Dr. Margareta Halek
Gruppenleiterin
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
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Stockumer Str. 12
58453 Witten
margareta.halek(at)dzne.de
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Forschungsschwerpunkte
Strategie der AG Versorgungsinterventionen
Die Hauptfrage mit der sich die AG Versorgungsinterventionen beschäftigt, lautet:
„Was hilft Menschen mit Demenz bei der Bewältigung der Auswirkungen ihrer Demenz?“
Die Menschen und ihre Familien versuchen alles, um die Normalität so weit wie möglich aufrecht zu erhalten, um das „alte Leben“ nach Möglichkeit behalten zu können und trotz der Erkrankung die Qualität ihres Lebens auf gewohntem Niveau zu halten. Die Erhaltung der Alltagsnormalität ist ein sehr komplexes Vorhaben, welches viele Lebensbereiche und- Phasen sowie unterschiedliche Beteiligte tangiert.
Die AG hat als Zielgruppe Menschen in allen Phasen ihrer Demenzerkrankung und ihre Angehörigen. Sie entwickelt Unterstützungsangebote für alle verfügbaren Settings, die professionelle oder nichtprofessionelle Beteiligte einbinden, bestärken, informieren, aufklären und entlasten. Im Fokus steht die gesamte Bandbreite alltagsunterstützender Interventionen, die entwickelt und vor allem auf ihre Effektivität hin überprüft werden sollen, beginnend mit der Aufklärung der Menschen und dem Empowerment bis hin zur Übernahme von bestimmten Handlungen.
Ein besonderer Schwerpunkt sind die sog. herausfordernden Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz, ein sehr relevantes Thema sowohl für die Betroffenen als auch eine der größten Belastungen für die Menschen im direkten Umfeld. Es geht um die Frage, wann und warum diese Verhaltensschwierigkeiten entstehen und wie sie sich erklären lassen, denn dann können auch passgenauere Interventionen entwickelt werden.
Die inhaltlichen Fragen der AG-Versorgungsinterventionen sind u.a.:
- Identifikation und Diagnostik von herausforderndem Verhalten (challenging behaviour)
- Versorgungsmaßnahmen mit dem Schwerpunkt herausforderndes Verhalten incl. der Verstehenden Diagnostik
- Welche Interventionen sind effektiv, insbesondere bei herausforderndem Verhalten?
- Multiprofessionelle Begleitung von Menschen mit Demenz
- Welche Interventionen sind für die Belastungsminderung der Pflegenden (Professionelle und Familie) hilfreich?

- Abbildung 1 Forschungsbereiche der AG Versorgungsinterventionen
Eine zweite Forschungssäule bildet die Methodenforschung. Hierbei wird untersucht, was die relevanten Effekte sind, die eine Intervention bewirken soll, wie diese operationalisiert und messbar gemacht werden können., welche Datenquellen angemessenen sind. Ausgehend von der Perspektive des Menschen mit Demenz sollen die relevanten Effektgrößen für eine optimale Versorgung definiert werden.
Zurzeit wird vor allem die Lebensqualität als das optimale Outcome verstanden. Allerdings existieren daneben noch zahlreiche andere Effekte wie Teilhabe an der Gesellschaft, die Erhaltung der Partnerschaft oder die Autonomie. Die besondere Herausforderung liegt darin, dass jeder Mensch eine eigene Vorstellung davon hat, was für ihn z. B. Lebensqualität bedeutet. Die Aufgabe, die es zu lösen gilt, ist, die subjektive mit einer objektiven Perspektive in geeigneten Forschungsdesigns zu verbinden. Ein weiteres Thema sind Assessmentinstrumente für das herausfordernde Verhalten, deren Vielzahl zeigt, dass es schwierig ist, ein allgemeingültiges Messinstrument zu erarbeiten. Auch für dieses Thema will die AG einen Forschungsbeitrag leisten.
Die methodischen Fragen der AG-Versorgungsinterventionen sind u.a.:
- Entwicklung/Anpassung von Assessmentinstrumenten/ Forschungsinstrumenten
- Weiterentwicklung geeigneter Studiendesigns, insbesondere zur Untersuchung von demenzspezifischen individualisierten komplexen Interventionen
Publikationen
Community-dwelling persons with dementia: What do they need? What do they demand? What do they do? A systematic review on the subjective experiences of persons with dementia.
von Kutzleben M, Schmid W, Halek M, Holle B, Bartholomeyczik S. Aging Ment Health. 2012 Apr;16(3):378-90. Epub 2012 Jan 18.
Description of the behaviour of wandering in people with dementia living in nursing homes - a review of the literature.
M Halek, S Bartholomeyczik; Scand J Caring Sci. 2011 Oct 28. doi: 10.1111/j.1471-6712.2011.00932.x.
The influence of understanding diagnostics on perceived stress of nurses caring for nursing home residents with dementia
D Holle, M Halek, H Mayer, S Bartholomeyczik; Pflege. 2011 Oct;24(5):303-16.
Validity, reliability, and feasibility of a quality of life questionnaire for people with dementia.
M Dichter, S Bartholomeyczik, J Nordheim, W Achterberg, M Halek; Z Gerontol Geriatr. 2011 Dec;44(6):405-410.
Einführung und Evaluation der "Verstehenden Diagnostik" am Beispiel des Leuchtturmprojektes InDemA.
D Hardenacke, S Bartholomeyczik, M Halek, May 2011, Pflege & Gesellschaft, 16 (2), 101-115.
Herausforderndes Verhalten demenzkranker Menschen. Demenz psychosozial behandeln - Psychosoziale Interventionen bei Demenz in Praxis und Forschung.
Bartholomeyczik S, Halek M (2011). J HaberstrohJ Pantel. Heidelberg, AKA Verlag: 281-293.
Umgang mit herausforderndem Verhalten in der professionellen Pflege. IdA als Instrument zu Klärung der Gründe.
M Halek, S Bartholomeyczik; Psychotherapie im Alter, 7(4), 507-520. 2010.
Entwicklung und Testung eines strukturierten Assessmentbogens zur Erfassung der Auslöser für herausforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz in der stationären Altenhilfe.
Halek M (2010). Dissertation, Universität Witten/ Herdecke
Welche Kenntnisse benötigen Pflegende um zwischen Selbst- und Fremdeeinschätzung von Schmerz bei Menschen mit mittelschwerer Demenz eintscheiden zu können.
Sirsch E, Halek M,Bartholomeyczik S (2010). Deutscher Schmerzkongress Mannheim
Versorgungsnahe Demenzforschung ermöglichen – Fragestellungen im Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen an der Universität Witten/ Herdecke.
Bartholomeyczik S, Holle B, Riesner C, Halek M, Vollmar HC (2010), Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen, 104 (10): 744-753
“Construct validity and homogeneity of the German version of the QUALIDEM by people with dementia”
Dichter M, Bartholomeyczik S, Mayer H, Fischer T, Nordheim J, Halek M (2010), Journal of Clinical Nursing, 19 (Suppl. 1): 43.
Rahmenempfehlungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz in der stationären Altenhilfe.
Halek M (2010), Bundespflegekonferenz der Johanniter. Eisenach
Fallbesprechungen zum herausforderndem Verhalten von Menschen mit Demenz mit Hilfe des IdA.
Halek M (2010), Siebentes Gerontopsychiatrisches Symposium. Psychische und Verhaltensstörungen bei Demenz. S J-K Alexianter. Berlin-Weissensee.
Herausforderndes Verhalten: Hintergründe, Erklärungen und Zusammenhänge.
Halek M (2010), Siebentes Gerontopsychiatrisches Symposium. Psychische und Verhaltensstörungen bei Demenz. S J-K Alexianer. Berlin-Weissensee.
"Der Drang sich zu bewegen."
Halek M (2010), Pflegen: Demenz 16: 8-14.
Utilization of "Understanding diagnostics": Nurses´ experiences and its impact on nurses´stress.
Hardenacke D, Halek M, Mayer H, Bartholomeyczik S (2010), Coming on Age: Dementia in the 21st Century. London.
"Impact of individualized case conferences on residents´challenging behaviour and quality of life in long-term care"
Hardenacke D, Halek M, Mayer H, Bureick G, Wilm S, Knee R, Krüger C, Bartholomeyczik S (2010), Journal of Clinical Nursing, 19 (Suppl. 1): 52.
The implementation of "understanding diagnostics" for residents with dementia in nursing homes and their effects on residents´challenging behaviour and quality of life.
Hardenacke D, Halek M, Mayer H, Bureick G, Wilm S, Knee R, Krüger C, Bartholomeyczik S (2010), Coming on Age: Dementia in the 21st Century. London.
"Entwicklungen der deutschsprachigen Pflegewissenschaft im Spiegel der PFLEGE - Veröffentlichung von 1988-2007 [Developments of nursing research within German-speaking countries - Publications from 1988 until 2007 in the journal "Pflege"]."
Hausner E, Halek M, Bartholomeyczik S (2010), Pflege 23(5): 339-345.
