DZNE-Standort Bonn

Luftbild des Bonner Uni-Klinikums (Quelle: Medienzentrum Uniklinik Bonn)
Luftbild des Bonner Uni-Klinikums    (Quelle: Medienzentrum Uniklinik Bonn)Zum Vergrößern bitte auf die Lupe klicken.

In der Region Bonn/Köln wird die künftige Entwicklung des DZNE von bereits bestehenden, starken wissenschaftlichen Partnern profitieren: Da sind zum einen in Bonn die Universitätskliniken für Neurologie und Psychiatrie, die sich im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen bereits heute durch eine exzellente Forschung und Patientenversorgung auszeichnen, zum anderen leistet die Klinik für Epileptologie hochkarätige Forschung auf dem Gebiet von Nervenverbindungen. Die genetische Medizin und Epidemiologie neurodegenerativer Störungen bilden ein weiteres starkes Forschungsfeld, das sich mit der Zielrichtung des DZNE in der Bevölkerungs- und klinischen Epidemiologie verbindet, Risikofaktoren zu verstehen und neue, frühe Diagnose-Verfahren zu entwickeln. Erstklassige Grundlagenforschung, die sich mit den Mechanismen von Neurodegeneration, Neuroinflammation und Stammzellen beschäftigt, findet auf dem Venusberg statt.

In Köln ergänzen die Parkinson-Forschung und neue Therapieformen wie die tiefe Hirnstimulation bestens das klinische Forschungsziel in Bonn. Zudem bildet das Exzellenzcluster Alternsforschung eine wichtige Forschungsplattform, um die Entstehung von Demenz in der Bevölkerung zu verstehen und gesundes sowie pathologisches Altern miteinander zu vergleichen. Die hervorragenden Möglichkeiten der Bildgebung, die im Forschungszentrum Jülich entwickelt werden, kommen schließlich dem Ziel des DZNE zugute, neue und fortschrittliche, nicht-invasive Diagnoseverfahren für neurodegenerative Erkrankungen bereit zu stellen.

Der Sieger-Entwurf des DZNE-Neubaus im Modell (Quelle: wulf & architekten)
Der Sieger-Entwurf des DZNE-Neubaus im Modell (Quelle: wulf & architekten)Zum Vergrößern bitte auf die Lupe klicken.

Der Bonner DZNE-Standort wird die bereits bestehenden Diagnose- und Therapieangebote des Universitätsklinikums Bonn in seine klinische Forschung einbeziehen. Das DZNE wird neue Diagnoseverfahren entwickeln durch die Kombination von Technologien moderner Bildgebung – in Zusammenarbeit mit dem FZ Jülich – und neuen biochemischen Verfahren zur Untersuchung von Blut und CSF-Proteinen. Ein neues Informationszentrum wird bundesweit als Ansprechpartner für pflegende Angehörige neurodegenerativ erkrankter Patienten dienen. In der koordinierten klinischen Arbeit in Bonn wird es möglich sein, standardisierte Verfahren – sogenannte s.o.p. – zu entwickeln, die für klinische Untersuchungen unerlässlich sind. Die Schaffung eines nationalen Registers über neurodegenerative Erkrankungen und die Einführung europäischer Diagnose- und Pflegestandards sind bedeutsam für künftige therapeutische Strategien. Klinische epidemiologische Studien und Bevölkerungsstudien werden Faktoren identifizieren helfen, die ein erhöhtes Risiko für Neurodegeneration bergen, und solche, die für gesundes Altern oder Erkrankung den Ausschlag geben.

Die Grundlagenforschung in der Region Bonn/Köln wird sich auf die Mechanismen früher neuronaler Schädigungen konzentrieren. So können neue therapeutische Ansätze entdeckt werden, sind Rückschlüsse möglich, welche gemeinsamen Mechanismen bei verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen beteiligt sind. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf den Verlust an Nervenverbindungen und Plastizität gerichtet sein.