Senat
Der Senat des DZNE besteht aus bis zu neun ausgewiesenen Experten aus dem Bereich der Hochschulen, der außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft, die vom DZNE unabhängig und nicht unmittelbar oder mittelbar begünstigt sind. Sie sollen die Bereiche Grundlagenforschung, Klinik, Pharma- und Versorgungsforschung abdecken. Die Mitglieder des Senats werden für jeweils drei Jahre von der Mitgliederversammlung bestellt.
Der Senat trifft sich mindestens zweimal jährlich und gibt dem Vorstand Empfehlungen zu allen wesentlichen wissenschaftlichen und programmatischen Angelegenheiten des DZNE.
Mitglieder des Senats
Prof. Adriano Aguzzi
Seit Ende 1995 ist Adriano Aguzzi Direktor des Schweizer Nationalen Referenzzentrums für Prionenerkrankungen und seit 1997 Direktor und Lehrstuhlinhaber des Instituts für Neuropathologie an der Universität Zürich. Adriano Aguzzi studierte Medizin in Freiburg und Basel und arbeitete im Forschungsinstitut für molekulare Pathologie, welches von Boehringer Ingelheim gesponsort wird. Mit seiner Forschung konnte Adriano Aguzzi aufklären, welche Rolle das Immunsystem bei der Ausbreitung von Prionen spielt und damit neue Möglichkeiten zur Therapie aufzeigen.
Prof. Nicolas Bazan
Nicolas Bazan ist seit 1987 Gründungsdirektor des Neurowissenschaftlichen Exzellenzzentrums am Gesundheitszentrum der Louisiana State University in New Orleans, USA. Dort leitet er auch die LSUHSC Translationale Forschungsinitiative. Bazan promovierte an der University of Tucuman in Argentinien im Fach Medizin und arbeitete als Postdoc an der Columbia University, New York, und an der Harvard Medical School. Zuvor gründete er bereits das Institut für Biochemie an der "University of the South" in Argentinien und rief dort einen Graduierten-Studiengang für Biochemie und Biologie ins Leben. Er studiert Lipidsignale bei neurodegenerativen Prozessen und entdeckte das Neuroprotektin D1 (NPD1), einen stereoselektiven, homöostatischen Botenstoff, der die Apoptose bei Netzhautzellen verhindert. NPD1 ist entzündungshemmend und neuroprotektiv in Modellen von Schlaganfall, Epilepsie und Alzheimer-Erkrankung.
Prof. Johannes Dichgans
Johannes Dichgans ist Vorsitzender des DZNE-Senats und Emeritus der Neurologischen Klinik der Universität Tübingen. Er ist Kuratoriumsmitglied des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung, dessen Direktor er von 2001 bis 2005 war. Nach dem Medizinstudium in Freiburg und München habilitierte er in Freiburg und ging anschließend ans Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA. Nach seiner Rückkehr wurde er 1977 Direktor der Neurologischen Klinik an der Universität Tübingen. Prof. Dichgans konzentrierte sich zunächst auf die Erforschung der Bewegungswahrnehmung und der räumlichen Orientierung. Später fokussierte er die Erforschung der grundlegenden Ursachen von Erkrankungen des Kleinhirns und der neuronalen Degeneration.
Prof. Hannah Monyer
Seit 1999 ist Hannah Monyer ärztliche Direktorin der Klinischen Neurobiologie an der Universität Heidelberg. In Heidelberg studierte sie Medizin und promovierte dort 1982. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Stanford University in Palo Alto, USA, kehrte sie 1989 ans Zentrum für Molekulare Biologie nach Heidelberg zurück. Hannah Monyer untersucht die molekularen Mechanismen, die der Entstehung und Veränderung neuronaler Netzwerkaktivitäten zugrunde liegen. Ziel ihrer Forschung ist es, Schlüsselmoleküle zu finden, die eine wichtige Rolle bei psychischen und neurologischen Krankheiten spielen.
Prof. Lennart Mucke
Lennart Mucke ist seit 1996 Direktor des Gladstone Instituts für neurologische Erkrankungen in San Francisco, USA. Er ist Professor für Neurologie und Neurowissenschaften an der dortigen Universität (University of California). Nach seinem Medizin-Studium an der Universität Göttingen promovierte er dort am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie. Er forschte unter anderem an der Harvard Medical School in Boston, und am Scripps Research Institute in Jupiter, Florida, USA. Lennart Mucke erforscht Prozesse, die zu Gedächtnisverlust oder anderen schweren neurologischen Defiziten führen, insbsondere auf die Alzheimer Demenz und verwandte neurodegenerative Erkrankungen.
Prof. Jill Richardson
Jill Richardson ist seit Mai 2010 Direktorin für externe Allianzen und Entwicklung, Forschung & Entwicklung bei GlaxoSmithKline in China. Sie studierte Biochemie an der University of Warwick und promovierte im Bereich Entwicklungsbiologie. Außerdem lehrt Sie, seit 2008, als Gastprofessorin am "Centre for Neuroscience" des Imperial College London. Jill Richardson war bereits als Direktorin für synaptische Plastizität und neuronale Netzwerk-Dynamik und Direktorin für Neurodegeneration bei GlaxoSmithKline tätig.
Prof. Kristine Yaffe
Kristine Yaffe ist Professorin für Psychiatrie, Neurologie, Epidemiologie und Biostatistik an der University of California, San Francisco (UCSF). Als Direktorin der UCSF Demenz -Epidemiologie Forschungsgruppe, ist sie verantwortlich für die Forschung in Bezug auf die kognitive Funktion und Demenz in der alternden Bevölkerung in den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus ist sie Projektleiterin der Data Core für das Alzheimer Forschungszentrum an der UCSF. Kristine Yaffe erhält derzeit vielfältige Fördergelder von NIH, DOD und Stiftungen.
Gäste des Senats
Bärbel Brumme-Bothe
Bärbel Brumme-Bothe ist seit dem 15. März 2010 Leiterin der Abteilung "Lebenswissenschaften - Forschung für Gesundheit" im Bundesministerium für Bildung und Forschung und Vorsitzende der Mitgliederversammlung des DZNE.
Prof. Jürgen Mlynek
Jürgen Mlynek ist seit 2005 Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Er studierte Physik in Hannover und Paris und erhielt 1990 einen Ruf als Professor für Experimentalphysik an die Universität Konstanz. Von 1996 bis 2001 war er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und von 2000 bis 2005 Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin.
Bundesministerin Annette Schavan beauftragte Jürgen Mlynek, eine Gründungskommission für ein nationales Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen zusammenzustellen. Aus dieser Initiative entstand 2009 das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen als 16. Forschungseinrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft.
Prof. Otmar Wiestler
Otmar Wiestler ist Mitglied der Gründungskommission des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen. Er ist Vorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Nach seinem Medizinstudium in Freiburg forschte Otmar Wiestler an der Universität von Kalifornien in San Diego, USA. Bevor er ans DKFZ wechselte, leitete er das Institut für Neuropathologie der Universität Bonn, das Deutsche Hirntumorzentrum und war medizinischer Geschäftsführer der LIFE & BRAIN GmbH in Bonn.