Programm

6. Jahrestagung des DZNE Witten am 7.10.2015

"Der Blick auf herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz – gestern, heute und morgen"

© alphaspirit / Fotolia.com

Herausforderndes Verhalten, wie zum Beispiel Aggressionen oder Wandern, tritt bei ca. 80% der Menschen mit Demenz auf und stellt Betroffene und an der Versorgung beteiligte Personen vor große Herausforderungen. Es handelt sich um ein komplexes Phänomen und bedarf differenzierter Antworten aus Praxis und Forschung. Das DZNE Witten möchte im Rahmen der 6. Jahrestagung von Erfahrungen aus mehreren Jahren Forschung zum Thema herausforderndes Verhalten berichten. Die Tagung möchte aber auch eine Plattform bieten, über „das Problem mit dem Verhalten“ noch einmal fernab der üblichen Denk- und Handlungsmuster zu reflektieren und zu diskutieren.

Damit dies möglich wird, wird Vielzahl von unterschiedlichen Perspektiven eingebracht. So zum Beispiel die zeitliche Perspektive… denn der Blick auf herausforderndes Verhalten und der (professionelle) Umgang hat sich im Laufe der Zeit verändert. Zum zweiten die Perspektiven unterschiedlicher Professionen … denn aus Sicht eine Mediziner/in oder einer/s Pflegenden stellen sich andere Fragen und bieten sich unterschiedliche Lösungen an. Oder auch die Perspektive unterschiedlicher Pflegesettings … denn Rahmenbedingungen und Möglichkeiten im häuslichen Umfeld unterscheiden sich von denen z.B. im Krankenhaus.

Referenten

Gesamtmoderation

Dr. Bernhard Holle, AG-Leiter Versorgungsstrukturen, DZNE Witten

Begrüßung

Prof. Dr. Martina Roes, Standortsprecherin, DZNE Witten
Prof. Christel Bienstein, Leiterin des Departments für Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke

Vorträge

Dr. Margareta Halek, AG-Leiterin Versorgungsinterventionen, DZNE Witten
Univ.-Prof. Dr. med. Frank Jessen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Uniklinik Köln, Kooperationseinheit des DZNE Bonn
Claudia Dinand, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DZNE Witten

Workshops

Workshop 1: Herausforderndes Verhalten im Krankenhaus

Prof. Dr. Martina Roes, Standortsprecherin, DZNE Witten
Dr. Christiane Pinkert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DZNE Witten

Workshop 2: Herausforderndes Verhalten in der Häuslichkeit

Dr. Daniela Holle, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DZNE Witten
Milena von Kutzleben, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DZNE Witten

Workshop 3: Herausforderndes Verhalten in der stationären Altenhilfe

Sven Reuther, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DZNE Witten
Beatrix Döttlinger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DZNE Witten

Podiumsdiskussion

Der Blick auf das „Problem mit dem Verhalten“ aus der Sicht unterschiedlicher Systeme und Professionen mit:

  • Andreas Kutschke, Abteilung Qualität, Städtischen Seniorenheime Krefeld
  • Dr. Winfried Teschauer, Vorstandsmitglied, Deutsche Alzheimer Gesellschaft
  • Dr. Stefanie Oberfeld, Oberärztliche Leitung, Gerontopsychiatrisches Zentrum, Alexianer Münster GmbH
  • Dr. Alexandra Jorzig, Fachanwältin für Medizinrecht, JORZIG Rechtsanwälte

Schlussbetrachtungen

Prof. Dr. Martina Roes, Standortsprecherin, DZNE Witten

Workshops

Im Folgenden finden Sie kurze Beschreibungen der drei parallelen Workshops am Nachmittag um 13 Uhr!

Workshop 1: Herausforderndes Verhalten im Krankenhaus

Ziel und Realisierbarkeit von Interventionen

Menschen mit Demenz und herausfordernden Verhaltensweisen „passen“ nicht in das System Allgemeinkrankenhaus. Das Krankenhaus ist auf die akute Erkrankung ausgerichtet und bietet wenig Raum, um auf die individuellen, manchmal schwer zu identifizierenden Bedürfnisse von Menschen mit Demenz einzugehen. Der Workshop bietet zum Einstieg eine Übersicht über den aktuellen Kenntnisstand zum Thema „herausforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz im Krankenhaus“ u.a. zu Prävalenzraten, Problemlagen und möglichen Interventionen. In der anschließenden Diskussion soll dann das Know-how der Teilnehmenden vor allem in Bezug auf die möglichen Interventionen im Vordergrund stehen. Was sollen Interventionen überhaupt verändern bzw. was ist die Zielperspektive? Wo setzen Interventionen an bzw. sollten sie ansetzen: an den Krankenhausstrukturen, dem Mensch mit Demenz, den Pflegenden? Gibt es schon Erfahrungen in Bezug auf die Umsetzung?

Martina Roes, DZNE und Christiane Pinkert, DZNE

Workshop 2: Herausforderndes Verhalten in der Häuslichkeit

Der DICE-Ansatz als eine Lösung dem Verhalten zu begegnen

Versorgende  Angehörige von Menschen mit Demenz sehen sich bei der Versorgung in der Häuslichkeit häufig mit herausfordernden Verhaltensveränderungen konfrontiert, welche sie überfordern und belasten. Mitunter führt diese starke Belastung auch zu der Entscheidung einer Heimaufnahme des Demenzerkrankten. Im Forschungsprojekt „VerAH-Dem“  wurde anhand von Fallrekonstruktionen der Versorgungsalltag und damit auch die Perspektive auf das herausfordernde Verhalten der Menschen mit Demenz aus Angehörigensicht in Versorgungsarrangements beleuchtet. Im Rahmen des Workshops werden zwei dieser Fallbeispiele vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert. Im Anschluss werden aus professioneller Sicht mögliche Lösungsansätze zum Umgang mit dem sich hier gezeigten Verhalten erarbeitet. Leitend hierbei wird der in den USA entwickelte DICE-Ansatz sein, der Professionellen eine Orientierung in der systematischen Analyse und dem Umgang mit herausforderndem Verhalten in der Häuslichkeit liefert. Diese Herangehensweise berücksichtigt gleichermaßen die Bedürfnisse und Bedarfe der Menschen mit Demenz und ihren versorgenden Angehörigen und setzt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Professionellen voraus.

Daniela Holle, DZNE und Milena von Kutzleben, DZNE

Workshop 3: Herausforderndes Verhalten in der stationären Altenpflege

Interaktion und Kommunikation mit Menschen mit schwerer Demenz in der stationären Altenpflege

Herausforderndes Verhalten eines Menschen mit Demenz kann verschiedenste Ursachen haben. In diesem Workshop soll der Blick auf den direkten Interaktions- und Kommunikationskontakt zwischen Pflegenden und Menschen mit schwerer Demenz in der stationären Langzeitpflege gelenkt werden. Ziel dieses Workshops ist es, herauszuarbeiten, wie ein dialogisches Prinzip auf Augenhöhe im direkten Bewohnerkontakt hergestellt werden kann, um so möglicherweise schon im Vorfeld „herausfordernde Verhaltensweisen“ gar nicht erst entstehen zu lassen bzw. aus Sicht der Pflegenden anders zu bewerten. Nach einer kurzen theoretischen Hinführung zum Thema, wird mit Hilfe von Videosequenzen einer Promotionsarbeit zum Thema: „Gestisch kommunikatives Handeln bei Menschen mit schwerer Demenz“ die Interaktions- und Kommunikationsbeziehung fokussiert und diskutiert. Merkmale sollen herausgestellt werden, wie Pflegende in einen kommunikativen Austausch mit Menschen mit Demenz treten können, die deren Autonomie und Selbstwirksamkeit stärkt.

Sven Reuther, DZNE und Beatrix Döttlinger, DZNE

Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich mit Name, Organisation und Kontaktdaten bis spätestens zum 17.9.2015 per Mail bei Sabine Möller

Pflegende erhalten 6 Fortbildungspunkte für die Registrierung beruflich Pflegender (RbP).

Bei Fragen kontaktieren Sie bitte:

Sabine Möller

+49 (0)2302/926-237

Anfahrt

Veranstaltungsort

Universität Witten/Herdecke
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten

Anfahrt mit dem Taxi:
Ab SBhf Bochum-Langendreer 5 min., ab SBhf Witten-Annen Nord 5 min., ab Witten-Hbf 10 min., ab Bochum-Hbf 15 min., ab Dortmund-Hbf 20 min., ab Flughafen Dortmund-Wickede 30 min.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Ab Witten-Hbf mit der Linie 371 bis zur Haltestelle "Universität Witten/Herdecke".

© Uwe Seifert und Partner
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