Priv. Doz. Dr. Horst Christian Vollmar, MPH
Gruppenleiter
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Postfach 6250
Stockumer Str. 12
58453 Witten
horst.vollmar(at)dzne.de
+49 (0) 2302 / 926-238
+49 (0) 2302 / 926-239
Weitere Informationen
Forschungsschwerpunkte
Eine der wichtigsten Aufgaben für eine angestrebte Steigerung der Versorgungsqualität für Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ist heute und zukünftig neben den auch weiterhin essentiellen Innovationen im Bereich von neuen Versorgungsformen, Technologien und Therapieformen vor allem der effiziente Wissenstransfer in die Praxis. Trotz der besseren Verfügbarkeit von Informationen, z. B. durch Datenbanken und das Internet, besteht weiterhin eine Kluft zwischen dem, was wissenschaftlich bekannt ist und dem, was letztlich in der Praxis angewendet wird. Bis eine Innovation oder neue wissenschaftlich abgesicherte Empfehlungen in der Praxis ankommen, vergehen bis zu zwei Jahrzehnte. Der „Weg des Wissens“ ist allerdings nicht unidirektional, es geht ebenfalls um die Frage, wie Wissen aus der Praxis in die Forschung und zu Entscheidungsträgern transferiert werden kann. In der Implementierungsforschung wiederum geht es darum, welche Rahmenbedingungen und Methoden die Implementierung von Innovationen befördern können. Demzufolge lauten die übergreifenden Forschungsfragen der AG Wissenszirkulation und Implementierungsforschung:
- Wie können wissenschaftliche Fakten und handlungsrelevantes Wissen zu neurodegenerativen Erkrankungen nachhaltig an die betroffenen Zielgruppen vermittelt werden?
- Wie kann Evidenz in einer nachhaltigen Weise implementiert werden und führt dies zu einer besseren Gesundheitsversorgung?
- Wie können Probleme in der Versorgungspraxis evaluiert, in Forschungsfragen transformiert und wissenschaftlich bearbeitet werden?
Die AG bearbeitet multidisziplinär mit qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden diese Fragestellungen. Eine wesentliche Rolle spielen Leitlinien und ihre Implementierung, die Implementierung von Maßnahmen der Versorgung z.B. Dementia Care Mapping (DCM), neue Medien als Vehikel um Wissen zu vermitteln, sowie pflegerische Fallbesprechungen und ärztliche Qualitätszirkel. In AG-übergreifenden Projekten wird versucht Barrieren der Implementierung zu identifizieren und Maßnahmen zur Überwindung zu entwickeln und zu evaluieren. Fragestellungen aus der Praxis wiederum werden aufgegriffen und für Forscher und Entscheidungsträger aufbereitet, wofür teilweise innovative Forschungsmethoden und Konzepte eingesetzt werden.
Publikationen
Originalarbeiten
Das kollektive Lernen in Fallbesprechungen. Theoretische Ansätze zur Reduktion herausfordernden Verhaltens bei Menschen mit Demenz im Rahmen des Projektes FallDem
Buscher I, Reuther S, Holle D, Bartholomeyczik S, Vollmar HC, Halek M. Pflegewissenschaft 03/2012: 168-178
E-Learning in der Allgemeinmedizin (ELA) – eine Standortbestimmung in Deutschland fünf Jahre nach der Netzwerkgründung.
Schürer-Maly CC, Gummersbach E, Waldmann UM, Fischer MR, Abholz HH, Vollmar HC. Zeitschrift für Allgemeinmedizin 2012; 88 (2): 69-76
Prescribing patterns in dementia: a multicentre observational study in a German network of CAM physicians
Jescke E, Ostermann T, Vollmar HC, Tabali M, Schad F, Matthes H. BMC Neurology 2011; 11: 99
Blended Learning zur hausärztlichen Demenz-Fortbildung: Einschätzung durch Nutzer einer cluster-randomisierten Studie.
Vollmar HC, Mayer H, Wilm S, Rieger MA, Ostermann T, GMS Med Inform Biom Epidemiol. 2010;6(2):Doc1-8.
Bewertung von Innovationen in der klinischen Forschung: Stärken und Verbesserungspotenziale des Forschungsstandorts Deutschland.
Vollmar HC, Georgieff P, Bührlen B, Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität 2010; 104 (10): 737-742.
Versorgungsnahe Demenzforschung ermöglichen – Fragestellungen im Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen an der Universität Witten/Herdecke.
Bartholomeyczik S, Holle B, Riesner C, Halek M, Wilm S, Vollmar HC, Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität 2010; 104 (10): 743-752.
Pharmacotherapy of elderly patients in everyday anthroposophic medical practice: a prospective, multicenter observational study.
Jeschke E, Ostermann T, Tabali M, Vollmar HC, Kröz M, Bockelbrink A, Witt C, Willich SN, Matthes H, BMC Geriatrics 2010; 10: 48. http://www.biomedcentral.com/1471-2318/10/48
A systematic review of published database resources for complementary medicine.
Böhm K, Raak C, Vollmar HC, Ostermann T, Health Information and Libraries Journal 2010; 27: 93-105
Patienteninformationen und Kreuzschmerzen (PIK-Studie) – Einfluss von Patienteninformationen auf Wissen und Funktionskapazität von Patienten mit akuten, unkomplizierten Rückenschmerzen.
Bücker B, Butzlaff M, Isfort J, Koneczny N, Vollmar HC, Lange S, Lutz G, Rieger MA, Das Gesundheitswesen 2010; 72.-e78-e88
Entwicklung und Implementierung der Leitlinie „Demenz“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin.
Vollmar HC, Abholz H-H, Egidi G, Mand P, Butzlaff ME, Wilm S, Medizinische Klinik 2010; 105 (1): 41-47
Knowledge transfer for the management of dementia - a cluster randomised trial of blended learning in general practice.
Vollmar HC, Mayer H, Ostermann T, Butzlaff ME, Sandars JE, Wilm S, Rieger MA, Implementation Science 2010;5:1. http://www.implementationscience.com/content/5/1/1
Übersichten/Editorials
Leserbrief: Antwort auf den Kommentar zu "Blended Learning zur hausärztlichen Demenz-Fortbildung“.
Vollmar HC, Mayer H, Wilm S, Rieger MA, Ostermann T. GMS Med Inform Biom Epidemiol. 2011;7(2):Doc09
Qualitätsmanagement in der ambulanten und stationären Pflege - Aktuelle Entwicklungen und Besonderheiten
M Geraedts, B Holle, HC Vollmar, S Bartholomeyczik; Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2011 Feb;54(2):185-93.
"Das Altern entschlüsseln" Ausschnitte des BMBF-Foresight-Prozesses
Vollmar HC, Georgieff P, Cuhls K, Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 44 ( 1), 66-70
Editorial: Innovationen im Gesundheitswesen.
Vollmar HC, Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität 2010; 104 (10: 699-700)
Quo vadis Demenz? Inhaltliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der spezialistischen und der hausärztlichen Leitlinie.
Vollmar HC, H.-H. Abholz HH, Egidi G, Wilm S, Zeitschrift für Allgemeinmedizin 2010, 86(6): 47-53.
Weitere Arbeiten ohne Peer Review:
Leitlinien – praktisch umgesetzt. Teil 2: Demenz. Wieviel Diagnostik ist nötig?
Vollmar HC, Schürer-Maly CC, Wilm S. Der Allgemeinarzt. 2011; 14: 47-48
Demenzielle Erkrankungen.
Vollmar HC, Der Hausarzt. 2010, 17 (10): 34-36.
Gesundheitsinformationen im Internet: Chancen für Patienten und Ärzte.
Schürer-Maly CC, Vollmar HC, Deutsches Ärzteblatt 2010, 107 (15): B624-B625
Unterstützung, Versorgung und gute Pflege. Die hausärztliche Demenz-Leitlinie definiert die Basis für Diagnostik und Therapie von Menschen mit Demenz.
Vollmar HC, Wilm S, Pflegen: Demenz 2010; 15: 42-45
Gesundheitsinformationen im Internet: Chancen für Patienten und Ärzte.
Schürer-Maly CC, Vollmar HC, Praxis Computer & Management. 2010, 25 (2): 6-7


