Portrait Craig Garner

Prof. Dr. Craig Garner

Gruppenleiter

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
c/o Charité – Universitätsmedizin Berlin
CharitéCrossOver
Charitéplatz 1
10117 Berlin

craig-curtis.garner(at)dzne.de
+49 (0) 30 / 450-539166
+49 (0) 30 / 450-539916

Gruppenmitglieder

Name Telefon
Dr. Frauke Ackermann, Postdoc +49 (0) 30 / 450 - 639173
Sheila Hoffmann, Doktorandin +49 (0) 30 / 450 - 539185
Stefanie Rothkötter, Doktorandin +49 (0) 30 / 450 - 639173
Christine Bruns, Technische Assistentin +49 (0) 30 / 450 - 539185
Anny Kretschmer, Technische Assistentin +49 (0) 30 / 450 - 639173
Katharina Schneider, Postdoc +49 (0) 30 / 450 - 639173

Ausgewählte Publikationen

Usp16 contributes to somatic stem-cell defects in Down's syndrome.

Adorno, M., et al. (2013). Nature 501(7467): 380-384.

Bassoon and Piccolo regulate synaptic vesicle pool size and synapse integrity by regulating the E3 ubiquitin ligase Siah1.

Waites, C.L., Leal-Ortiz, S., Ng, P., Fejtova, A., Altrock, W., Gundelfi nger, E.D. and C.C. Garner. EMBOJ. 2013; 32:954-969.

Autism associated mutations in ProSAP2/Shank3 impair synaptic transmission and neurexin/neuroligin mediated transsynaptic signaling.

Arons, M., Thynne, C., Grabrucker, A.M., Li, D., Schön, M., Cheyne, J.E. Boeckers, T.M. Montgomery,J.M. and C.C. Garner. J Neuroscience. 2012; 32:14966–14978.

Piccolo regulates the dynamic assembly of presynaptic F-actin.

Waites, C.L., Leal-Ortiz, S., Andlauer, T.F., Sigrist, S.J., and C.C. Garner. J Neuroscience. 2011; 31(40):14250-63.

Synaptic SAP97 isoforms regulate AMPA receptor dynamics and access to presynaptic glutamate.

Waites, C.L., Specht, C. G., Haertel, K., Leal-Ortiz, S., Li, D., Drisdel, R.C., Jeyifous, O, Genoux, D., Cheyne, JE., Green, W.N., Montgomery, J.M.* and C.C. Garner*. J of Neuroscience. 2009; 29, 4332- 4345.

Pharmacotherapy for cognitive impairment in a mouse model of Down syndrome.

Fernandez F, Morishita W, Zuniga E, Nguyen J, Blank M, Malenka RC, and C.C. Garner. Nat Neurosci. 2007; 10:411-413.

Unitary assembly of presynaptic active zones from Piccolo-Bassoon transport vesicles.

Shapira, M,, Zhai, R.G., Dresbach, T., Bresler, T., Torres, V.I., Gundelfi nger, E.D., Ziv, N.E., and C.C. Garner. Neuron. 2003; 38(2): 237-52.

Assemblying the presynaptic active zone: Characterization of an Active zone precursor vesicle.

Zhai, R., Friedmon, H.V. Cases-Langhoff, C., Beckers, B., Gundelfi nger, E.D, Ziv, N.*, and C. C. Garner. Neuron. 2001; 29:131-143.

SAP102, a novel postsynaptic protein that binds the NMDA receptor NR2 subunits.

Müller, B.M., U. Kistner, S. Kindler, W.J. Chung, S. Kuhlendahl, L-F. Lau, R.W. Veh, R.L. Huganir, E.D. Gundelfinger, and C.C. Garner. Neuron. 1996; 17:255-265.

SAP90, a rat presynaptic protein related to the product of the Drosophila tumor suppressor gene dlg-A.

Kistner, U., B. Wenzel, R. Veh, C. Cases-Langhoff, U. Appeltauer, E.D. Gundelfi nger, and C.C. Garner. J. Biol. Chem. 1993; 268(7):4580-4583.

Selective localization of messenger RNA for cytoskeletal protein MAP2 in dendrites.

Garner, C.C., R. Tucker and A. Matus. Nature. 1988; 336:674-677.

Die vollständige Publikationsliste finden sie hier.

Curriculum Vitae

Craig Garner studierte Biochemie an der Prudue University in den USA und arbeitete dann als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Friedrich Miescher Institut in Basel. 1988 wurde er Gruppenleiter am Zentrum für Molekulare Neurobiologie in Hamburg und setzte dann seine Karriere an der University of Alabama in Birmingham fort. In 2002 bekam Craig Garner eine Nancy Pritzker Professur an der Stanford University in Kalifornien und wurde 2003 zudem Ko-Direktor des Down Syndrom Centers in Stanford. Craig Garner ist Experte im Bereich der translationalen Forschung und seine Forschungsarbeiten wurden bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet. Darunter zum Beispiel der „Coulter Foundation Award for Translational Neuroscience“, der „Fidelity Foundation Award for Neurodegenerative Research“ und der „Stanford Neuro-Innovation Award for Translational Neuroscience“. Er ist Mitgründer von zwei Start-Up Unternehmen, „Balance Therapeutics Inc.“ und „Stealth Bioscience Inc.“. Das primäre Ziel von Stealth Biosciences ist die Entwicklung von Nanotechnologien, die die elektrophysiologische Ableitung von neuronalen Zellen mit Hilfe von „solid-state“ Apparaturen erlauben. Das Ziel von Balance Therapeutics ist die Entwicklung von pharmakologischen Behandlungen zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten von Down-Syndrom Patienten. Innerhalb des DZNE möchteGarner seine Untersuchungen zur Synapsenpathophysiologie im Rahmen neurodegenerativer Erkrankungen fortsetzen und die Etablierung von Strukturen zur Übertragung von grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnissen in die klinische Anwendung vorantreiben.


Forschungsschwerpunkte

Meine Gruppe beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Untersuchung der molekularen, zellulären und physiologischen Mechanismen, welche der Bildung und der Funktion der Synapsen im zentralen Nervensystem zu Grunde liegen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Identifizierung der zentralen Komponenten der erregenden Synapse, welche die regulierte Ausschüttung von Transmittern, die Rekrutierung von Glutamatrezeptoren an die Postsynapse und die Stabilität der Synapse bedingen. Wir konnten zeigen, dass zelluläre Programme, die den dynamischen Austausch und den Abbau von prä- und postsynaptischen Proteinen kontrollieren, auch die Bildung, die Erhaltung und die Integrität der Synapse steuern. Aktuell befassen wir uns mit der Frage, wie genetische und umweltbedingte Störungen diese Programme schädigend beeinflussen und so zu Störungen der synaptischen Übertragung und/oder der Ausbildung neurodegenerativer Erkrankungen führen.

Meine Kollegen und ich sind darüber hinaus daran interessiert, die gewonnenen Erkenntnisse über die Dynamik der synaptischen Prozesse für die Entwicklung pharmakologischer Behandlungen zu nutzen, mit denen man die kognitiven Leistungen bei neuronalen Entwicklungsstörungen  und neurodegenerativen Erkrankungen verbessern kann. In einem Mausmodell für Down-Syndrom konnten wir bereits zeigen, dass eine überhöhte tonische Inhibition in neuronalen Netzwerken zu kognitiven Störungen führt. Dieser Zustand kann durch die niedrigdosierte Verabreichung eines GABAA Rezeptor-Antagonisten rückgängig gemacht werden. Interessanterweise scheint eine verstärkte tonische Inhibition auch für die kognitiven Störungen bei monogenetischen Formen des Autismus und der Alzheimer Erkrankung verantwortlich zu sein. Diese Beobachtungen legen die Vermutung nahe, dass Behandlungen, die auf die inhibitorische synaptische Übertragung abzielen, einen breiten therapeutischen Nutzen haben könnten.

Um diesen Ansatz zu überprüfen, haben wir 2009 ein kleines Biotech Unternehmen, „Balance Therapeutics Inc.“, gegründet. Durch dieses Unternehmen konnte kürzlich eine klinische Studie der Phase II/III (Compose21) initiiert werden. Diese Studie untersucht, ob durch die externe Modulation des inhibitorischen Tonus die kognitiven Fähigkeiten von jungen Erwachsenen mit Down-Syndrom verbessert werden können. Die Studie soll im späteren Verlauf auch Individuen mit Alzheimer einschließen.