Klinische Forschung am DZNE

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Die klinische Forschung am DZNE hat das Ziel, wirksame Therapien für neurodegenerative Erkrankungen zu entwickeln. Dazu gehören die Überführung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Forschung, klinische Studien zu neuen Behandlungsmöglichkeiten von Symptomen manifest erkrankter Patienten und die Förderung von Studien zu innovativen nicht-pharmakologischen Interventionen. Ein Schwerpunkt der klinischen Forschung am DZNE liegt im Bereich der prä- und frühsymptomatischen Diagnostik als notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung neuartiger Therapien. Prof. Thomas Klockgether ist Direktor für Klinische Forschung des DZNE. An den Standorten Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, München, Rostock/Greifswald und Tübingen werden durch das DZNE mono- und multizentrische Studien in Kooperation mit den örtlichen vorwiegend universitären Einrichtungen durchgeführt. Die Forschungsfragen dieser klinischen Studien sind sowoh nicht-therapeutischer als auch therapeutischer Art.

Nicht-therapeutische Forschung

Direktor für klinische Forschung Prof. Dr. Thomas Klockgether, Quelle: Medienzentrum der Uniklinik Bonn
Direktor für klinische Forschung Prof. Dr. Thomas Klockgether, Quelle: Medienzentrum der Uniklinik Bonn

Die präsymptomatische Phase neurodegenerativer Erkrankungen kann Jahre oder sogar Jahrzehnte andauern. Zum Zeitpunkt der klinischen Diagnose zeigen sich bereits deutliche Veränderungen in bestimmten Bereichen des Gehirns. Viele innovative Therapien könnten daran gescheitert sein, dass die Behandlung zu spät begonnen hat. Daher ist die Identifizierung von bildgebenden und biochemischen Markern, die Vorboten von neurodegenerativen Erkrankungen sein können, eines der zentralen Ziele der klinischen Forschung am DZNE. Die präsymptomatischen Stadien neurodegenerativer Erkrankungen sollen detailliert charakterisiert werden, indem gesunde Träger bekannter familiärer Krankheitsmutationen und gesunde Personen mit einem erhöhten Risiko für sporadische neurodegenerative Erkrankungen untersucht werden. 

Ein weiteres Ziel besteht darin, das Prodromalstadium und die frühen manifesten Stadien neurodegenerativer Erkrankungen besser zu verstehen. Klinische Verlaufsuntersuchungen, Neuropsychologie, Labor-Biomarker und Bildgebung werden Einblicke in die Mechanismen der Kompensation ermöglichen, die zu neuen Therapieansätzen führen können.

Die Identifikation von Biomarkern wird auch in die Grundlagenforschung zurückwirken und zu einem besseren Verständnis der biochemischen Grundlagen neurodegenerativer Erkrankungen führen.

Therapeutische Forschung

Quelle: DZNE/Guido Hennes

Die therapeutische Forschung konzentriert sich auf interventionelle Studien, die das Ziel haben, experimentelle Resultate in die klinische Forschung zu überführen. Um eine schnelle Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die Klinik zu fördern, plant das DZNE, klinische Studien in frühen Phasen durchzuführen. Zu den Interventionen, die hier untersucht werden, gehören pharmakologische und immunologische Therapieansätze. Auf längere Sicht sind auch Untersuchungen zu Zellersatztherapien geplant.

Das ultimative Ziel der klinischen Forschung am DZNE ist es, Therapien zu entwickeln, die den Krankheitsverlauf aufhalten oder verlangsamen. Da solche Therapien noch nicht in Reichweite sind, besteht ein dringender Bedarf an einer verbesserten Behandlung von Symptomen, z.B. motorischen und psychischen Symptomen oder Verhaltensstörungen. Das DZNE wird klinische Studien initiieren, die die Wirksamkeit von zugelassenen Medikamenten für die Behandlung von definierten Symptomen untersuchen oder nicht-pharmakologische Interventionen erforschen.