Dr. Frank Striggow

Curriculum Vitae

Frank Striggow studierte Biochemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (1984–1989). Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er 1989 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Er etablierte eines der deutschlandweit ersten intrazellulären Fluoreszenzimaging-Systeme und kombinierte dieses mit Methoden zur intrazellulären Mikroinjektion. 1995 erfolgte die Promotion mit einer Arbeit zur Regulation der intrazellulären Ca2+ Homöostase nicht-erregbarer Zellen. 1994 wechselte er als Postdoc-Stipendiat in das Labor von Prof. Barbara E. Ehrlich am Health Center der University of Connecticut in Farmington, CT, USA. Finanziert durch die American Heart Association (AHA) und den Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) untersuchte er dort mit elektrophysiologischen Methoden die intrazelluläre Ca2+ Freisetzung durch den Inositol-3-phosphat- und den Ryanodine-Rezeptor. Weitere Arbeitsaufenthalte führten ihn 1995 und 2004 an das Marine Biological Laboratory (MBL) in Woods Hole, MA, USA.

1996 kehrte Dr. Striggow nach Deutschland, zunächst als Forschungsgruppenleiter am Julius-Bernsterin-Institut, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dann am Institut für Neurobiochemie des Universitätsklinikums Magdeburg. Seit dieser Zeit erforscht Dr. Striggow die Mechanismen des akuten und chronischen neuronalen Zellunterganges bei neurodegenerativen Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns (Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Alzheimer, Parkinson, Huntington) und potentielle Therapiemöglichkeiten.

2001 wechselte Dr, Striggow als Vorstandsvorsitzender/CEO an die von ihm in 2000 mit gegründete KeyNeurotek Pharmaceuticals AG. In den folgenden Jahren leitete er hier stark anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den Bereichen automatisiertes, funktionelles Wirkstoffscreening (TELOMICSTM) sowie in der präklinischen und klinischen Medikamentenentwicklung (Phase I und Phase II). Im Rahmen einer Phase II-Studie konnte durch Behandlung mit einem dualen Cannabinoid-Rezeptor-Agonisten erstmalig eine verbesserte Überlebensrate komatöser Schädel-Hirn Trauma-Patienten erzielt werden. Dr. Striggow war darüber hinaus verantwortlich für eine Vielzahl langfristiger Kooperationsprojekte mit Industrie und Akademie sowie Finanzmitteleinwerbungen in Höhe > 30 Mio. €.

Dr. Striggow wechselte zum 01.10.2010 als Arbeitsgruppenleiter an das DZNE. Dr. Striggow erhielt den hugo-Junckers-Innovationspreis des Landes Sachsen-Anhalt in 2004 und 2006 und den Innovationspreises der Deutschen Industrie 2006 in der Kategorie Biotechnik (jeweils mit KeyNeurotek Pharmaceuticals). Er ist Mitglied der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (seit 1990) und der Society for Neuroscience (USA, seit 1999) sowie Gutachter für verschiedene Fachjournale.