr. Christine Knust
Referentin Stabsstelle Kommunikation
christine.knust@dzne.de
 +49 228 43302-264

Weitere Informationen zu Helmholtz Innovation Labs

Zur Pressemitteilung der Helmholtz-Gemeinschaft

 

Info-Hotline

Donnerstags 13.30-16.30 Uhr

Für Patienten 0800-7799001

(kostenlos)

Für Ärzte 01803-779900

(9 Cent/Min. dt. Festnetz, mobil evtl. teurer)

Informieren Sie sich bei uns Cookie-frei. Wir würden uns jedoch freuen, wenn Sie statistische Cookies zulassen würden. Ihr Browser erlaubt das setzen von Cookies:
Mehr dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.